Rittal: 50 Jahre Erfindungen für Bestseller Vom einfachen Gehäusehersteller zum komplexen Systemanbieter

Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Wer heute elektronische Komponenten in Schaltschränke einbaut, erwartet genormte Lösungen, die die Montage erleichtern und maximale Sicherheit bieten. Das war nicht immer so. Noch vor einigen Jahrzehnten gab es nur einfache Blechkästen als Sonderanfertigung. Der erste Standard für die Serienfertigung wurde vor 50 Jahren von Rudolf Loh – dem Gründer von Rittal – auf den Weg gebracht.

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Mit der Entwicklung des ersten anreihbaren Groß-Schaltschranks beginnt 1969 eines der entscheidenden Jahre von Rittal auf dem Weg zum Weltunternehmen.
Mit der Entwicklung des ersten anreihbaren Groß-Schaltschranks beginnt 1969 eines der entscheidenden Jahre von Rittal auf dem Weg zum Weltunternehmen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach 50 Jahren Schaltschrank-Entwicklung ist Rittal als Erfinder des Serienschaltschranks heute der weltweit führende Systemanbieter in der Gehäusetechnologie. 1500 Patente weltweit belegen eine außergewöhnliche Innovationskultur. Eine Erfolgsgeschichte, die Friedhelm Loh, Inhaber der Friedhelm Loh Group, zu der Rittal als größtes Unternehmen zählt, maßgeblich geschrieben hat. Im vergangenen Jahr wurde ihm dafür die Dieselmedaille verliehen, die neben der Erfindungsleistung auch den Unternehmenserfolg würdigt.

Beigetragen hat dazu vor allem die Entwicklung des Unternehmens vom Gehäusehersteller zum Systemanbieter – die heute in dem branchenübergreifenden Lösungsprogramm „Rittal – Das System“ mündet. Damit lassen sich aus einem Baukasten – verbunden mit intelligenten Planungstools, sicheren Stromversorgungen, energieeffizienter Klimatisierungstechnik und kompletten IT-Infrastrukturen – passgenaue Lösungen für die Energiehauptverteilung, Automatisierung, Gebäudeinstallation, Netzwerktechnik und Data Center erstellen. Wesentlich in dem Zusammenhang ist auch, dass der Systemgedanke bei Rittal ebenfalls das Engineering und den Service umfasst.

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Ein Blick zurück

Die Rudolf Loh KG, Elektrogerätebau, – später Rittal – wurde am 1. April 1961 von Rudolf Loh gegründet. Neben dem damaligen Hailo-Werk, das mit Haushaltsgeräten im Konsumgütermarkt etabliert war, sollte ein zweites Standbein in der Investitionsgüterindustrie geschaffen werden. Die Idee war, Schaltschränke in Großserie zu bauen und auf dem Markt als Standardprodukte anzubieten. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wurden sie entweder von der elektrotechnischen Industrie selbst oder nach Kundenzeichnungen in externen Blechwerkstätten gefertigt – teure Einzelstücke mit langen Lieferzeiten und schwankender Qualität. Der Hinweis eines Elektrogroßhandels-Vertreters war für Rudolf Loh die Initialzündung – er gab noch am gleichen Tag für je zwei flache Wand- und Standgehäuse die Serienfertigung frei, um sie auf Lager zu legen. Sein Argument: „Den Schaltschrank, den Sie morgen brauchen, haben wir bereits gestern gebaut und heute schon abrufbereit am Lager stehen.“ Bis heute ist diese schnelle Verfügbarkeit von Produkten eines der stärksten Merkmale von Rittal.

Im Jahr 1966 wird der Groß-Schaltschrank GS ins Serienprogramm aufgenommen und dazu die Fertigung in Rittershausen auf Fließband umgestellt. Drei Jahre später erfolgt die Umfirmierung in Rittal-Werke Rudolf Loh KG. 1974 Jahr übernimmt Friedhelm Loh, der Sohn des Firmengründers, die Geschäftsführung.

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