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MICA-Anwendungsvielfalt Von RFID bis Rapid Prototyping

| Autor / Redakteur: Karin Pfeiffer / Robert Weber

Offen, klein, robust, leistungsstark und höchst flexibel – klingt gut, kann aber für vieles gelten. Spannend wird es meist im Feld, wenn eine Technologie ihre Anwendungsvielfalt zeigen kann. Wie sieht das bei der MICA aus?

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„MICA ist perfekt als IoT oder Industrie 4.0 Plattform.“
„MICA ist perfekt als IoT oder Industrie 4.0 Plattform.“
(Bild: Weber)

„Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, meint Lars Hohmuth, Product Manager Industrial Computing. „Und das ist buchstäblich so. Die MICA ist als eine offene Plattform ausgelegt, auf der sich die Automatisierungs- und die IT-Welt verbinden. Das macht sie auch perfekt als IoT oder Industrie 4.0 Plattform.“ MICA kann sich also vernetzen, sämtliche Betriebsdaten erfassen, speichern, vorsortieren, Datenströme bündeln und genau dahin verteilen, wo ein Unternehmen sie braucht: in die Cloud beispielsweise, ins Handheld des Technikers, an den PC des Werkleiters oder ins Produktivnetz. „Hinzu kommt noch die Optionsvielfalt aus dem modularen und sehr robusten Aufbau. Und das eröffnet unzählig viele Anwendungsszenarien.“ Was in größerem Stil in Richtung Smart Factory mit der MICA funktionieren kann, das lässt sich mit dieser offenen Plattform auch in Insellösungen oder in sich geschlossenen Projekten gut umsetzen – oder in dezentralen Strukturen. Ein paar Beispiele:

Predictive Maintenance etwa sieht Harting als großes Anwendungsfeld für MICA, weil sie von vielen Sensoren Daten einsammeln, auch bewerten und eine Aktion auslösen kann. Hohmuth nennt ein Beispiel: „Eine Maschine kann jahrelang mit 20 Grad Celsius dieselbe Temperatur halten, aber diese Information jede Sekunde ins ERP zu schicken ist eine Verschwendung von Bandbreite und Speicherplatz. Interessant wird erst die Abweichung vom Normalfall“, erklärt der IT-Experte, den HARTING aus dem Silicon Valley mit ins Boot für MICA geholt hat. „Diese Datenfülle kann die MICA direkt an der Maschine vorsortieren, das Ereignis herausfiltern und zum Handeln kanalisieren.“ Auch möglich: Mehrere MICAs, die dezentrale Werke, Außenposten oder Schaltschränke vernetzt und Daten zusammenführt.

Komplexe Regelstrategien aufbauen: An der SPS per OPC UA direkt Daten einsammeln, aufzeichnen, daraus Schlüsse ziehen, Steuerungsinformationen für die SPS ableiten – auch das ist machbar mit MICA. Sie ersetzt keine SPS, sondern geht im Prinzip eine Co-Existenz ein. Sie ermöglicht es, höhere Einsichten aus den Betriebsdaten zu gewinnen und diese dann auch wieder an die SPS zurückzuführen, deren Steuerungskonzept aufzuwerten.

RFID: Tracking & Tracing ist nur ein Stichwort. Prozessdaten, Dokumentationen, Spezifikationen – all dass lässt sich mit der Kombi MICA und RFID zusammenbringen, auswerten und optimieren. Denn MICA lässt sich schnell und einfach mit RFID-Reader-Technik aufrüsten. Für die Hardware steht extra eine Funktionsplatine in der MICA zur Verfügung. Softwareseitig wird eine RFID Middleware auf der MICA installiert.

Mobilität: MICA kann auch Bahn fahren, worin erhebliches Optimierungspotenzial steckt. Beispiel: Im Verkehrswesen greifen in der Regel strenge Vorschriften in Verbindung mit engmaschigen Wartungszyklen für Komponenten, Räder, und Baugruppen. Das ist sehr kostenintensiv. MICA kann die relevanten Bauteile eindeutig identifizieren, und Zustände erkennen. Somit können Informationen über Achsen, Drehgestelle, Räder & Co. eingesammelt und verfügbar gemacht werden – für Auswertungen, Handlungsanweisungen oder Notfallmaßnahmen.

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Über den Autor

 Karin Pfeiffer

Karin Pfeiffer

Journalistin