Erfolgreiche Produkte erfüllen präzise den Bedarf ihrer Nutzer. Schnelles Internet und Smartphonenutzung sorgen dafür, dass dieser Trend weiter an Bedeutung gewinnt. Wie lassen sich die steigenden Erwartungen an Nutzungsqualität und User Experience am besten decken?
In der Fertigungsindustrie ist vor allem dort eine hohe Nutzungsqualität gefordert, wo Anwendungen interne Arbeitsabläufe optimieren sollen.
Das Erfolgsrezept klingt simpel: Produkte, Lösungen und Dienstleistungen, die den Bedarf ihrer Anwender genau erfüllen, sind am erfolgreichsten. Schnell verfügbares Internet, immer leistungsstärkere Mobilfunkstandards, die zunehmende Vernetzung digitaler Endgeräte und die flächendeckende Smartphonenutzung: All diese Entwicklungen fördern unsere Interaktion mit digitalen Angeboten. Damit steigen die Erwartungen an ihre Nutzungsqualität stetig. Und das sowohl im privaten Alltag als auch im beruflichen Kontext. In den letzten Jahren waren nutzungszentrierte Software-Lösungen noch ein erstrebenswerter Trend, den die wenigsten Unternehmen schon umsetzten. Heute ist eine positive Nutzungserfahrung, auch User Experience (kurz: UX), ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und damit unumgänglich.
B2B-Unternehmen schätzen die UX ihrer Produkte und Dienstleistungen mindestens genauso gut ein wie B2C-Unternehmen.
(Bild: Telekom MMS)
B2B-Unternehmen holen auf
Auch Entscheider in Unternehmen haben das erkannt: In der aktuellen UX-Reifegrad-Studie der Telekom MMS geben Manager im DACH-Raum an, dass eine positive UX in ihrem Unternehmen eine wachsende Wertschätzung erfährt. In einer Online-Befragung wurde der Reifegrad der Unternehmen anhand eines sechsstufigen Modells ermittelt. Das wohl interessanteste Ergebnis dieser Studie: B2B-Unternehmen schätzen die UX ihrer Produkte und Dienstleistungen mindestens genauso gut ein wie B2C-Unternehmen (s. Grafik). Darüber hinaus konnten keine signifikanten Unterschiede im kulturellen, strategischen oder projektmethodischen Reifegrad im Vergleich zu B2C-Unternehmen festgestellt werden.
Wie kam es zu diesem Paradigmenwechsel?
Lange Zeit konnten die Big Player des deutschen Marktes Informations- und Verkaufskanäle mit beliebiger Experience-Qualität diktieren und Preisverhandlungen dominieren. Die nutzungsorientierte Ausgestaltung ihrer Leistungen war zweitrangig, die Alternativen für Kunden begrenzt. Doch mit zunehmender Globalisierung gilt nicht mehr „(…) die Großen fressen die Kleinen“, sondern „(…) die Schnellen überholen die Langsamen.“ (Eberhard von Kuenheim 2020). Globale Wirtschaftskrisen verstärken diesen Wandel zusätzlich: Spätestens mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa 2020 mussten auch produzierende Unternehmen in Deutschland umdenken. Zum einen kam es zu Engpässen in den Lieferketten, zum anderen verzeichneten viele Branchen Umsatz- und Auftragsrückgänge oder konnten aufgrund von Personalausfällen die geplanten Produktionsmengen nicht mehr bewältigen.
Future of Industrial Usability - Conference & Expo
Usability in der Industrie – Einfachheit ist Trumpf!
Die industrielle Zukunft ist benutzerfreundlich – Future of Industrial Usability weist den Weg, und dient als Plattform, auf der Expertinnen und Experten von neusten Entwicklungen berichten und echter Austausch möglich ist – branchenübergreifend und praxisnah. Neben Neuigkeiten zu Trends und Entwicklungen lernen die Teilnehmer Methoden, Vorgehensweisen und Techniken des Usability Engineerings kennen, kommen mit Vertretern aus unterschiedlichen Industrien zusammen und finden im Austausch Antworten auf aktuelle Herausforderungen. Wann: 23./24. Oktober 2023 Wo: Vogel Convention Center, Würzburg
Eine Studie der IIoT-Experten von Relayr zeigt, dass deutsche Fertigungsunternehmen, die negative Auswirkungen auf ihr Geschäft spürten, mit Gegenmaßnahmen wie einer erhöhten Flexibilität und einer Optimierung des Kundenservices reagierten. Dazu gehörte der Einsatz innovativer Technologien in der Fertigung wie beispielsweise IIoT, Big Data und Künstliche Intelligenz. Diese Entwicklung belegt auch die UX-Reifegrad-Studie, denn das produzierende Gewerbe weist mit einem Faktor 3,24 einen vergleichsweise hohen Wert auf.
Neben den Ursachen untersucht die Studie auch, in welchen Bereichen ein gutes UX-Design besonders relevant ist.
