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Weidmüller Übernahme abgeblasen! R. Stahl bleibt eigenständig.

| Redakteur: Robert Weber

Gekämpft aber verloren. Der Elektrotechnikspezialist Weidmüller gibt das Ringen um die R. Stahl AG auf. Die Mindestannahmequote von mehr als 50 Prozent der Aktien wurde nicht erreicht.

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Die Automatisierung produktiver und einfacher gestalten, bei mehr Leistung - das verspricht Weidmüller mit seiner neu entwickelten elektronischen Interfacetechnik.
Die Automatisierung produktiver und einfacher gestalten, bei mehr Leistung - das verspricht Weidmüller mit seiner neu entwickelten elektronischen Interfacetechnik.
(Weidmüller)

Die Frist, bis zu der die Aktionäre der R. Stahl AG ihre Wertpapiere für 50 Euro in bar pro Aktie andienen konnten, endete am vergangenen Dienstag um 24.00 Uhr. Nach Ende der Auszählung heute steht fest, dass Weidmüller zum Ende der Angebotsfrist knapp 20 Prozent der Stimmrechte der R. STAHL AG und damit weniger als 50 Prozent angedient wurden. Weidmüller wird die geplante Übernahme der R. Stahl AG nicht weiter verfolgen.

„Wir sind enttäuscht, dass wir die Mindestannahmeschwelle für den Zusammenschluss nicht erreicht haben. Das ist eine verpasste Chance für beide Unternehmen. Leider haben wir es aber nicht geschafft, unsere guten Argumente den Aktionären gut genug zu vermitteln. Wir bedanken uns dennoch bei allen, die ihre Aktien in das Angebot eingeliefert haben", sagte Dr. Peter Köhler, Vorstandsvorsitzender von Weidmüller.

Mit dem feindlichen Übernahmeversuch war Weidmüller von Anfang an auf die deutliche Ablehnung der Aktionärsmehrheit bei R. Stahl gestoßen, heißt es in einer Pressemitteilung von Stahl. Die Aktionäre der Gründerfamilien, die über mehr als 50 Prozent der Stimmrechte verfügen, hatten Weidmüller bereits vor der Abgabe des öffentlichen Angebots klar signalisiert, dass sie sich als langfristig orientierte Großaktionäre sehen und damit einen Verkauf ausschließen, schreibt das Unternehmen. Auch die Belegschaftsvertretungen hatten sich früh gegen den Übernahmeversuch gestellt. Schließlich lehnten auch Vorstand und Aufsichtsrat der R. Stahl AG das Übernahmeangebot einhellig ab und verwiesen auf die fürR. Stahl nicht erkennbaren Vorteile sowie die dadurch entstehenden Beeinträchtigungen des Wachstumskurses.

"Der Erhalt unserer Eigenständigkeit ist ein überwältigender Vertrauensbeweis in die Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat. Wir danken allen Aktionären, die sich dafür entschieden haben, weiterhin Aktionär bei R. Stahl zu bleiben", erklärt Martin Schomaker, Vorstandsvorsitzender der R. Stahl AG.

Das Übernahmeangebot sorgte im Frühjahr für Diskussionen in der Branche. Hintergründe lesen Sie hier.

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