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Energiemanagement Weniger Verbrauch für Gipsplatten

| Redakteur: Carina Schipper

Zusammen mit der Schweizer Energieagentur der Wirtschaft (EnWA) hat die Rigips AG bis 2012 ihren Energieverbrauch im Vergleich zu 1990 um 24 % gesenkt. Das Projekt wappnet das Unternehmen für die Einführung des Großverbraucherartikels (GVA) des Kantons Bern.

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An drei Standorten produziert die Rigips AG Vollgipsplatten.
An drei Standorten produziert die Rigips AG Vollgipsplatten.
(Bild: Energieagentur der Wirtschaft)

Die Kantone verpflichten Firmen mit einem Energieverbrauch über 5 GWh Wärme oder 0,5 GWh Strom mit der Vergabe des GVA, ihre Energieeffizienz zu steigern. 2015 wird im Kanton Bern der GVA eingeführt. Durch das umgesetzte Sparprogramm erfüllt die Rigips AG die Anforderungen. «Darüber mache ich mir überhaupt keinen Kopf», erklärt Werksleiter Marcel Sigrist. Das Unternehmen und die EnAW haben in einer Zielvereinbarung Einsparungen festgelegt. Der Kanton akzeptiert die abgeschlossene Zielvereinbarung. Rigips steht stellvertretend für Gipstrockenbau. Der Betrieb fördert das Gestein für die Vollgipsplatten-Verarbeitung in zwei eigenen Steinbrüchen selbst. Die Schweizer verarbeiten das Gestein an drei Produktionsstandorten. Das größte Werk sitzt in Heimberg bei Thun. Für Sigrist, der den Energieverbrauch aller Werke überwacht, spielt das Thema Energieeffizienz eine wichtige Rolle. „Der Betriebstechniker sieht es mittlerweile als persönliches Hobby an, immer neue Sparmaßnahmen ausfindig zu machen.“, heißt es in einer Pressemitteilung der EnWA. Die vereinbarten Sparziele hat das Unternehmen bereits übertroffen.

Aufwändiger Trocknungsprozess verschlingt viel Strom

Die größten Energieverbraucher in der Produktion stellen die Trocknungsanlagen dar. Die Vollgipsplatten durchlaufen nach der Herstellung einen umfassenden Trocknungsprozess. „Rund 70 Prozent des ganzen Energiebedarfs geht auf das Konto dieser Anlagen“, berichtet Sigrist. Besonders viel Strom entfalle auf deren An- und Ausschaltzyklen. Der Prozess ist vollautomatisiert, bei Störungen fahren die Maschinen von selbst herunter. Meistens liegen kleinere technische Störungen vor, die sich von Hand beheben lassen. Bemerken die Mitarbeiter die allerdings zu spät, kühlt die Anlage womöglich schon aus. Mithilfe einer „Ampelanlage“ geht die Rigips AG dem aus dem Weg. Leuchten an den Anlagen leuchten in verschiedenen Farben und geben den Staus der Maschinen an. Bei orange oder rot besitzen die Angestellten die Möglichkeit, sofort zu reagieren und die Störung zu beseitigen, heißt es aus Heimberg. Die Anzeige senkte den Energieverbrauch maßgeblich.

Viele kleine Maßnahmen und Erfahrungen austauschen

Daneben setzte das Unternehmen mehrere kleine Hebel in Bewegung, um den Energiebedarf einzuschränken. Der Gipsplattenhersteller rüstete seine Beleuchtung auf LED um. Der Einsatz von Elektromotoren der Effizienzklasse 3 oder regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter im Umgang mit Energie zählen ebenfalls zu den Initiativen. Die Rigips AG engagiert sich außerdem in der Energie-Modell-Gruppe Exoten. Sie setzt sich aus Firmen sehr kleiner Branchen zusammen und die Teilnehmer des Energie-Modells der EnAW ziehen einen Nutzen aus dem gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Dieser Dialog funktioniere auch bei den Exoten, unterstreicht EnAW-Bereichsleiter und -Moderator Erich Kalbermatter, der die Energie-Modell-Gruppe betreut: „Vor allem in thermischen Produktionsprozessen, bei Erhitzungs- und Trocknungsprozessen bestehen Gemeinsamkeiten.“ Diese Themen stehen auf der Agenda der einmal jährlich stattfindenden EnAW-Fachtagung. Auch Rigips Energiemanager Sigrist nimmt teil. „Ich schätze es, dass man uns auf dem neuesten Stand der Technik hält.“ Die Fachtagungen und der Erfahrungsaustausch motivieren die Teilnehmer, sich intensiv mit den eigenen Prozessen zu beschäftigen und Einsparmöglichkeiten aufzudecken.

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