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Robotik + Automation

VDMA meldet: Hohe Erwartungen noch übertroffen

| Redakteur: Karin Pfeiffer

Auf der Erfolgsspur: Nach zweistelligen Wachstumsraten in Folge haben Robotik und Automation in Deutschland 2017 das Rekord-Umsatzvolumen von 14,5 Mrd. Euro erzielt – ein Plus von 13 %. Für 2018 prognostiziert VDMA Robotik + Automation ein Branchenwachstum von 9 %.

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Die Robotik und Automation ist auf der Erfolgsspur, meldet der VDMA.
Die Robotik und Automation ist auf der Erfolgsspur, meldet der VDMA.
(Bild: Robert Bosch Manufacturing Solutions)

„Fast zwei Mrd. Euro mehr als im Vorjahr, das ist enorm“, berichtete Dr. Norbert Stein, Vorstandsvorsitzender von VDMA Robotik + Automation auf der Frühjahrspressekonferenz im Vorfeld der Automatica. „2017 war für unsere Industrie ein sehr starkes Jahr.“ Im Jahresverlauf hatte der Verband seine Prognose bereits deutlich erhöht. „Dass unsere Erwartungen nun erneut übertroffen wurden, zeugt von der außerordentlichen Marktdynamik in der Automatisierung.“ Zwischen 2010 und 2017 wuchs die Branche im Durchschnitt um 10 % jährlich und verdoppelte in diesem Zeitraum nahezu ihren Umsatz.

Besonders starke Impulse aus Asien

Hauptwachstumstreiber im Jahr 2017 war der Export – insbesondere nach Asien. Der Exportumsatz nach China wuchs um rund 60 Prozent gegenüber 2016. Ein markantes Ergebnis, das Dr. Norbert Stein noch nicht abschließend interpretieren mochte. Vor allem die Automatisierung der Elektronikindustrie in China sei hier ein Treiber, analysierte Dr. Gudrun Litzenberger, Statistikerin des Fachverbands und Generalsekretärin des Weltroboterverbands IFR. Zudem befördere die chinesische Regierung die Robotik.

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China baute damit seine Stellung als wichtigster Markt für die Robotik und Automation deutlich aus. Die Exporte in alle anderen asiatischen Länder wuchsen mit rund 20 % ebenfalls überdurchschnittlich. Zudem setzte sich das dynamische Wachstum in Nordamerika fort. Exporte in die anderen europäischen Länder erhöhten sich nur moderat - machten aber immer noch den größten Anteil innerhalb der Regionen aus. Die Exportquote stieg von 57 % (2016) auf 60 % (2017), und „näherte sich damit der des Maschinenbaus“, so Dr. Stein, der bei dieser Gelegenheit bekanntgab, im Herbst nicht erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen, aus Altersgründen.

Prognose: Branche bleibt auf Wachstumskurs

Die Aussichten bleiben dem VMDA Robotik + Automation zufolge positiv. Der weltweite Trend zur Automatisierung und die Digitalisierung der Fertigung sorgen für anhaltende Wachstumsimpulse. Autohersteller und Zulieferer investieren verstärkt in Elektro- und Hybridantriebe. Die erforderlichen Komponenten, vor allem Batterien, erfordern neue Fertigungsanlagen. Die Automatisierung der Elektronikindustrie wird 2018 weitere Wachstumsdynamik generieren. Denn: Die ungewöhnlich starke Nachfrage nach Technologien der Robotik und Automation im Jahr 2017 verlängerte die Lieferzeiten für Systeme und wird den Umsatz noch weit bis in das Jahr 2018 positiv beeinflussen. Trotz protektionistischer Tendenzen und makroökonomischer Risiken rechnet VDMA Robotik + Automation für 2018 mit einem Branchenwachstum von 9 % auf 15,8 Mrd. Euro.

Standard für Industrie-4.0-Kommunikation entwickelt

Etliche Wachstumsfelder will VDMA Robotik + Automation auf der kommenden Automatica Mitte Juni in München zeigen. Gemeinsam mit den Mitgliedsfirmen will der Fachverband die Voraussetzung für eine interoperable Kommunikation in der Smart Factory schaffen: Die Fachabteilungen Industrielle Bildverarbeitung, Integrated Assembly Solutions und Robotik haben auf Basis des Kommunikationsstandards OPC UA erstmals herstellerübergreifende Informationsmodelle entwickelt. Damit sprechen die Maschinen künftig die gleiche Sprache und können direkt miteinander – und mit den Werkern – kommunizieren.

Anhand eines OPC UA Demonstrators zeigen der Verband und die Industriepartner auf der Automatica 2018 in München zwei Anwendungsfälle: Zum einen die fähigkeitenbasierte Steuerung einer Montagezelle mit Komponenten und Systemen von mehr als 20 Herstellern. Zum anderen die Cloud-basierte Zustandsüberwachung von Robotern verschiedener Hersteller und Bauart.

Weltweiter Trendindex der Automatica vorgestellt

Die Messe München präsentierte auf der gemeinsamen Pressekonferenz Ergebnisse des „Automatica Trendindex 2018“, der erstmals weltweit in sieben Ländern und bei 7.000 Arbeitnehmern zu Fragen auch rund um die Veränderung der Arbeitswelt erhoben wurde. So glauben aktuell weltweit im Schnitt 68 % der Befragten, dass Roboter den Menschen die Chance geben, qualifizierte Arbeit zu erlernen. Deutschland liegt mit 65 % leicht darunter, für die Studienautoren dennoch „überraschend positiv“. 86 Prozent sind es in China. „In China stellen wir geradezu einen Enthusiasmus fest“, so Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München.

Mensch und Maschine in der Fabrik der Zukunft

Die intelligente Kombination komplementärer Stärken von Mensch und Maschine sind ebenfalls ein wichtiges Zukunftsthema der Automatisierung. Statt einen manuellen Vorgang durch Maschinen eins zu eins abzubilden, werden Prozesse von Grund auf neu gedacht, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Bei den so genannten „Fusion Skills“ verstärken die eingesetzten Technologien die Fähigkeiten der Menschen, während die Menschen die Technologien warten, überprüfen und weiterentwickeln. Auf der Automatica-Sonderschau „Der Mensch in der Smart Factory“ werden diese neuen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine in der digital vernetzen Fabrik erfahrbar: Gestensteuerung, Wartung mittels Augmented Reality, mobile Lernsysteme, digitale Montageassistenzsysteme, Mensch-Roboter-Kollaboration, Technologievermittlung mittels Gamification, das besonders ergonomische Exoskelett „Chairless Chair“ und der intelligente Handschuh – all dies können Fachbesucher selbst ausprobieren, um Einblicke in die Zukunft der Arbeit zu erhalten.

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Karin Pfeiffer

Karin Pfeiffer

Journalistin