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Exklusiver patentgeschützter Prozess
„Das Geheimnis des antistatischen Kabels steckt in seinem Mantel“, verrät der Technik- und Entwicklungsleiter. Er bestehe aus einem Kunststoff mit einem Additiv, das die Leitfähigkeit erhöht. Die Befürchtung, darunter könnte die elektrische Isolation des Kabels leiden, sei unbegründet. Die Isolation der Leiter erfolgt immer über die Aderisolation, also den Kunststoff, der die Leiter umhüllt. Der äußere Mantel eines Kabels hat keine isolierende Aufgabe, sondern dient dem mechanischen Schutz, etwa gegen Öl, Chemikalien oder wie in diesem Fall gegen Bohrschlamm sowie bei Biegung, Torsion und Reibung.
Mehr verrät Körner nicht: „Denn worum es sich bei dem Additiv genau handelt, ist Betriebsgeheimnis, ebenso der aufwändige Prozess, in dem das Additiv in der richtigen Menge und Durchmischung dem Kunststoff beigegeben wird.“
Lapp hat mit dem Hersteller des Additivs, einem großen Kunststoffhersteller, eine Exklusivvereinbarung: Nur Lapp darf dieses Material derzeit für Kabel nutzen. Kompliziert war die Entwicklung vor allem, weil es nicht reicht, die oben genannten Voraussetzungen zur Vermeidung von Zündgefahren zu erfüllen, sondern auch die NEK TS 606:2016, eine besonders strenge Norm, die Eigenschaften von marinen Kabeln und den Schutz gegen Bohrschlamm regelt. Werner Körner: „Beide Eigenschaften zu vereinen, ist die eigentliche Innovation.“
Auch für Holzstaub und Mehl
Sichere Ölbohrplattformen gab es auch schon bevor Lapp das antistatische Kabel entwickelt hat. Gefährdete Bereiche werden eigens geschützt, etwa durch Erdungsbänder an Maschinen oder durch Kleidung und Schuhe, die Aufladungen schnell ableiten. „Mit dem neuen Kabelmantel haben es Konstrukteure nun leichter, weil der Kabelmantel keine statische Elektrizität mehr führt und sich das Schutzkonzept übers gesamte Kabel erstreckt“, erläutert Werner Körner. Damit werde es auch für andere Industriezweige interessant, in denen Explosionsgefahr ein Thema ist. Das ist überall dort der Fall, wo Öl, Gas oder zündfähige Chemikalien im Spiel sind, aber auch in der holzverarbeitenden Industrie, wo Holzstäube eine Gefahr darstellen, oder bei der Verarbeitung von Mehl in der Lebensmittelbranche.
Die antistatische Wirkung des neuen Kabelmantels lässt sich durch metallische Kabelverschraubungen an Schaltschränken wie Skintop Brush noch steigern. Die Ladungsträger auf dem Kabelmantel werden über diese Verbindung zusätzlich abgeleitet, ähnlich wie bei einer Erdung über Metallbänder.
Das Material, das Lapp entwickelt hat, ist universell als Kabelmantel geeignet. Auf Nachfrage liefert Lapp die Anschluss- und Steuerleitung Ölflex 865P ebenfalls mit diesem ableitfähigen Mantelmaterial. Diese Leitung ist beständig gegen Öl-und Bohrschlamm nach NEK TS 606:2016, eignet sich für hohe Beanspruchungen in Energieführungsketten und erlaubt die platzsparende Verlegung dank reduziertem Außendurchmesser. Bei entsprechender Nachfrage der Kunden wird die Lapp Gruppe weitere Kabeltypen mit antistatischen Eigenschaften entwickeln und als Katalogware anbieten.
Hannover Messe, Lapp Kabel: Halle 11, Stand C03
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