Kurzum: In der Fertigungsindustrie ist vor allem dort eine hohe Nutzungsqualität gefordert, wo Anwendungen interne Arbeitsabläufe optimieren sollen:
Montagearbeiten Smart Wearables wie Smart Watches übermitteln Informationen und Arbeitsaufträge in Echtzeit an die Monteure. Sie dienen der Kommunikation mit den Teams und erleichtern zusammen mit weiteren Mobile Devices typische Prozesse wie das Tracking von Produktionsmitteln oder Montagekomponenten mithilfe von Scanfunktion. Diese Wearables müssen nicht nur handlich sein, auch die installierte Software muss einfach zu bedienen sein und Befehle schnell ausführen. Nicht zuletzt müssen die Wearables Sicherheitskriterien erfüllen, die durch regelmäßige Zertifizierungen gewährleistet werden.
Fertigung Industrielle Steuerungssysteme auf Industrielaptops oder -tablets ermöglichen eine effektive Kommunikation zwischen der Werksleitung im Kontrollraum und den Mitarbeitenden in der weitläufigen und lauten Werksumgebung. Das erleichtert allen Beteiligten die Ausführung von Standardbetriebsverfahren und reduziert so Produktionsfehler. Dabei muss das Kontrollsystem einwandfrei abrufbar sein und der Austausch zwischen den Produktionsleitern und dem Personal an den Maschinen reibungslos funktionieren.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Produktionslager Auch in der Lagerverwaltung sind mobile Kontrollsysteme nicht mehr wegzudenken. Wurden Produktbestände früher nur an wenigen Stellen im Lager abgefragt, können die mobilen Endgeräte heute in der Hand getragen werden. Ihr Einsatz ist aus dem Bedarf entstanden, dem Logistikpersonal mehr Komfort und Effizienz zu bieten und gleichzeitig die Produktivität zu steigern.
Im Zuge der Globalisierung nimmt die Fernwartung von Produktionsanlagen immer mehr zu. Mithilfe von Mixed Reality-Brillen können sich Kollegen an unterschiedlichen Produktionsstandorten gegenseitig bei Wartungen und Reparaturen unterstützen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Hardware der AR/VR-Brillen die Arbeit nicht behindert und die entsprechende Software die Umgebung realitätsgetreu und verzögerungsfrei wiedergibt. Eine hohe Usability und Ergonomie der 3D-Bedienelemente in Verbindung mit Sprach- und Gestenerkennung ist entscheidend für die Akzeptanz und Effizienz im industriellen Kontext.
So gelingt die Marktführung
Wo Anwendungsmöglichkeiten wachsen, schläft die Konkurrenz nicht. Wie also kreieren Firmen eine User Experience, die sich von den Mitbewerbern abhebt? Das gelingt, wenn Unternehmen den Aspekt der Nutzungsqualität institutionalisieren. Das bedeutet, dass UX nicht nur bei einzelnen Produkten und Lösungen berücksichtigt wird, sondern fest in der Unternehmensstrategie und auf allen Unternehmensebenen verankert ist. UX Design, auch Enterprise UX genannt, muss Teil einer umfassenden Innovationsstrategie sein und systematisch in allen Unternehmensbereichen eingesetzt werden. Erst dadurch wird UX zum integralen Bestandteil der Unternehmenskultur. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass Unternehmen die fünf wichtigsten Komponenten der User Experience regelmäßig und kritisch analysieren:
Ressourcen: Welche Ressourcen in Form von Budget, Zeit, Ausstattung und Tools fließen in die Umsetzung operativer und strategischer UX-Maßnahmen?
Methoden und Prozesse: Wie umfassend ist die UX in Methoden und Prozesse integriert? Werden Design-Thinking-Formate erfolgreich eingesetzt? Ist all das bereits im Projektplan vorgesehen oder geschieht es spontan und zufällig?
Kultur und Strategie: Wie gut ist UX in die Organisationskultur eingebunden?
Metriken: Sind Kennzahlen zur Erfolgsmessung vorhanden und werden diese eingesetzt? Erfolgt die Messung der Ziele nur projektbezogen oder auch auf Unternehmensebene?
Produkt: Werden alle digitalen Produkte des Unternehmens berücksichtigt? Dazu gehören neben den sichtbaren Angeboten für Kunden auch das Intranet, Apps für Mitarbeitende, Fachanwendungen und HMI-Lösungen in der Produktion.
Reifegrad-Modelle und regelmäßige Online Self Assessments sowie Expertenevaluationen geben dabei eine zusätzliche Orientierung.
Schritt für Schritt und mit regelmäßigem User-Feedback zu Shop, Website, Kundenportal, App und Co. lassen sich erste Erfolge erzielen. Unternehmen, die hier am Ball bleiben, werden mit zufriedenen und kompetenten Mitarbeitenden sowie begeisterten Kunden belohnt.
* Kathrin Friedrich ist Head of Mobile Frontend & User Experience bei Telekom MMS.