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Siemens Industry Sector

Von der Produktidee bis zur Auslieferung

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ralf Michael Franke, CEO Industrial Automation Systems, Siemens, anlässlich der Pressekonferenz am 12. März 2009 in Düsseldorf:

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( Archiv: Vogel Business Media )

„Weltweit unterliegen Produktionssysteme Einflüssen wie wachsendem Lebensstandard, steigenden Qualitätsanforderungen und zunehmender Individualisierung beim Verbraucher. Unsere Kunden, etwa aus Automobil- und Maschinenbau, müssen verschiedenste Produktvarianten innerhalb kürzester Zeit in hoher Qualität auf den Markt bringen. Der vernetzte Warenfluss erfordert flexible Fertigungsanlagen, eine Synchronisation der Warenwirtschaftssysteme mit den Produktionssystemen und die Rückverfolgbarkeit der Produktion.

Der zunehmende Kostendruck veranlasst Industrieunternehmen, die Produktivität über den gesamten Produktlebenszyklus zu erhöhen. Entscheidend für den Erfolg werden dabei künftig mehr und mehr die Zeit und die Kosten bis zur Markteinführung sein. Trotz der zunehmenden Komplexität durch die Verknüpfung von Mechanik, Elektronik und Software muss die Entwicklungszeit und darin insbesondere die Test- und Inbetriebnahmephase von Produktionsanlagen weiter verkürzt werden.

Angesichts dieser Herausforderungen für produzierende Unternehmen, stehen Automatisierungsanbieter mit einem kompletten Portfolio an Hard- und Software hoch im Kurs. Neben durchgängigen IT-Systemen für Asset-Management, HMI (Human Machine Interface) und MES (Manufacturing Execution Systems) fokussieren wir uns bei Siemens vor allem auf die Entwicklungen im digitalen Engineering, um unseren Kunden Produktivitätsvorteile zu ermöglichen. Schließlich erfolgt nicht nur die Produktion selbst, sondern auch Auslegung, Errichtung, Inbetriebsetzung und Umbau entsprechender Anlagen unter immer größerem Zeit- und Kostendruck. Künftig werden bereits bei der Planung neuer Produktionssysteme die vom Verbraucher geforderten Produktvarianten berücksichtigt und mitgeplant. Produkt und Produktion wachsen zunehmend zusammen.

Diesem Trend tragen wir Rechnung, indem wir unser industrielles Softwareportfolio um PLM (Product Lifecycle Management)-Software erweitert haben. Wir haben 2006 die UGS Corporation übernommen, das weltweit führende Unternehmen in diesem Bereich. Das Portfolio von jetzt Siemens PLM Software umfasst das komplette Spektrum an Tools für computer-unterstütztes Design, digitales Produktdatenmanagement und Software zur Simulation von Fertigungsprozessen.

Beispiele zur Produktivitätssteigerung

Drei Beispiele verdeutlichen, worum es geht, und welche Vorteile Unternehmen erzielen können, wenn sie PLM-Systeme einsetzen:

• BASF hat unsere Tecnomatix Plant Design and Optimization Lösung verwendet, um bestehende und auch neue Anlagen zu simulieren. Dadurch konnten zum Beispiel Engpässe im Prozess vorher erkannt und auch behoben werden. Tecnomatix wurde eingesetzt, um zwei neue Mischanlagen zu modellieren, zu berechnen und zu optimieren. Das Ergebnis waren deutlich geringere Betriebs- und Kapitalkosten.

• Mit unseren PLM-Produkten konnte Shenyang Liming ein komplett digitales Modell von Gasturbinen erstellen, das vom Design bis zur Fertigung genutzt wird. Shenyang Liming konnte dadurch die Zusammenarbeit und den Informationsfluss zwischen Entwicklung und Fertigung deutlich verbessern. Die Design-Änderungszeit konnte um 48 Prozent verringert und die Prozessplanungszeiten um 51 Prozent.

• Mazda setzte unsere NX- und Teamcenter-Produkte ein und konnte ein komplett digitales Modell seiner Fahrzeuge entwickeln. Dadurch konnte das Unternehmen schneller auf Änderungen reagieren und Alternativen entwickeln. Zusätzlich wurde der Informationsfluss innerhalb des Unternehmens und auch der zu den Liefertanten verbessert. Mit der digitalen Entwicklungsumgebung konnte Mazda die Entwicklungszeiten für neue Fahrzeuge von achtzehn auf vierzehn Monate verkürzen.

