Verbindungstechnik USA sind ein wichtiger Zukunftsmarkt

Redakteur: Katharina Juschkat

Für Harting sind die USA ein wichtiger Zukunftsmarkt. Vor allem die Digitalisierung sieht der Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Brode im Fokus. Als Mitglied im Industrial Internet Condorticum (IIC) will Harting seine Marktstellung in Nord- und Mittelamerika weiter ausbauen.

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Dr. Frank Brode, Vorstand Neue Technologien, HARTING Technologiegruppe.
Dr. Frank Brode, Vorstand Neue Technologien, HARTING Technologiegruppe.
(Harting/Pescht)

Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Digitalisierung. Sie bietet nach Ansicht von Dr. Frank Brode, Vorstand Neue Technologien, viel Wachstumspotenzial. „Die IT- und Software-getriebene, dynamische US-Wirtschaft bietet große Chancen für Harting als Anbieter für den Maschinen- und Anlagenbau und als Experte für Integrated Industry. Das Unternehmen kann diese beiden Welten – Cyberwelt und reale Produktion – gut zusammenbringen“, sagte Brode während einer Pressereise in den USA.

„USA und Europa sind kein Widerspruch“

Brode betonte in diesem Zusammenhang, dass die unterschiedlichen Betrachtungsweisen aus US-Sicht und der europäisch-deutschen Sicht keinen Widerspruch darstellen. „Die kontinentale Betrachtungsweise und ihre Herleitung ist berechtigt. Den Digitalisierungsprozess können wir nur gemeinsam mit unseren US-Partnern gestalten“, fasste Brode zusammen. „Die Digitalisierung wird die Welt von heute auf den Kopf stellen. Prozesse, Geschäftsmodelle und ganze Branchen werden sich ändern – oder untergehen“, sagte Brode.

Harting ist Mitglied im Industrial Internet Consortium

Harting sei seit Jahren in vielen nationalen und internationalen Gremien, Verbänden und Organisationen vertreten, führte Brode weiter aus und nannte Mitgliedschaften in Wirtschaftsverbänden wie ZVEI, VDMA und BDI und in Technologieverbänden wie Zukunftsallianz Maschinenbau und Plattform Industrie 4.0. Die Technologiegruppe will so einerseits technologische Entwicklungen als Wegbereiter vorantreiben, anderseits will das Unternehmen auch von den Erfahrungen anderer Firmen aus der Branche profitieren.

Seit wenigen Monaten ist Harting auch Mitglied im Industrial Internet Consortium (IIC), erläuterte Brode. Dadurch hat das Unternehmen engen Kontakt zu den High-Tech-Unternehmen der USA. „Die durch das Internet of Things ausgelösten Entwicklungen werden auch in den nächsten Jahren das Thema bleiben. Harting wird sich aktiv bei der Entwicklung neuer Technologien beteiligen und diese zur Marktreife führen. Mit unserer Mitgliedschaft im IIC und beim MIT sind wir am Puls der Zeit“, sagte Brode. Die Vereinigung IIC mit Sitz im US-Bundesstaat Massachusetts hat das Ziel, Internet-Technologien für den industriellen Einsatz weiter zu entwickeln. Die US-Firmen AT&T, Cisco, General Electric, IBM und Intel gründeten die Vereinigung im März 2014. Derzeit gehören weltweit über 200 Unternehmen der Organisation an.

Plug-and-Play-Industrietechnik ist gefragt

Harting schaut in den USA nach Unternehmen, um die Herausforderungen zu bewältigen und gemeinsam Kundenlösungen zu entwickeln. „Wir führen derzeit Gespräche mit Spezialisten und Top-Partnern“, sagte Brode. Die Reindustrialisierung der US-Wirtschaft kann nicht nur mit neuen Technologien große Potenziale bieten, sondern stellt auch heute schon den wichtigsten Treiber für das Geschäft dar, erläuterte das Vorstandsmitglied. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, setzt sich bei immer mehr US-Unternehmen die Erkenntnis durch, dass sie ihre Produktivität durch Plug-and-Play-Industrietechnik verbessern und Kosten einsparen können. Solche Produkte lassen sich vergleichsweise einfach installieren. Neben der gesteigerten Effizienz und der gesparten Kosten wird bei diesen Produkten auch der Bedarf an zusätzlichen Komponenten deutlich reduziert – oder entfällt komplett. Die Han-Modular-Systeme von Harting können Strom-, Signal- und Datenverbindungen in einem einzigen Verbindungsstecker-System kombinieren, was die Montage vereinfachen und rationalisieren soll.

Marktposition in Nord- und Mittelamerika ausbauen

In Kürze will das Unternehmen im mexikanischen Silao mit einer Produktion beginnen. Dort sollen dann umspritzte Kabel und Kabelbäume gefertigt werden. „Überall, wo unsere Kunden sind, sind auch wir“, sagte Brode und verwies auf die großen Produktionswerke des VW-Konzerns und vieler Zulieferer, die in Mexiko fertigen lassen. Das Werk in Mexiko sei der richtige Schritt, um die Marktposition in Nord- und Mittelamerika auszubauen. „Für gesamt Mittel- und Nordamerika haben wir Zielmärkte wie die Automatisierungstechnik, Energie und Verkehrstechnik im Fokus“, so Brode abschließend.

Hannover Messe: Halle P11, Stand D06

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