Sonderschau auf der Hannover Messe 2009 Wetten, dass Condition Monitoring Ihnen weiterhilft!

Redakteur: Reinhard Kluger

Die Sonderschau „Condition Monitoring Systems“ auf der Hannover Messe zeigt, wie mit kleinen Investitionen große Wettbewerbsvorteile zu gewinnen sind.

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Peter Michael Synek, Projektmanager beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) und Mitorganisator der CMS-Sonderveranstaltung: „Mit Condition Monitoring wird Wartung planbar; der damit verbundene wirtschaftliche Effekt wird vielfach noch unterschätzt.“
Peter Michael Synek, Projektmanager beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) und Mitorganisator der CMS-Sonderveranstaltung: „Mit Condition Monitoring wird Wartung planbar; der damit verbundene wirtschaftliche Effekt wird vielfach noch unterschätzt.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Condition Monitoring – kurz CM – lebt bei weitem nicht mehr von Individualisten, sondern hat seine Feuertaufe längst bestanden. Die Sonderschau „Condition Monitoring Systems“ auf der Hannover Messe und die angrenzende Vortragsplattform „MDA-Forum“ in Halle 24 werden das belegen. Praxisbeispiele, die sich weit über das bloße „Reinhören“ in eine Maschine oder Anlage erstrecken, belegen den Zusatznutzen von CM.

Mit mehr als 1.100 Ausstellern präsentiert die Leitmesse „Motion, Drive & Automation“ (MDA) im Rahmen der HMI internationale Spitzentechnik rund um die Themenschwerpunkte elektrische, mechanische und fluidtechnische Antriebe. In den Hallen 14, 15, 19 bis 25 und 27 zeigen Hersteller ihre neuesten antriebstechnischen Produkte und Lösungen.

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„Ein solch dynamisches und innovatives Umfeld zieht eine erhebliche Aufmerksamkeit auf sich, was wir als Messeveranstalter natürlich auch für die Weiterentwicklung von Trends in Szene setzen“, erklärt Manfred Kutzinski, Projektleiter der Deutschen Messe.

Ein solcher Trend heißt „Condition Monitoring“ – also die systematische Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen. Deshalb findet zum dritten Mal die Sonderschau „Condition Monitoring Systems“ (CMS), statt, die bewusst in Halle 24 inmitten der MDA platziert worden ist. Peter-Michael Synek, Projektmanager beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) und Mitorganisator der Sonderschau betont: „Wir hoffen trotz der angespannten konjunkturellen Situation wieder auf eine gute Resonanz – 2005 und 2007 besuchten jeweils 20.000 Fachbesucher die CMS Sonderausstellung.“

Das „gläserne“ Getriebe ist Realität

Im Rahmen der Leitmesse „Motion, Drive & Automation“ (MDA) auf der Hannover Messe finden konzentrierte Themenbereiche wie die Sonderschau „Condition Monitoring Systems“ und das MDA-Forum (beide Halle 24) regen Zulauf (Archiv: Vogel Business Media)

Einen entscheidenden Grund für den Erfolg der CMS-Sonderschau sehen die Verantwortlichen in der kontinuierlichen Entwicklung moderner, einfacher und kostengünstiger Überwachungssysteme. Damit lassen sich Konzepte rund um das Life Cycle Management und damit auch die Total Cost of Ownership spürbar optimieren. Das Resultat heißt: Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von Maschinen und Anlagen.

Zum Beispiel demonstriert die Firma Eickhoff Antriebstechnik GmbH in der CMS-Sonderschau, welcher Nutzwert sich aus dem frühzeitigen Erkennen von Veränderungen ergibt. Solche Systeme machen den Service planbar und signalisieren frühzeitig einen Ausfall. Dadurch lassen sich die Wartungskosten senken, Produktionsausfälle minimieren, und statt eines drohenden Totalausfalls von Maschinenteilen kann so eine oftmals erheblich günstigere Reparatur vorgezogen werden.

Beispiel Getriebe: Diese Anwendung haben die Spezialisten mittlerweile vollkommen im Griff. Über Sensoren lassen sich die Schwingungen des Getriebes erfassen und bauteilspezifische Frequenzen isoliert betrachten. Resultat: Der Fachmann kann sofort sagen, welches Maschinenelement akut oder zukünftig ersetzt werden sollte – von den einzelnen Lagern bis zu Zahnrädern bzw. Verzahnungspaarungen.

