Neue ifaa-Studie

Vergütungspraxis in der Metall- und Elektroindustrie

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Unternehmen setzen zunehmend auf freiwillige Zusatzleistungen, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das zeigt eine aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des ifaa.
Unternehmen setzen zunehmend auf freiwillige Zusatzleistungen, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das zeigt eine aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des ifaa. (Bild: Edgars Sermulis www.stoatphoto.com)

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Geld allein ist nicht alles: Immer mehr Unternehmen bieten freiwillige Zusatzleistungen an, um ihren Mitarbeitern zum monatlichen Gehalt zusätzliche Anreize zu geben.

Immer mehr Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie verfolgen eine moderne Vergütungspraxis. Sie beruht darauf, dass Mitarbeiter inzwischen mehr von ihren Arbeitgebern erwarten als die monatliche Gehaltszahlung. Die freiwilligen Zusatzleistungen, sogenannte Fringe Benefits, schaffen für neue und altgediente Mitarbeiter besondere Anreize, sich im Job zu engagieren. Das zeigt auch die aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e.V., kurz: ifaa.

Mitarbeitern Anreize geben

Im Rahmen der Studie wurden 360 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zu deren bestehenden Vergütungs- und Anreizstrukturen befragt. Der Fokus lag dabei auf den freiwilligen, nicht monetären Zusatzleistungen in insgesamt zehn Bereichen. Dazu zählen unter anderem Weiterbildungen, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Gesundheit.

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Vor allem in tarifgebundenen Unternehmen sind die Anreiz- und Vergütungsstrukturen durch die entsprechenden Regelungen der Flächentarifverträge geprägt. Auch in nicht tarifgebundenen Betrieben finden sich entweder an entsprechende Tarifverträge angelehnte Regelungen oder aber andere, unternehmensspezifische Vergütungsstrukturen. Nach wie vor spielen die dort fokussierten Entgeltbestandteile, das Grund- und Leistungsentgelt, eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung von Entgelt und Vergütung.

Die Studie zeigt, dass zunehmend freiwillige Vergütungskomponenten in den Vordergrund rücken, um Mitarbeiter anzuwerben, zu halten oder zu motivieren. Insbesondere Angebote zur Weiterbildung sowie Sozialleistungen, beispielsweise in Form von Verpflegung, Getränken oder kostenlosen Snacks, sind gängige Praxis. Auch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung werden besonders häufig angeboten und adressieren den gesellschaftlichen Trend eines zunehmenden Gesundheitsbewusstseins. Eine weitere beliebte Zusatzleistung ist die betriebliche Altersvorsoge: Sie rangiert weiterhin auf Platz 1.

Flexible Arbeitszeitgestaltung

Zwar liegt den Deutschen eine gute Altersvorsorge nach wie vor am Herzen, doch mit dem digitalen Wandel geht auch eine Veränderung in der Gestaltung von Arbeitszeit und -ort einher. Aus einer älteren Untersuchung der ifaa aus dem Jahre 2016 geht hervor, dass wachsende Möglichkeiten des flexiblen Arbeitens, zum Beispiel von zu Hause aus, als einer der wesentlichen organisatorischen Aspekte von Industrie 4.0 gesehen werden. Für Arbeitgeber ist das Potenzial, über die freie Arbeitszeitgestaltung die eigene Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen und Fachkräfte langfristig zu binden, daher als sehr hoch einzuschätzen.

Dass Unternehmen auf diesen Trend reagieren, zeigt die vorliegende Studie. Immerhin 51 % der befragten Betriebe ermöglichen all ihren Beschäftigten ein Gleitzeitkonto für freie Stunden beziehungsweise Tage, über 80 % zumindest einem Teil der Belegschaft. Teilzeit ist in 49 % der Unternehmen für alle Mitarbeiter möglich. 6 % bieten Vertrauensarbeitszeit für alle Arbeitnehmer an, knapp über 60 % der Befragten immerhin für einen Teil ihrer Mitarbeiter. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei der Möglichkeit des mobilen Arbeitens wie Homeoffice: 5 % bieten dies ihrer ganzen Belegschaft an, rund 55 % der befragten Unternehmen bieten diese Möglichkeit immerhin einem Teil der Angestellten an. Allerdings gilt es zu beachten, dass Schätzungen zufolge lediglich 15 % aller Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie für mobile Arbeit geeignet sind.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Maschinenmarkt.de.

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* Weiter Informationen: Ifaa-Studie „Anreiz- und Vergütungssysteme in der Metall- und Elektroindustrie – Verbreitung von nicht monetären und monetären Zusatzleistungen“, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in 40474 Düsseldorf, Tel (02 11) 54 22 63-0, info@ifaa-mail.de, www.arbeitswissenschaft.net

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