Studie Unternehmensschließungen treffen Volkswirtschaft ins Herz

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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In der Konjunkturflaute des vergangenen Jahres haben einer Studie zufolge besonders viele Industrieunternehmen aufgegeben. Das hat Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft.

Im verarbeitenden Gewerbe machten 11.000 Unternehmen dicht.(Bild:  VectorMine - stock.adobe.com)
Im verarbeitenden Gewerbe machten 11.000 Unternehmen dicht.
(Bild: VectorMine - stock.adobe.com)

Allein im Baugewerbe stieg die Zahl der Betriebe, die angesichts der Probleme das Handtuch geworfen haben, um 2,4 Prozent auf 20 000. Im verarbeitenden Gewerbe machten 11.000 Unternehmen dicht, wie aus einer jüngst veröffentlichten Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervorgeht. Das ist ein Anstieg um 8,7 Prozent und der höchste Stand seit dem Jahr 2004. Die industrielle Basis schmilzt offensichtlich dahin, hieß es. Die Schließungen in der Industrie aber treffen den Kern unserer Volkswirtschaft, sagen die Experten. Hohe Energie- und Investitionskosten, unterbrochene Lieferketten, Personalmangel und politische Unsicherheit seien für die Wirtschaft pures Gift.

Vor allem die Forschung in Deutschland ist betroffen

Sorgen bereite den Spezialisten, dass es vor allem forschungsintensive Unternehmen betrifft, die etwa aus der Chemie- und Pharmaindustrie oder dem Maschinenbau stammen. Der Effekt sei dort auch besonders dramatisch, weil den Schließungen stagnierende Gründungen gegenüberstünden. Wenn der Bestand nicht nachwächst, steigt die Zahl der Schließungen überproportional, merken die Experten an. Das Schrumpfen forschungsintensiver Branchen sei keine gute Voraussetzung für notwendige Innovationen, die die Grundlage zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und für Wachstum seien müssten.

Über 175.000 Unternehmen gibt es nicht mehr

Insgesamt schlossen den Daten zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland rund 176.000 Unternehmen und damit 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor ihre Tore für immer zu. Rund 11 Prozent waren Folge eines Insolvenzantrags. Im Handel sank die Zahl der Schließungen leicht (0,8 Prozent = rund 37.000 Player). Bei den konsumnahen Dienstleistern, zu denen unter anderem das Gastgewerbe, das Grundstücks- und Wohnungswesen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Friseure oder Reinigungen zählen, gaben gut 51.000 Unternehmen auf und damit 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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