Suchen

Flugkörper

TÜV SÜD führt erstes Prüfprogramm für Drohnen ein

| Redakteur: Franz Graser

Mit dem vermehrten Einsatz von Drohnen im Freizeitumfeld steigen die Anforderungen an einen sicheren Betrieb. Der TÜV SÜD hat nun erstmals ein Prüfprogramm für Freizeit-Drohnen entwickelt, das für mehr Sicherheit in diesem boomenden Bereich sorgt.

Firma zum Thema

Ein Multikopter mit sechs Rotoren. Unbemannte Flugkörper wie dieser werden im Freizeitbereich immer beliebter.
Ein Multikopter mit sechs Rotoren. Unbemannte Flugkörper wie dieser werden im Freizeitbereich immer beliebter.
( Bild: Wikimedia Commons/Public Domain )

In vielen Ländern der Europäischen Union fallen Luftfahrzeuge unabhängig von ihrem Gewicht und ihrer Nutzung unter das Luftfahrtrecht, in Deutschland ist die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) anzuwenden. Nach der derzeitigen Auslegung der LuftVO werden elektrisch angetriebene (Multikopter-) Drohnen mit einem Gesamtgewicht von weniger als 5 Kilogramm wie Modellflugzeuge eingestuft, wenn sie ausschließlich für Sport- oder Freizeitaktivitäten genutzt werden.

Damit gibt es für solche Drohnen zurzeit keine spezifischen technischen Anforderungen und es ist auch keine Aufstiegsgenehmigung der zuständigen Behörden in den Bundesländern erforderlich. Allerdings gelten auch für diese Geräte strenge Nutzungsregeln wie eine maximale Flughöhe von 100 Metern, ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern zu Flughäfen, der Betrieb in Sichtweite der steuernden Person oder der Abschluss einer Haftpflichtversicherung.

Von den Regelungen der LuftVO sind nur (Kinder-)Spielzeuge – ganz kleine und einfache Helikopter beziehungsweise Multikopter-Drohnen ohne Kamera – ausgenommen. Sie fallen unter die europäische Spielzeugrichtlinie 2009/48/EC.

Der TÜV SÜD hat nun ein erstes Prüfprogramm für Drohnen entwickelt, in dem alle Aspekte der elektrischen und mechanischen Sicherheit sowie regulatorische Anforderungen der spezifischen Zielmärkte geprüft werden. Dabei werden die Anforderungen von rund 20 Normen und Regularien zusammengefasst. Geprüft werden können Drohnen, die sowohl als Spielzeug als auch als Hobbyflieger gelten und weniger als 5 Kilogramm wiegen.

Der TÜV SÜD prüft die Drohnen unter anderem hinsichtlich mechanischer und elektrischer Sicherheit samt Batteriesicherheit, elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), Funkstörungen und gefährliche Substanzen. Hinsichtlich der mechanischen Verletzungsgefahren fordern die Prüfer konstruktive Maßnahmen, insbesondere zum Schutz gegen Augenverletzungen durch den Rotor und oder den Aufprall mit hoher Energie auf Personen.

Der Hersteller muss angemessene Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit zur Schwere der Verletzung vorsehen. Hier reicht die Palette von einfachen mechanischen Lösungen wie z.B. einem stabilen Schutzring am Rotor, bis hin zu Hightech-Lösungen als elektronischen Kollisionsschutz.

Natürlich sind auch die ungünstigsten Bedingungen wie schwacher Akku und Unterbrechung der Funkverbindung zu berücksichtigen. Auch die Bedienungsanleitung ist Bestandteil der Prüfung, da hier wichtige Hinweise zur richtigen Benutzung der Flugkörper gegeben werden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43989350)