Robotik

Weltrekord: 248.000 Industrie-Roboter verändern die Wirtschaft

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Roboter-Weltstatistik 2016 der International Federation of Robotics (IFR) zeigt beim weltweiten Absatz von Industrie-Robotern im Jahr 2015 eine Rekordmarke von 248.000 Einheiten. Außerdem gab die IFR bekannt, dass Junji Tsuda zum neuen Vizepräsidenten gewählt wurde.

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IFR Präsident Joe Gemma (rechts) gratuliert dem neuen IFR Vizepräsident Junji Tsuda.
IFR Präsident Joe Gemma (rechts) gratuliert dem neuen IFR Vizepräsident Junji Tsuda.
(Bild: Siegbert Heuser)

Der weltweite Absatz von Industrie-Robotern hat 2015 einen neuen Höchstwert von 248.000 Einheiten erreicht. Das ist ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der globale Automationsboom fort, der nach der Wirtschaftskrise 2009 einsetzte. Die Verkaufszahlen für Industrie-Roboter stiegen seither auf mehr als das Vierfache (2009: 60.000 Einheiten). Ein Ende des Wachstumskurses soll nicht in Sicht sein: Bis 2018 sollen weltweit 2,3 Millionen Einheiten in den Werkhallen arbeiten – mehr als doppelt so viele wie 2009. Dies geht aus der Roboter-Weltstatistik 2016 hervor, die von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht wurde.

Deutschland, Italien und Spanien stärkste Einzelmärkte in Europa

In den globalen Märkten sorgen stark automatisierende Schwellenländer ebenso wie bereits wirtschaftlich hoch entwickelte Regionen für positive Absatzzahlen. So stiegen in Europa die Verkaufszahlen für Industrie-Roboter 2015 insgesamt um 10 Prozent auf 50.000 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Stärkste Einzelmärkte sind hier die drei EU-Länder Deutschland (20.000 Einheiten), Italien (6700 Einheiten) und Spanien (3800 Einheiten).

Der weltweite Absatz von Industrie-Robotern stieg auf ein Rekordhoch an.
Der weltweite Absatz von Industrie-Robotern stieg auf ein Rekordhoch an.
(Bild: IFR)

Das Wachstum in Amerika entwickelte sich mit einem Absatzplus von 15 Prozent noch dynamischer mit insgesamt 37.000 Einheiten. Die USA führen die Liste mit 27.000 verkauften Units an (+3 %). Einen außergewöhnlich großen Automatisierungssprung verzeichnete Mexiko. Hier hat sich der Verkauf innerhalb eines Jahres mit knapp 5500 Einheiten mehr als verdoppelt. Hintergrund für diese Entwicklung sind Investitionen der Autoindustrie, die von Mexiko aus in die USA und nach Südamerika exportiert.

Top 5 Länder machen drei Viertel des weltweiten Absatzes aus

Weltweit stärkster Wachstumsmarkt bleibt Asien. In der Region wurden 2015 insgesamt 156.000 Einheiten verkauft – ein Plus von 16 Prozent. Alleine China übertrifft mit 68.000 verkauften Industrie-Robotern das gesamte Marktvolumen Europas.

Die Top 5 stehen für drei Viertel des weltweiten Roboter-Absatzes.
Die Top 5 stehen für drei Viertel des weltweiten Roboter-Absatzes.
(Bild: IFR)

Vom Wachstum im Reich der Mitte (2015: +17 %) profitieren die ausländischen Roboterhersteller mit einem Anteil von 69 Prozent am Gesamtmarkt. Gleichzeitig bauen die heimischen Wettbewerber ihren Marktanteil auf inzwischen 31 Prozent deutlich aus. Die Robotermärkte Südkorea (2015: 37.000 Einheiten) und Japan (2015: 35.000 Einheiten) belegen beim weltweiten Absatz nach China die Ränge zwei und drei – gefolgt von den USA und Deutschland. Diese Top-5-Länder stehen für drei Viertel des weltweiten Absatzes von Industrie-Robotern.

Metallindustrie ist stärkste Wachstumsbranche

Aufgeschlüsselt nach Branchen führt die Automobilindustrie die Automation mit Industrie-Robotern weltweit mit dem größten Volumen an. 2015 wurden in diesem Segment rund 95.000 Einheiten verkauft – ein Wachstum von einem Prozent. Stärkste Wachstumsbranchen sind 2015 die Metallindustrie (+63 %), die Kunststoffbranche (+40 %) sowie die Elektronikbranche (+16 %).

Nach wie vor führt die Automobilindustrie die Tabelle an – das größte Wachstum verzeichnet jedoch die Metallindustrie
Nach wie vor führt die Automobilindustrie die Tabelle an – das größte Wachstum verzeichnet jedoch die Metallindustrie
(Bild: IFR)

„Die Welle der digitalen Transformation und Automation wird den Roboter-Boom bis 2018 weiter forcieren“, sagt Joe Gemma, Präsident der International Federation of Robotics. „Revolutionäre IT-Entwicklungen rund um das Internet der Dinge und neue vernetzte Dienste verändern das produzierende Gewerbe grundlegend. Maschinen, Logistik und Produktionsstätten verschmelzen zu integrierten Cyber-Physical Systems. Ziel ist es, mit smarten Fabriken flexibler, kostengünstiger und produktiver zu arbeiten.“

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