XING Arbeitnehmerstudie Weniger arbeiten, mehr leben: Was bewegt die Beschäftigten im Jahr 2015?

Autor: Lena Gerhard

Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch und auch bei den Arbeitnehmern zeichnet sich ein zunehmender Wertewandel ab. Die Studie „Kompass neue Arbeitswelt“ von XING und Statista untersuchte nun genauer, was die Beschäftigten im Jahr 2015 bewegt.

Die repräsentative Studie "Kompass neue Arbeitswelt" befragte Beschäftigte aller Berufsklassen zu ihrer aktuellen Jobsituation sowie zu ihren Erwartungen an die Zukunft.
Die repräsentative Studie "Kompass neue Arbeitswelt" befragte Beschäftigte aller Berufsklassen zu ihrer aktuellen Jobsituation sowie zu ihren Erwartungen an die Zukunft.
(Bildquelle: Pixabay, CCO Public Domain)

Wie beurteilen Arbeitnehmer ihre Jobsituation in Zeiten tiefgreifender Veränderungen? Was erwarten sie von der Zukunft? Welche Bedürfnisse werden durch Arbeit erfüllt, welche nicht? In einer repräsentativen Studie hat das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Statista im März und April 2015 über 4.000 Beschäftigte aller Berufsklassen zu Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Hierarchie sowie zur Arbeitszeiten-Gestaltung befragt. Die Studie „Kompass neue Arbeitswelt“ wurde im Auftrag des sozialen Netzwerks XING erstellt und Ende April in den Design Offices in Berlin präsentiert.

Anhand der Einstellung der Arbeitnehmer zu ihrer Arbeit haben sich in der Studie fünf Segmente herauskristallisiert: „Teilzeitkräfte / Projektmitarbeiter o.Ä.“, „Wissensarbeiter“, „Gehaltsoptimierer“, „Soziale Berufe“ und „Blue Collar“. In der Studie wurde deutlich, dass sich die Ansprüche und Bedürfnisse der so genannten Wissensarbeiter deutlich von den restlichen Befragten unterscheiden. Den Wissensarbeitern liegen besonders die Aspekte Selbstbestimmung, Flexibilität und eine gute Arbeitsatmosphäre am Herzen. Das Sicherheitsbedürfnis sowie die Bedeutung des Gehalts sind in dieser Gruppe dagegen deutlich weniger ausgeprägt. Insgesamt arbeitet über die Hälfte der Arbeitnehmer mindestens 40 Stunden in der Woche, wobei nur knapp 30 Prozent angaben, sich dies auch so zu wünschen. Im Schnitt würden die Beschäftigten gerne fünf Stunden weniger arbeiten, so die Arbeitnehmerstudie.

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„Wir haben diejenigen befragt, die von den tektonischen Veränderungen der Arbeitswelt unmittelbar betroffen sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der Innovationsstandort Deutschland dringend Arbeitsbedingungen bieten muss, die Innovationen auch künftig möglich machen“, erklärt Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG: „Aspekte wie Kapital und Know-how sind dazu längst nicht genug. Unternehmen, die innovativ sein wollen, müssen ein Betriebsklima schaffen, in dem Innovationen gedeihen können. Denn die stecken in den Köpfen der Mitarbeiter.“

Die hohe Bedeutung eines guten Betriebsklimas für die Arbeitnehmer - dazu gehören die Selbstbestimmung am Arbeitsplatz, demokratische Strukturen sowie Teamwork - scheint laut Studie noch nicht in allen deutschen Unternehmen angekommen zu sein. So gab deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (66 %) an, bei Entscheidungsprozessen oder Fragen den offiziellen Weg zwingend einhalten zu müssen. Knapp jeder zweite Arbeitnehmer wünscht sich mehr Zusammenarbeit über Hierarchieebenen und Abteilungsgrenzen hinweg. Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf klaffen Wunsch und Wirklichkeit noch weit auseinander, so der "Kompass neue Arbeitswelt". Insgesamt bewerten die deutschen Arbeitnehmer ihre Zukunftsaussichten in der Studie durchaus optimistisch: So sehen 71 Prozent die Veränderung des eigenen Berufsfelds gelassen bis positiv. Lediglich knapp 12 Prozent gaben an, besorgt zu sein.

Weitere Erkenntnisse:

  • Für die Mehrheit der Befragten ist Sicherheit wichtiger als Selbstbestimmung.
  • Weniger als 40 Prozent der Vollzeitarbeitnehmer im typischen Familienalter können von ihrem Gehalt alleine eine Familie ernähren.
  • 15 Prozent der Arbeitnehmer vermuten, dass ihr Arbeitgeber Frauen weniger zahlt als Männern.
  • Gut die Hälfte der Arbeitnehmer bewertet ihre/n Vorgesetzten durchweg positiv, etwa ein Fünftel hat Probleme mit ihm/ihr.
  • Fast jeder dritte Arbeitgeber unterstützt Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht.
  • Die Hälfte der Arbeitnehmer wünscht sich eine stärkere Beteiligung der Beschäftigten an Entscheidungen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke marconomy.

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