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Siemens Web-Interface zertifiziert für Linux

| Redakteur: Reinhard Kluger

Siemens hat als erstes Unternehmen das License Compliance Audit (LCA) des Open Source Automation Development Lab (OSADL) bestanden.

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Die Siemens Schweiz AG hat die erforderlichen Prozesse zur Einhaltung der Lizenzbedingungen vorbildlich implementiert.
Die Siemens Schweiz AG hat die erforderlichen Prozesse zur Einhaltung der Lizenzbedingungen vorbildlich implementiert.
(OSADL)

OSADL freut sich, mitteilen zu können, dass ein Linuxbasiertes Web-Interface der Siemens Schweiz AG, Building Technologies Division, erfolgreich mit dem OSADL License Compliance Audit (LCA) zertifiziert wurde. Das Web-Interface ist ein Gerät, welches die lokale oder abgesetzte Bedienung einer oder mehrerer Gebäudeautomationsstationen via Touch Panels und Standard Webbrowser ermöglicht. Siemens Building Technologies ist somit als erstes Unternehmen berechtigt, das geschützte LCA-Gütesiegel auf seinem auditierten Produkt anzubringen. Dies signalisiert den Erwerbern des Produktes ein hohes Maß an Rechtssicherheit bei der Weitergabe der im Produkt enthaltenen Open SourceSoftware.

Schafft Rechtssicherheit

Das OSADL LCA soll das einzige Audit weltweit sein, das anhand eines konkreten Produktes prüft, ob die Lizenzpflichten der GNU General Public License Version 2 (GPL2.0) und der GNU Lesser General Public License Version 2.1 (LGPL2.1) erfüllt werden. Dabei werden sowohl formaljuristische Pflichten wie auch deren praktische Umsetzung kontrolliert. Das Audit wurde von RA Dr. Till Jaeger und SoftwareSpezialist Armijn Hemel, MSc durchgeführt. Dr. Jaeger ist Fachanwalt für Urheber und Medienrecht; Armijn Hemel ist unter anderem Autor eines Programms zum Aufdecken von Urheberrechtsverletzungen in Binärcode, das während des Audits zum Einsatz kam.

Im Zuge des Audits werden alle in der GPL2.0 und LGPL2.1 formulierten Lizenzbedingungen einzeln auf korrekte Umsetzung untersucht und protokolliert. Sollte einmal eine bestimmte Lizenzpflicht nicht vollständig umgesetzt worden sein, werden die dafür verantwortlichen Prozesse analysiert und Vorschläge für deren Optimierung gemacht. Darüber hinaus wird geprüft, ob auch alle anderen mit der Software-Lizenzierung verbundenen Verträge untereinander kompatibel sind; dies gilt im Besonderen für die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Lizenzierung fremder Bestandteile wird geprüft

Ferner wird untersucht, ob fremde Code-Bestandteile in den Linuxkernel eingebracht wurden. Sollte dies der Fall sein, wird überprüft, inwieweit die Lizenzierung der fremden Bestandteile kompatibel zur GPL2.0 ist. Schließlich wird anhand der konkreten Herstellung des Linuxkernels aus dem gemäß GPL2.0 bereitzustellenden Source Code überprüft, ob sich der installierte Linuxkernel aus dem Source Code reproduzieren lässt.

Seitens Siemens waren Roger Meier und Oliver Fendt hauptsächlich an dem Audit beteiligt. Roger Meier ist bei der Siemens Schweiz AG, Building Technologies Division, verantwortlich für die Entwicklung der HW/SWPlattform, auf der das auditierte Produkt basiert. Oliver Fendt ist bei der Siemens AG, Corporate Technology, Corporate Standards and Guidance, zuständig für das Thema Open Source Software Governance.

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