Studie Wann schaffen humanoide Roboter den Durchbruch?

Quelle: Fraunhofer IPA 2 min Lesedauer

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Die Vision von humanoiden Robotern, die flexibel und vielseitig arbeiten, fasziniert die Industrie. Doch während neue Modelle und technologische Fortschritte regelmäßig Schlagzeilen machen, bleibt der Praxiseinsatz rar.

Bald ein weitverbreiteter Anblick? Testbetrieb mit humanoiden Robotern im BMW-Werk Spartanburg.(Bild:  BMW)
Bald ein weitverbreiteter Anblick? Testbetrieb mit humanoiden Robotern im BMW-Werk Spartanburg.
(Bild: BMW)

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IPA hat den Status quo analysiert und gibt einen realistischen Blick auf Potenziale und Herausforderungen. Über 100 Fachleute aus der Industrie wurden befragt, um herauszufinden, wo humanoide Roboter tatsächlich Mehrwert bieten. Die vielversprechendsten Einsatzgebiete seien demnach Materialtransport, Maschinenbeladung und das Greifen komplexer Gegenstände. Ihr Vorteil liege vor allem in der Flexibilität: Sie können sich autonom bewegen und mit ihren zwei Armen unterschiedliche Handhabungsaufgaben übernehmen.

„Genau die Kombination aus möglichen Ortswechseln und flexibler Greiftechnik ist in meinen Augen gamechanging“, sagt Werner Kraus, Leiter des Forschungsbereichs Automatisierung und Robotik am Fraunhofer IPA. Besonders in bestehenden Produktionsumgebungen, dem sogenannten Brownfield, könnten humanoide Roboter Automatisierungslücken schließen – ohne kostenintensive Umstrukturierungen.

Sicherheit und Wirtschaftlichkeit als Herausforderung

Trotz des Potenzials gibt es wesentliche Hürden, heißt es weiter. Die funktionale Sicherheit humanoider Roboter ist noch nicht abschließend geklärt, insbesondere im Mischbetrieb mit Menschen. Zudem sind viele Unternehmen skeptisch, ob sich die hohen Investitionen rentieren. Laut der Studie sind nur 6 Prozent der Befragten überzeugt, dass humanoide Roboter innerhalb der nächsten zwei Jahre industriell genutzt werden. Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent hält einen Einsatz in den kommenden 3 bis 10 Jahren für realistischer.

Neben technologischen Fortschritten wird die Wirtschaftlichkeit der entscheidende Faktor für den Durchbruch humanoider Roboter sein. Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter am Fraunhofer IPA, betont: „Meiner Ansicht nach wird es für einen erfolgreichen Einsatz von Humanoiden nicht nur Use Cases brauchen, die technisch möglich sind, sondern insbesondere auch Business Cases, die betriebswirtschaftlich interessant sind.“

Das Autorenteam leitet aus seien Untersuchungen insgesamt sieben Handlungsempfehlungen ab. So brauche es für den Erfolg von humanoiden Robotern softwareseitige Sicherheitsfunktionen und -features, eine Optimierung der Handhabung, einfache Programmierung, neue Technologien zur Wahrnehmung der Umgebung, eine Norm vergleichbar mit der für die Mensch-Roboter-Kollaboration, die Klärung rechtlicher Fragen sowie eine finanzielle Förderung.

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