Redox-Flow-Batterie

Vakuum-Spezialist bietet künftig Energiespeichersysteme an

| Redakteur: Katharina Juschkat

Stacks sind das Herzstück eines Redox-Flow-Batteriesystems.
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Stacks sind das Herzstück eines Redox-Flow-Batteriesystems. (Bild: Schmalz)

Der Vakuum-Spezialist Schmalz baut ein weiteres Geschäftsfeld auf: Das Unternehmen plant, künftig auch Lösungen für Energiespeichersysteme anzubieten. Die Entwicklung dieser Lösungen erfolgt in enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie.

Neue Geschäftsfelder bei der J. Schmalz GmbH: Neben Vacuum-Lösungen will das Unternehmen künftig auch Energiespeichersysteme anbieten. Erstes Produkt sind sogenannte Stacks für Redox-Flow-Batterie-Systeme. Diese Technik ist für stationäre elektrische Energiespeichersysteme gut geeignet, da sie Energieangebot und -nachfrage ausgleicht. Die Stacks sind deren Herzstück: Ihre Qualität bestimmt die Leistung und Effizienz des gesamten Systems. Als Wandlereinheit speichern sie elektrische Energie ein oder setzen sie bei Bedarf frei. Schmalz will die Stacks in Deutschland entwickeln und fertigen, der Produktionsstart ist für 2017 geplant.

Redox-Flow-Batterien können Schwankungen im Energiesystem ausgleichen

„Wir haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel Erfahrung mit Fertigungssystemen und Kunststoff- und Handhabungstechniken gesammelt“, sagt Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter. „Bei der Produktion der Stacks ergeben sich viele Synergien zur Vakuumtechnik und zu unserem Produktionswissen. Insofern ist der Einstieg in den Markt der Energiespeichersysteme für uns eine naheliegende Erweiterung unseres Sortiments.“

Vor dem Hintergrund der Energiewende und dem damit einhergehenden, zunehmenden Ungleichgewicht von Energieangebot und -nachfrage gewinnt das Thema Speicherung immer mehr an Bedeutung. Gefragt sind leistungsfähige Lösungen, die diese Schwankungen glätten. „Redox-Flow-Batterien sind dafür gut geeignet und erreichen einen hohen Wirkungsgrad“, erklärt Wolfgang Schmalz, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter. Außerdem seien die Batterien im Vergleich zu Bleiakkus langlebiger. Beim Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal wird derzeit eine Großbatterie zur Energiespeicherung einer Zwei-Megawatt-Windkraftanlage aufgebaut.

Elektrische Energie je nach Bedarf abrufen

Redox-Flow-Batteriesysteme speichern elektrische Energie in flüssigen Speichermedien, die in Tanks gelagert werden. Je nach Bedarf kann die in den Tanks gespeicherte Energie nun in der Wandlereinheit – dem Stack – in elektrische Energie umgesetzt werden. Die Anzahl der Stacks bestimmt die Leistung, die Größe der Tanks bestimmt die Kapazität des Batteriesystems. Damit können Leistung und Kapazität unabhängig voneinander skaliert und die Batteriesysteme auf die Applikation angepasst werden. So lassen sich Redox-Flow-Batterie-Systeme beispielsweise mit einer Windkraftanlage oder mit Photovoltaik-Kollektoren koppeln.

Schmalz baut bei der Entwicklung der Produkte auf seinen Entwicklungsprozess. Das Unternehmen investiert jährlich rund 8,5 % vom Umsatz in Forschung und Entwicklung und hält rund 450 angemeldete und erteilte Schutzrechte. (kj)

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