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Von ATEX zu IECEx: Explosionsschutz auf dem Weg zur weltweiten Vereinheitlichung

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IEC-Normung: Staub- und Gasexplosionsschutz werden zusammengefasst

Eine wesentliche Neuerung für die Anwender der Richtlinien besteht darin, dass es für Gas- und Staubexplosionsschutz einheitliche Regelungen geben wird. In der 5. Ausgabe der IEC 60079-0 sind bereits Gas und Staub zusammengefasst. Das bedeutet: Die EN 60241 wird wieder auslaufen. Dies führt dazu, dass in die Gerätegruppen I für Bergbau, II für Gas und III für Staub unterschieden wird. Es wird auch an einer Norm für hybride Gemische aus Gas und Staub gearbeitet.

Ähnliche Entwicklungen sind im Bereich des nicht-elektrischen Explosions-schutzes zu beobachten. Auch hier gilt die ATEX-Richtlinie, die nicht zwischen elektrischen und nicht-elektrischen Betriebsmitteln unterscheidet. In der Mechanik versucht man daher, sich an die lange Tradition der Elektrotechnik an-zulehnen. Die Bewertung der Zündquellen wird durch den Hersteller durchgeführt und ist bei einer benannten Stelle zu hinterlegen.

So erfüllt das Schlüsseltransfersystem EX-SHGV von Elan, einem Schmersal- Tochterunternehmen, als eines der ersten rein mechanischen Produkte aus dem Bereich der Sicherheitstechnik auch die Anforderungen an den Explosionsschutz. Das System verhindert den Zugang zu gefährlichen Bereichen einer Anlage im laufenden Betrieb und arbeitet dabei rein mechanisch – die nötige Information wird nicht über elektrische Signale, sondern durch Schlüssel übertragen.

Vorteilhaft: Metallgehäuse

Der aktuellen Normentwicklung folgend, sind bei Stäuben Gehäuse aus Metall von Vorteil. Stäube können zur elektrostatischen Aufladung führen, insbesondere die Gleitbüschelentladung stellt eine Zündgefahr dar. Dies bedeutet, dass bei Kunststoffen die Leitfähigkeit des Materials zu beachten ist, um dieser Gefahr entgegenzuwirken. So darf der Widerstand des Gehäuses den Wert von 1 GOhm nicht überschreiten. Zum anderen muss der Kunststoff aber auch den hohen mechanischen Belastungen nach der Alterungsprüfung standhalten. Mit den robusten Gehäusen aus Druckguss, die Schmersal zum Beispiel bei den Bandschieflaufschaltern der Baureihe EX-T 250 verwendet, werden derartige Zündquellen ausgeschlossen. Auch die mechanischen Zündquellen sind bei diesen Bauformen auszuschließen. Die Materialpaarungen sind so gewählt, dass keine Zündfunken entstehen können. Selbst ein Förderband kann durch die leitfähige Verbindung der Rolle bis zum PA-Anschluss am Gehäuse keine elektrostatische Aufladung verursachen.

Neben den Bandschieflaufschaltern EX-T 250 und EX-T 441 sind auch die Seilzug- Notschalter und die Positionsschalter in diesem Programm als Kate-gorie 2D- Geräte in der ATEX EG-Baumusterprüfung ausgewiesen, so dass die typischen Anwendungen in der Zone 21 und 22 sicher und zuverlässig abgedeckt werden können. Diese Geräte wurden auf der Hannover Messe 2009 vorgestellt.

Höhere Anforderungen – größere Sicherheit

Wenn man sich die Geschichte des Explosionsschutzes vergegenwärtigt, werden die Anforderungen an elektrische Betriebsmittel, die unter Ex-Schutz- Bedingungen eingesetzt werden, immer höher. Das ist auch gut so, denn mit den Anforderungen wächst das Sicherheitsniveau, und das Explosionsrisiko sinkt. Nun wird erstmals auch international ein einheitlicher Standard erreicht. Davon werden die Hersteller profitieren, die es nicht mehr mit verschiedensten Zertifizierungsstandards zu tun haben, und auch global tätige Anwender, die ihre Ex-Schutz- Spezifikationen ebenfalls vereinheitlichen können. Dabei steht ihnen ein um-fassendes Angebot an Ex-Geräten zur Verfügung, das neben elektromechanischen Schaltgeräten auch berührungslos wirkende Sensoren sowie Ex-Befehlsgeräte und –Leuchtmelder umfasst.

Gerald Scheffels M.A., Fachjournalist, Wuppertal

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