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Trauben unter der Rohrleitung

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Auf dem Flug durch die Werkshalle dokumentiert das System den Verlauf der Rohrleitungen. Eine Optris-Wärmebildkamera mit einer Bewegungsfreiheit von 360 Grad schießt Fotos oder filmt den Flug.

Enge Leitungssysteme sind für die Flieger laut Piloten kein Problem, denn die Auflösung der Kamera kann aus bis zu acht m Entfernung scharfe Bilder in Full-HD-Qualität liefern. Auf Gerüste, Leitern und Rüstzeiten kann der Kunde zukünftig verzichten, versprechen die Flieger. Schwierig zu erreichende Rohrverläufe sind für den Kopter kein Problem. Rund 50 bis 80 % Ersparnis gegenüber konventionellen Instandhaltungs- oder Wartungsvarianten versichern die Norddeutschen ihren Kunden. Rund 3000 Euro am Tag kostet das Team samt Kopter. Vor allem Energiemanager, Bauingenieure oder Facility-Beauftragte nutzen die Dienstleistung von Skyunited, denn nach dem Flug reichern Stadermann und seine Mannschaften die Fotos oder Filme bei Bedarf an und liefern dem Kunden 3D-echt Fotomodelle von seinen Rohrleitungen oder der Bausubstanz. Zum Einsatz für das Modelling kommt die Software AGI Soft Foto Scan. Im nächsten Schritt der Verarbeitung setzen die Flieger auf eine Freeware. Cload Compare bietet die Möglichkeit, vorhandene Modelle (sogenannte Punktwolken) quasi übereinander zu legen (Referenzmodell und aktuelle Datei) und dann zu matchen. Durch ein Farbsystem sind dann Unterschiede in den Modellen zu erkennen. Der Vorteil dieses Zusammenspiels: Kleinste Beulen, Risse, Rostschäden und Leckagen können besser erkannt werden. Das Modell kostet nochmal 125 Euro pro Stunde extra. Die generierten Daten des Fluges sind Eigentum des Kunden. Skyunited bevorratet auf Wunsch die Informationen, um in weiteren Flügen direkt auf Vergleichsdaten zugreifen zu können.

Ergänzendes zum Thema
Wärmebildkamera
Leichtgewicht für die Fabrikinspektion

Kopter und Kameras? Ja, warum nicht. Schon früh erkannte die Optris GmbH als Hersteller von berührungslosen Temperaturmessgeräten das Potenzial von Koptern im zivilen Bereich und entwickelte eine entsprechende Wärmebildkamera. Der Vorteil der Kamera liegt auf der Hand: Sie ist extrem leicht und klein. Laut Hersteller ist sie die kleinste messende Wärmebildkamera ihrer Klasse. Mit einer Messgeschwindigkeit von 80 Hz und einer optischen Auflösung von 382 x 288 Pixel liefert sie Echtzeit-Wärmebilder in Höchstgeschwindigkeit. Die Infrarotkamera eignet sich mit einer thermischen Empfindlichkeit von 40 mK speziell zur Detektion minimaler Temperaturunterschiede, was vor allem in der Qualitätskontrolle von Produkten und in der medizinischen Vorsorge unverzichtbar ist, heißt es in einer Produktbeschreibung. Minimale Temperaturunterschiede aufzuspüren gehört zur Aufgabe von Skyunited und deshalb vertrauen die Flieger auf die Lösung aus Berlin und nutzen sie als mobile Anwendung. Die kompakte Infrarotkamera verfügt über einen Temperaturmessbereich von -20°C bis 900°C. „Die Inspektion von Solarfeldern stand im Fokus bei der Entwicklung der Kamera“, erklärt Torsten Czech, Produkt Marketing Manager von Optris, „wenngleich uns die heutigen Einsatzgebiete in der Industrie, Landwirtschaft und Raumvermessung nicht weniger faszinieren.“

Doch nicht nur innerhalb der Fabrikhalle fliegen die Kopter. Auch unterm freien Himmel lohnt sich der Einsatz, so die Anbieter, denn viele Unternehmen nutzen ihr Hallendach als Kraftwerk und installierten in der Vergangenheit Photovoltaik-Anlagen. Die Wartung der riesigen Anlage können die Norddeutschen übernehmen. Das Geschäft mit den Fluggeräten ist begehrt und seit Monaten sprießen die Unternehmen wie Pilze aus dem Boden. Doch Stadermann warnt: Viele Wettbewerber am Markt entpuppen sich als schwarze Schafe, denn sie erfüllen nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den kommerziellen Einsatz von Drohnen oder Koptern im deutschen und internationalen Luftraum. Nicht jeder darf mit seinen Fluggeräten durch den Himmel kreuzen. Skyunited muss und hält sich an das strenge Luftfahrtgesetz und muss sich für den Einsatz der großen Kopter mit über fünf kg Eigengewicht Einzelgenehmigungen der Behörden einholen. „Wir waren und sind Lufthanseaten und deshalb setzen wir bei der Sicherheit auf die höchsten Standards“, so Stadermann. Immerhin können die Fluggeräte in bis zu 5000 m Höhe operieren und bis zu 60 km/h schnell fliegen. Neugierige Blicke sind da vorprogrammiert.

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