CM verbessert die Prozesse Untertage und in Werkzeugmaschinen

Die Überwachung der Wälzlager und der Getriebeverzahnung bei Walzenschremmladern signalisiert der Steuerung sofort, wenn die Maschinen den Kohleabbau verlassen und in hartes Gestein eindringen. Das erhöht nicht nur deren Produktionsleistung, sondern auch ihre Lebensdauer. Auch bei Schaufelradbaggergetrieben ist eine Drehmomentüberwachung möglich (Archiv: Vogel Business Media)

In Vortriebsmaschinen wie zum Beispiel Walzenschremmladern zum Untertage-Abbau werden sowohl die Wälzlager als auch die Verzahnung der Hauptantriebe überwacht. Mit den daraus gewonnenen Informationen „erkennt“ die Steuerung sofort, wenn das Walzenrad aus dem Kohleabbau in härtere Erdschichten stößt. Durch Condition Monitoring können also auch Prozesse optimiert werden, was im besagten Fall zu einer Erhöhung der Walzenradstandzeiten und der gesamten Antriebstechnik führt.

Manfred Kutzinski, Projektleiter der Deutschen Messe: „Die 1.000 qm große CMS-Sonderschau und die begleitende Vortragsplattfrom MDA-Forum zeigen Ingenieuren, dass Condition Monitoring viele Vorteile bringt – sogar weit über den Service hinaus.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Das Gleiche lässt sich natürlich auch bei Werkzeugmaschinen realisieren. Über Drehmomentmessungen erkennt das CM-System, wann die Wendeschneidplatten stumpf sind. Durch rechtzeitigen Wechsel lassen sich so erhöhte Prozesstemperaturen und drohende Qualitätseinbußen vermeiden. Peter-Michael Synek betont: „Condition Monitoring ist längst als reines Instandhaltungstool aus seinem Schatten getreten und beweist zusehends seinen praktischen Nutzen rund um die Produktion.“

Das wird auch im MDA-Forum deutlich. Diese Vortragsplattform befindet sich direkt an der 1.000 m² großen Sonderfläche der CMS. Somit können Besucher möglichst viele Informationen im Vorbeigehen erfassen. „Wir haben uns hier bewusst für ein offenes Konzept entschieden“, erklärt Manfred Kutzinski, „um eine besondere Nähe zwischen den Trends rund um das Condition Monitoring und den Besuchern aus dem Maschinen- und Anlagenbau zu schaffen.“

Condition Monitoring als verlängerte Werkbank für Konstrukteure

Diese ist wichtig, weil vielen immer noch nicht der Mehrwert solcher Systeme bewusst ist. Eickhoff demonstriert am CMS-Stand in Halle 24 die unterschiedlichen „Ausbaustufen“. Während beispielsweise das Basis-EGOMS auf die Schwingungs- und Temperaturüberwachung ausgelegt ist, können mit dem EGOMS-Torque zusätzlich Drehmomentverläufe erfasst und lückenlose Lastkollektive eines Antriebsstrangs gezählt werden.

Mit Hilfe der Lastkollektive lassen sich z. B. Überlastzeiten aufsummieren, die Auslastung einer Maschine/Anlage bewerten und bei Betrachtung der Schwingungsamplituden sogar dynamische Vorgänge analysieren. Peter-Michael Synek kommentiert: „Die Messebesucher werden am Eickhoff-Stand – und nicht nur dort – erfahren, dass Condition Monitoring für Konstrukteure mittlerweile ein nicht zu unterschätzendes Entwicklungs- und Projektierungstool geworden ist.“

Als Maschinen- und Anlagenhersteller für die Windenergiebranche und den Bergbau hat Eickhoff gewissermaßen seine Prüfstände für die Weiterentwicklung von Condition Monitoring Systemen im eigenen Haus. Werden Prototypenanlagen ausgeliefert, stehen die Getriebe und periphere Maschinenelemente standardmäßig mindestens ein Jahr durch ein entsprechendes Telemonitoring-System unter Beobachtung.

Neben stationären Systemen für Condition Monitoring gibt es eine Reihe von mobilen Systemen, die Maschinen und Anlagen auf den Zahn fühlen. Innerhalb einiger Minuten weiß der Spezialist, wo es weh tut – im Getriebe, der Turbokupplung oder dem Lager (Archiv: Vogel Business Media)

Jedes „Geräusch“ wird während dieser Zeit wahrgenommen, und der betreffende Anlagenteil kann bei Folgeanlagen weiter optimiert werden. Das gilt nicht nur für Getriebe und angrenzende statische bzw. dynamische Anlagenkonstruktionen, sondern auch für Turbokupplungen, bei denen zum Beispiel eine permanente Schlupfüberwachung erfolgt.

Manfred Kutzinski und Peter-Michael Synek fassen zusammen: „Die Vielfalt und die Vielseitigkeit der permanenten Zustandsüberwachung hat sich über die letzten Jahre derart vergrößert, dass die Sonderschau „Condition Monitoring Systems“ ein Pflichttermin für Maschinen- und Anlagenbauer geworden ist.“ Ganz klar: Was vor zwei Jahren noch Stand der Technik war ist heute schon längst wieder einen deutlichen Schritt weiter vorne. Wetten, dass!

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