Totally Integrated Automation (TIA) – Die Verbindung zwischen Produkt und Produktion

Die durchgängige Abbildung der Produkt- und Produktionsdaten in PLM bietet noch weitere Vorteile, da sie die Grundlage für die vollständige Digitale Fabrik bildet. Hier wird die Produktion zunächst virtuell getestet und optimiert, im nächsten Schritt werden daraus direkt die Produktionsprogramme und -parameter für die Fertigung abgeleitet. Aus diesem Grund haben wir 2008 die innotec GmbH, nun Comos Industry Solutions GmbH, übernommen. Mit dieser Akquisition haben wir zum einen unsere weltweit führende Position im Markt für Industriesoftware ausgebaut. Zum anderen sind wir dadurch der erste Industrieausrüster, der allen Branchen der Fertigungs- und Prozessindustrie durchgängige Lösungen zur Integration des kompletten Produktionsbetriebs sowie des gesamten Produktions-Lebenszyklus anbieten kann.

Comos – Die gemeinsame Plattform für das Production Engineering

Das Comos-Produktspektrum ist eine hervorragende technologische Ergänzung unseres Portfolios. Comos bietet der Prozessindustrie eine integrierte Softwarelösung von der Planung einer Produktionsanlage über den Betrieb bis zur Modernisierung. Wie in der Fertigungsindustrie, in der wir bereits über das Produkt Simatic Automation Designer verfügen, können nun auch unsere Kunden in der Prozessindustrie die Time-to-market mit abgestimmter Siemens-Technik deutlich verkürzen.

Simatic Automation Designer

Die Akquisition von Comos ermöglicht es uns nun, die bestehenden Funktionalitäten von Simatic Automation Designer mit der erfolgreichen Softwareplattform Comos zu verbinden. Wir werden das Beste aus den bisherigen zwei Produktlinien – Simatic Automation Designer und Comos – vereinigen. Simatic Automation Designer basiert zukünftig auf dem für Comos charakteristischen Prinzip der Objektorientierung und stellt somit konsistente Daten über allen Disziplinen sicher. Bekannte Alleinstellungsmerkmale des bisherigen Simatic Automation Designer wie Sequence Designer, WinCC Generierung und Anbindung an die virtuelle Inbetriebnahme werden auf die Comos Plattform überführt. Durch integriertes, funktionales Engineering von Hard- und Software ergibt sich eine höhere Planungsqualität. Die Basis für die Digitale Fabrik in Verbindung mit Siemens PLM Software, zum Beispiel Teamcenter und Tecnomatix, bleibt dadurch erhalten, und wird damit neben der Fertigungs- zukünftig auch für die Prozessindustrie nutzbar sein. Wir ergänzen damit unser Angebot Totally Integrated Automation um wichtige Tools für das Plant Lifecycle Management.

Das Industry Automation Portfolio

Siemens kann nun als einziges Unternehmen mit Siemens PLM Software und Comos Industry Solutions für den gesamten Produktionsentstehungsprozess und alle Industrien sämtliche Engineering-Aufgaben abdecken und integrierte Softwarelösungen anbieten. Mit unserem Portfolio an Hard- und Software decken wir die komplette Wertschöpfung unserer Kunden ab - von der Produktidee bis zur Auslieferung des Produktes. Wir arbeiten daran, die Schnittstellen auf der Basis offener Standards zu reduzieren, wir eliminieren die bislang üblichen Insellösungen und beschleunigen somit die Markteinführung – Verkürzungen von 50 Prozent und mehr sind dabei keine Ausnahmen.

Industry Automation Produktportfolio

Nach dem Thema der zusammenwachsenden Felder Produkt und Produktion, konzentriere ich mich nun auf den Bereich der Produktion, also dem mehr automatisierungsnahen Angebot aus unserem breiten Portfolio. Und hierbei auf unser Angebot Totally Integrated Automation, das neben der von Herrn Helmrich vorgestellten Antriebstechnik von den Sensoren über die Industrielle Kommunikation und Prozessleitsysteme bis zu MES (Manufacturing Execution Systems) reicht.

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