Arbeit 4.0 bei SEW

Vom Gamer zum Dirigenten der Wertschöpfung

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Die Belegschaften werden in Deutschland immer älter, die Nachwuchskräfte sind rar. Geht SEW neue Wege bei der Nachwuchs-Rekrutierung?

Bei der Rekrutierung verfolgen wir sowohl neue, als auch alt bewährte Wege. SEW-Eurodrive setzt auch in Zukunft auf Ausbildung und die Übernahme von Absolventen des Dualen Studiums. Darüber hinaus beschäftigen wir jedes Jahr mehrere externe Werkstudenten und Praktikanten, sowie Studenten die bei uns ihre Abschlussarbeit schreiben. Um die sehr guten Studenten ans Unternehmen zu binden, bieten wir zusätzlich das interne Förderprogramm Studentsworld an, welches auf den Berufseinstieg vorbereitet und die Studenten bis zum Ende ihres Studiums finanziell unterstützt. Des Weiteren sind wir sehr aktiv auf Karriere- und Hochschulmessen und bauen unsere Arbeitgebermarke stetig aus. Auf Fach- und Industriemessen, aber auch auf Kongressen, Foren und Konferenzen gehen wir zudem aktiv auf interessante Menschen zu und erweitern so unser Netzwerk zu externen Ingenieuren und Informatikern. Sicherlich werden wir auch den internationalen Arbeitsmarkt immer mehr ins Auge fassen.

Klingt eher nach alt bewährten Wegen. Haben Sie ein konkretes Beispiel für einen neuen Weg der Nachwuchsrekrutierung – wie der Gamescom?

Ob wir zukünftig auf der Gamescom unsere Mitarbeiter von Morgen finden, wäre natürlich ein spannendes Experiment – vielleicht lassen wir uns darauf auch mal ein. Ich gebe Ihnen aber Recht, dass vor allem bei der Ansprache von Informatikern neue Kanäle gefunden werden müssen. Für SEW-Eurodrive ist aber vorerst eher eine Messe wie z.B. die CeBIT interessant. Dort gibt es zahlreiche offene Fachforen, auf denen man Kontakte knüpfen kann.

Welche Fertigkeiten werden nach Ihrer Meinung bei dem Nachwuchs zunehmend wichtiger?

In der Produktion benötigen unsere Fachkräfte auch zukünftig eine solide technische Ausbildung, z.B. als Anlagenmechaniker oder Elektroniker. Aufgrund des höheren Automatisierungsgrads sollten natürlich Kenntnisse in der industriellen Kommunikation oder in der Steuerungstechnik Bestandteil der Ausbildung sein. Anders sieht es im Engineeringumfeld aus: hier müssen Ingenieure immer mehr interdisziplinär aufgestellt sein und dabei ein Verständnis von Elektronik, IT und Mechanik mitbringen. Vor allem in unserem Unternehmensbereich Innovation besteht ein zunehmender Bedarf an Ingenieuren mit fundierten Programmierkenntnissen. Eingebettete Systeme mit einer intelligenten Applikationssoftware tragen schließlich immer mehr zur Produktdifferenzierung bei. Die Softskills, kreatives Denken und selbstständige Lösungsfindung sind im Hinblick auf Industrie 4.0 wichtiger denn je.

Sind also unkonventionelle Denker und Gamer die Rising Stars bei Industrie 4.0?

Unkonventionelle Denker werden ja nicht erst seit Industrie 4.0 gesucht. Ich gehe davon aus, dass die meisten Unternehmen Mitarbeiter bevorzugen, die über den Tellerrand schauen können und ihre Kreativität einsetzen, um innovativ zu sein. Mit Industrie 4.0 ist der Tellerrand vielleicht nur etwas größer als zuvor, denn man muss über verschiedene Fachdisziplinen hinweg Lösungen finden.

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Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG