Hyperautomation ist der nächste Schritt in der Automatisierung von Prozessen, hin zu einem Ökosystem von Technologien, die stetig ineinandergreifen und sich ergänzen. Wir geben einen Überblick über ihre Bausteine sowie die Vor- und Nachteile.
Die Hyperautomation ist an sich keine Technologie. Sie ist eine geschickte Kombination aus RPA, KI, Workflow Management und mehr.
(Bild: Koshiro - stock.adobe.com)
Den Trend zur Hyperautomation hat das Research- und Beratungsunternehmen Gartner bereits im vergangenen Jahr festgestellt. Demnach haben zu diesem Zeitpunkt bereits 80 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, die Ausgaben für Hyperautomation beizubehalten oder zu erhöhen. Gartner schätzt sogar, dass 56 Prozent der Unternehmen vier oder mehr Hyperautomation-Initiativen im eigenen Betrieb unterstützten. Bei führenden Unternehmen seien es sogar mehr als zehn Initiativen. Aus diesem Grund hat die Analysefirma Hyperautomation zu einem seiner strategischen Top-Technologietrends für 2021 erklärt. Doch was ist Hyperautomation?
Definition von Hyperautomation
Gartner definiert die Hyperautomation wie folgt: „Hyperautomation ist ein geschäftsorientierter Ansatz, den Organisationen verwenden, um so viele Geschäfts- und IT-Prozesse wie möglich schnell zu identifizieren, zu überprüfen und zu automatisieren. Hyperautomation beinhaltet die orchestrierte Nutzung mehrerer Technologien, Tools oder Plattformen.“
Die Hyperautomation automatisiert demnach jede sich wiederholende Aufgabe, die für das Unternehmen von Nutzen ist. Dabei macht sie nicht vor neuen Prozessen halt: entdeckt das System neue Geschäftsprozesse, werden diese automatisch automatisiert. Die klassische Automatisierung erreicht somit die nächste Stufe. Dies gelingt mit einer Kombination aus verschiedenen Technologien wie Machine Learning und Robotic Process Automation (RPA).
Das Ergebnis sind vollautomatisierte Prozesse, die auch mit unstrukturierten Dateneingaben arbeiten können. Das Konzept der Hyperautomation ermöglicht es den Mitarbeitern des Unternehmens, bessere und schnellere Entscheidungen anhand von qualitativ hochwertigen Daten zu treffen. Sie ermöglicht es, dass ein Unternehmen seine Automatisierungsfunktionen skalieren kann.
Die Bausteine der Hyperautomation
Für die Hyperautomation werden mehrere moderne Technologien kombiniert. Zu diesen Tools gehören unter anderem:
Robotic Process Automation (RPA): Dieses Tool bildet den Kern des Systems. Bei RPA handelt es sich um Software-Roboter, die Prozesse mit klaren Regeln übernehmen können. Dabei handelt es sich um einfache und sich wiederholende Tätigkeiten.
KI und Machine Learning: Sie machen die Software-Roboter intelligent. So können auch komplexere Aufgaben und Prozesse, in denen auch unstrukturierte Daten vorkommen, automatisiert werden. Zu unstrukturierten Daten gehören zum Beispiel Sprache und Freitext.
Workflow Management System: Hier werden alle Prozesse und die Zusammenhänge zwischen ihnen dargestellt und überwacht. Die sogenannte Workflow Engine kann Systemschnittstellen ansteuern und Software-Roboter starten und beauftragen.
Process Mining: Damit ein Workflow Management System Prozesse darstellen kann, müssen diese zunächst identifiziert werden. Hierbei kommt Process Mining zum Einsatz.
In einer vernetzten Welt werden viele Arbeitsprozesse immer komplexer. Die Hyperautomation kann diese komplexen Vorgänge beschleunigen und den Menschen bei seinen Aufgaben unterstützen. Dies gelingt durch die Aufwertung von RPA durch KI. Somit können nicht nur Prozesse mit strukturierten Daten automatisiert werden, sondern auch solche mit unstrukturierten Daten. Mithilfe der Hyperautomation können diese Daten gleich analysiert werden, wodurch das System neue Prozesse und Automatisierungsmöglichkeiten entdecken kann. Mithilfe des Workflow Management Systems behält das Unternehmen die Übersicht über all seine Prozesse, was für mehr Transparenz sorgt.
Das Ergebnis sind effizientere Prozesse, die kaum fehleranfällig sind. Da alle Prozesse innerhalb des Unternehmens transparent sind, kann es auch agiler auf unvorhergesehene Situationen reagieren. Hochwertige Daten können zu jeder Zeit abgerufen werden. Durch die Automatisierung wird bei vielen Prozessen zudem das menschliche Handeln nicht mehr nötig sein. Das setzt Ressourcen frei, die ein Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels neu verteilen kann. Immerhin müssen die gesammelten Daten auch interpretiert und die Logik hinter den Analysen verstanden und in Handlungsanweisungen übersetzt werden.
Nachteile der Hyperautomation
Die Automatisierung eines Prozesses an sich kann schon kompliziert sein. Diesen Vorgang auf das gesamte Unternehmen auszuweiten, braucht vorausschauende Planung, Budget und Know-how, was viele Unternehmen vor Herausforderungen stellen dürfte. Wer vorher nichts oder nur wenig mit Automatisierung zu tun hatte, wird mit der Komplexität der Hyperautomation schnell überfordert sein. Externe Dienstleister können hierbei weiterhelfen, doch auch die müssen bezahlt werden.
Ein weiteres Thema dürften die Mitarbeiter sein. Wenn das Unternehmen es nicht schafft, sie auf die anstehenden Veränderungen ausreichend vorzubereiten, kann das schnell zur Überforderung ganzer Abteilungen führen. Hinzu kommt, dass die Hyperautomation vorsieht, dass Mitarbeiter ihre Tätigkeit wechseln müssen. Sich wiederholende Prozesse werden von der Maschine übernommen, so dass der Mitarbeiter sich anderen Tätigkeiten zuwenden kann, die etwa Kreativität fordern. Damit dieser Tätigkeitenwechsel klappt, muss das Unternehmen einen soliden Plan für Umschulungen aufstellen und neue Arbeitsplätze schaffen.
Stand: 08.12.2025
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Implementieren von Hyperautomation
Bei der Hyperautomation handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der im gesamten Unternehmen umgesetzt werden muss und in dem moderne Technologien miteinander kombiniert werden müssen. Dies gelingt nur, wenn das Projekt auch gut geplant ist und eine langfristige Strategie vorliegt. Die meisten Unternehmen starten dafür zunächst mit mehreren Pilotprojekten, um Technologien zu testen und erste Erfahrungen mit diesen zu sammeln. Diese Pilotprojekte sollten dann zusammengeführt werden. Das Unternehmen Automation Anywhere empfiehlt für die Implementierung drei konkrete Schritte:
1. Geschäftsziele definieren: Für Projektplaner ist das sicher nichts Neues, aber auch die Implementierung von Hyperautomation sollte an bestimmten Zielen gemessen werden. Nur so kann das Unternehmen sicher sein, dass es die richtigen Technologien einsetzt und so den richtigen Ansatz für die Hyperautomation verfolgt. Daher sollten Ziele und KPIs zum Beginn des Projekts klar formuliert werden. Zudem sollten schon vorab Möglichkeiten zur Automatisierung von einzelnen Prozessen identifiziert werden.
2. Über Tools informieren: Die Kombination verschiedener Technologien ist das Rückgrat der Hyperautomatisierung. Doch die Technologien müssen auch zu dem Unternehmen passen und miteinander kommunizieren können. Fehlt es an Experten mit IT-Know-How? Dann sollten Tools, die mit Low-Code oder sogar No-Code funktionieren, bevorzugt werden.
3. Nachhaltigkeit überprüfen: Die richtige Automatisierungsplattform muss auch skalierbar sein. Unternehmen sollten darauf achten, dass im Falle eines Wachstumsschubs die Tools nicht plötzlich an ihre Grenzen stoßen.
Das Beratungsunternehmen Nativ Digital hat außerdem zwei Herangehensweisen für die Implementierung von Hyperautomation identifiziert: die Automatisierungsseite und die Prozessseite.
Auf der Automatisierungsseite können Unternehmen etwa mit RPA in einer ersten Abteilung Geschäftsprozesse automatisieren. Dieser Vorgang kann dann nach und nach auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet werden. Ab einem gewissen Punkt wird RPA jedoch nicht mehr ausreichen, das Unternehmen muss dann weitere Instrumente der Hyperautomation wie etwa KI hinzuziehen. Um den Überblick zu behalten, braucht es ab einer gewissen Anzahl von automatisierten Prozessen außerdem ein Workflow Management System.
Auf der Prozessseite werden zuerst einzelne Prozesse mithilfe von Process Mining definiert und analysiert. Bei der anschließenden Optimierung kommt dann die Automatisierung mithilfe von RPA zum Einsatz.
Das Research- und Beratungsunternehmen Gartner empfiehlt zudem, mehrere Initiativen zu planen und im Unternehmen zu bearbeiten. Auch hier sollte auf eine ganzheitliche Sicht geachtet werden. Für Planung und Implementierung sollten außerdem sogenannte Fusion-Teams eingesetzt werden. Darunter versteht Gartner ein Team, dessen Mitglieder aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen wie Technik, Analysen und Wirtschaft kommen.