Internet of Things

Umfrage: Unternehmen fällt der Einstieg ins IoT schwer

| Redakteur: Katharina Juschkat

Viele Unternehmen bewerten das IoT als Chance zur Kostensenkung, sehen aber die Sicherheit als große Herausforderung.
Viele Unternehmen bewerten das IoT als Chance zur Kostensenkung, sehen aber die Sicherheit als große Herausforderung. (Bild: © bakhtiarzein - Fotolia)

Über 2500 Entscheidungsträger hat Schneider Electric für den „IoT 2020 Business Report“ befragt. Die meisten Unternehmen bewerten das Internet der Dinge und seine Möglichkeiten positiv, der Einstieg fällt jedoch noch schwer.

Schneider Electric hat in seinem „IoT 2020 Business Report“ Erkenntnisse und Prognosen zum sogenannten Internet der Dinge, kurz IoT, veröffentlicht. Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter mehr als 2500 Entscheidungsträgern aus zwölf Ländern. Die Studie zeigt, wie große Unternehmen bis zum Jahr 2020 Technologien des IoT als effektive Werkzeuge nutzen möchten und wo die größten Chancen für die Wertschöpfung liegen. „Es geht schon lange nicht mehr um die Frage, ob das IoT einen Mehrwert schafft. Unternehmen sollten jetzt die Weichen stellen, um die Möglichkeiten des IoT voll ausschöpfen zu können“, sagt Jürgen Siefert, Vice President Industrie bei Schneider Electric

Kostensenkung als wichtiger Faktor

Laut der Studie sehen die meisten Unternehmen einen Mehrwert in IoT-Technologien: Rund 75 Prozent der Befragten beurteilen die Möglichkeiten des IoT positiv. Erkenntnisse, die aus IoT-basierten Daten gewonnen werden, lassen sich wirkungsvoll in der gesamten Organisation teilen, davon sind 81 Prozent überzeugt. Ganz ohne Bedenken sind die Befragten allerdings nicht: 41 Prozent befürchten, dass Cyber-Sicherheit eine schwierige Aufgabe sein wird.

Ein großer Treiber für IoT-Projekte sind Kostensenkungen. Dazu gehören vor allem Automatisierungslösungen. Fast die Hälfte (42 %) der Teilnehmer möchte in den nächsten zwei Jahren eine IoT-fähige Lösung für Gebäudeautomation einführen. Von Gebäudeautomationslösungen versprechen sich 63 Prozent der Entscheider Einsparpotenziale.

Etwa zwei Drittel der Unternehmen planen, innerhalb des nächsten Jahres eine mobile Anwendung einzuführen. Und etwa ein Drittel der Befragten will diesen Schritt sogar bereits in den nächsten sechs Monaten einleiten. Als Hauptgrund werden mögliche Kosteneinsparungen von bis zu 59 Prozent angegeben. Außerdem planen 63 Prozent der befragten Unternehmen noch im Jahr 2016 das Verhalten ihrer Kunden mittels IoT-Technologien zu analysieren. Geschäftsvorteile sehen sie bei einer schnellen Problemlösung, einem verbesserten Kundenservice und einer höheren Kundenzufriedenheit.

Firmen fällt der Einstieg schwer

Ebenso kam die Umfrage zu dem Ergebnis, dass es Firmen schwerfällt, einen Einstieg in das IoT zu finden und die tatsächliche Wertschöpfung nachzuweisen. Außerdem kann es sich kaum ein Unternehmen leisten, die bestehende OT- und IT Infrastruktur abzuschaffen und zu ersetzen. Das IoT wird demnach eher bestehende Investitionen ergänzen und Geschäftsprozesse im Laufe der Zeit verändern.

Vice President Siefert sagt: „Eine Einführung gelingt am besten Schritt für Schritt. Unternehmen können die Vorteile zunächst anhand von Pilotprojekten mit schnellem ROI nachweisen, bevor sie dann den Anwendungsbereich ausweiten.” Eine IoT-Lösung sollte sich dadurch bewähren, dass sie die Energieeffizienz maximiert und Anlagen leistungsfähiger und verlässlicher macht. In den letzten Jahren hat sich zudem das Aufwands- und Ertragsverhältnis bei der Konnektivität verändert. „Inzwischen können Anlagen mit Hilfe von Chip-Systemen (System-on-Chip, SoC) in ein Netzwerk eingebunden werden. Sensoren sind erschwinglich geworden. Schon bald werden Betriebe ihre gesamten Anlagen genau überwachen können anstatt nur einen Bruchteil davon”, erklärt Siefert.

Resümee des IoT Business Reports

  • Unternehmen planen kein großes zusätzliches Budget für das IoT ein. Stattdessen starten sie IoT-Initiativen, um einen größeren Nutzen aus ihren bestehenden Investitionen und Prozessen in den Bereichen OT und IT zu ziehen.
  • Anwender von IoT-Lösungen sind der Meinung, dass sich Anlagen- und Energiemanagement gut als Testgrundlage für IoT-Initiativen eignen. Dort sollen sich schnell verwertbare Ergebnisse zeigen.
  • Das IoT schließt die Lücke zwischen OT und IT. Unternehmen erhalten Zugang zu einem umfangreichen neuen Daten-Pool, der im Laufe der Zeit immer bessere Einblicke in den Betrieb ermöglicht und so zur Optimierung beiträgt. Hier wird auch Wert auf die Zusammenarbeit mit Partnern gelegt, die sich in beiden Bereichen auskennen.

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