Mechatronik Verpackungsmaschinen sind rasch anpassbar dank mechatronischer Lösungen

Autor / Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

Höchste Flexibilität, das Muss jeglicher Verpackungsmaschine. Eine Eigenschaft, wie für die Zukunft der Mechatronik geschaffen. Über künftige Anforderungen, wie intuitive Bedienbarkeit und kurze Umrüstzeiten, berichtet Manfred Bonetsmüller, Inhaber Somic Verpackungsmaschinen in Amerang.

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Manfred Bonetsmüller, Inhaber der Somic Verpackungsmaschinen aus Amerang, entschied sich für das bewegliche und drehbare Touchpanel CS 5700 von Lenze. Darüber lässt sich die Maschine intuitiv bedienen. Bilder: Lenze
Manfred Bonetsmüller, Inhaber der Somic Verpackungsmaschinen aus Amerang, entschied sich für das bewegliche und drehbare Touchpanel CS 5700 von Lenze. Darüber lässt sich die Maschine intuitiv bedienen. Bilder: Lenze
( Archiv: Vogel Business Media )

Produktvielfalt. Um dieses Thema hautnah erfahren zu können, genügt ein Blick in den Supermarkt, in den Getränkeladen um die Ecke oder auch in jede Apotheke. Dort ist kein Produkt wie das andere, jedes ist anders, zumindest unterschiedlich verpackt: Ob Flachbeutel, Faltschachteln, Dosen, Gläser und auch Tuben, die Bandbreite möglicher Verpackungen ist unüberschaubar. „Produktvielfalt und der Wunsch nach immer mehr Differenzierung am Point of Sale ruft nach einer schier unbegrenzten Anzahl von Lösungsmöglichkeiten“, weiß Manfred Bonetsmüller, Inhaber der Somic Verpackungsmaschinen GmbH & COKG aus Amerang. Überträgt man diese Eigenschaften auf die Verpackungsmaschine, heißt das: größtmögliche Flexibilität, kurze Umrüstzeiten und hoher Durchsatz. „Benötigt werden neben der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit hohe Flexibilität, souveräne Leistung und leichte Bedienbarkeit“, sagt Manfred Bonetsmüller mit Blick auf die Anforderungen.

Konsequent mechatronisch

Ausgefeilte Mechanik und ausgetüftelte Abläufe halten bislang Maschinen zum Verpacken auf Trab, vermehrt gesellt sich jetzt Elektronik dazu. Mechatronik heißt hier das Zauberwort. Ein Technikansatz, damit Maschinen und Anlagen immer flexibler verpacken können. Umsetzen lassen sollen sich damit die individuellen Funktionen der Maschine, und zwar standardnah, wie es Manfred Bonetsmüller fordert. Zwar habe sein Unternehmen schon früh damit begonnen, Maschinen einheitlicher zu gestalten und auszulegen. Seit dem Jahr 2000 baut man Servoantriebe und PC-basierte Steuerungen durchgängig in die damals neueste Maschinengeneration Somic 414 ein, dennoch stieß man bald an Grenzen. „Wir haben deshalb vor drei Jahren beschlossen, die mechatronischen Prinzipien konsequent zur Grundlage einer künftigen Maschinengeneration zu machen“, blickt Bonetsmüller zurück.

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Systembaukasten aus Funktionsbausteinen

Somic 424 heißt heute die neueste Maschinengeneration aus Amerang, bei der man auf einen Systembaukasten aus Funktionsbausteinen setzt. Damit lassen sich alle kundenspezifischen Lösungen generieren. Sieben unterschiedlich breite Maschinenrahmen können eine Auswahl aus allen verfügbaren Funktionseinheiten aufnehmen. Systemkonforme, aber speziell konstruierte Einheiten sind ebenfalls möglich, und sie sind immer wieder notwendig. „Die Kompatibilität der klar definierten Schnittstellen erlaubt fast beliebige Zusammensetzungen und Kombinationen“, bilanziert Bonetsmüller voller Stolz das Erreichte.

Intuitiv bedienbar

Wenngleich eine Verpackungsmaschine auf größtmögliche Flexibilität setzt, darf das nicht auf Kosten ihrer Bedienbarkeit gehen, wie das Beispiel Somic zeigt. Der Verpackungsmaschinenbauer entschied sich für das bewegliche und drehbare Touchpanel CS 5700 von Lenze. Darüber lässt sich die Maschine intuitiv bedienen. Die Visualisierungs-Lösung, das äußere Design des Bildschirms und die Gestaltung des Maschinenrahmens, erarbeiteten die Somic-Entwickler zusammen mit dem Steinbeis-Transferzentrum iid (Insitut für integriertes Design) in Bremen. In enger Kooperation mit Lenze enstanden dann die Grundlage für die Hardware und das gesamte Framework der Visualisierung.

Von der Fachkompetenz profitiert

Der Maschinenrahmen und das Interface sind in einem einheitlichen, unverwechselbaren Design ausgeführt. Dabei kommt dem Interface trotz aller mechanischen Komplexität die Aufgabe zu, entlang der einheitlichen Maschinenstruktur alle bedienungs- und wartungsrelevanten Bilder, Parameter und Informationen transparent und leicht verständlich zu vermitteln. „Gerade weil der Software eine große Bedeutung zukommt, muss man das, was sie bewirkt, auch verstehen“, formuliert Manfred Bonetsmüller die Aufgabe und lobt die Zusammenarbeit: „Von unseren Partnern haben wir kein fertiges Produkt übernommen. Wir haben aber von ihrer geballten Fachkompetenz umfassend profitiert.“

Geringste Umrüstzeiten sind gefragt

Effektivität bei Verpackungsmaschinen, das heißt nicht nur hohe Flexibilität, sondern auch geringste Umrüstzeiten. Von einer Verpackung auf die andere umzustellen, das darf nicht viel Stillstandszeit kosten. So fordern die Betreiber solcher Anlagen und Maschinen vermehrt das automatisierte Umstellen. „Dafür werden wir dem Bediener in großem Umfang Bilder, Animationen und Videos für alle Verpackungsprozesse zur Verfügung stellen“, sagt Manfred Bonetsmüller. Der Somic-Inhaber weiter: „Die Maschinen werden sich mehr und mehr selbst überwachen und Meldung erstatten, bevor es zum Stillstand kommt.“ Aufgaben, für die man mechatronische Lösungen benötigt. Lösungen, wie es sie heute noch nicht gibt. Noch sei das Meiste auf diesem Gebiet noch nicht getan, sagt Verpackungs-Spezialist Manfred Bonetsmüller und wagt den Ausblick: „Die vorausschauenden Maschinenbauer werden schrittweise lernen, alle Disziplinen, vom Verkauf bis zur Inbetriebnahme und Wartung, in die mechatronischen Prozesse einzubeziehen.“

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