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RJ45-Steckverbinder

Wie aus dem Steckverbinder der Bürowelt ein Steckverbinder für die Industrie wird

| Redakteur: Ute Drescher

Als eine Plattform für Anwendungen sowohl im Büro als auch in der Industrie kommen jetzt die RJ45-Steckverbinder IE Line unter der Technologiemarke SteadyTec auf den Markt. Sie erfüllen alle gängigen Normen, bieten eine Lösung für alle Anforderungen sowie Übertragungsraten bis 1 Gbit.

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Ethernetfähig Die Steckverbinder arbeiten mit Übertragungsraten bis 1 Gbit und entsprechen den internationalen Normen für Ehthernet/TCP/IP, Profinet sowie Ethernet IP.
Ethernetfähig Die Steckverbinder arbeiten mit Übertragungsraten bis 1 Gbit und entsprechen den internationalen Normen für Ehthernet/TCP/IP, Profinet sowie Ethernet IP.
( Archiv: Vogel Business Media )

„Ausfall- oder Stillstandzeiten soll es wegen eines Steckverbinders in Zukunft nicht mehr geben“: Mit diesem Anspruch ist Weidmüller gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern BTR Netcom und Telegärtner angetreten und hat die industrietauglichen RJ45-Steckverbinder der Serie IE Line entwickelt. Um darüber hinaus die Zuverlässigkeit zu demonstrieren, haben die Partner für alle Komponenten des modularen Konzepts das herstellereigene Qualitätssiegel SteadyTec kreiert.

Ausgangspunkt für die Entwicklung waren die bisherigen Unzulänglichkeiten von Steckverbindern im Industrial Ethernet. Bernd Fischer, Chief Marketing & Portfolio Officer bei Weidmüller, kennt sie. So gelten Qualitätsstandards nur für bestimmte Bereiche in der Verbindungstechnik. „Der Anwender hat nie die völlige Sicherheit, die er sich für seine Anwendung wünscht“, erklärt der Marketing-Chef.

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Um Netzwerke in der Industrie aufzubauen, ist es außerdem immer notwendig, Produkte unterschiedlicher Hersteller zu einer Lösung zusammenzubauen. Fischer: „Das ist nicht nur teuer und riskant, sondern entspricht auch in den wenigsten Fällen zu 100% den Normen“.

RJ45-Steckverbinder aus dem Baukasten

Insgesamt 14 verschiedene RJ45-Steckverbinder in industrietauglichen Gehäusen haben die Kooperationspartner am Markt gezählt. Das macht die Vernetzung nicht unbedingt einfach und schnell. Um diese Vielfalt einzudämmen, haben die drei Unternehmen ein Baukastensystem entwickelt, wie andere Branchen, u.a. der Automobilbau, es seit Jahren erfolgreich praktizieren.

Der Anwender soll stets die Möglichkeit haben, die für seine Anforderungen notwendigen Steckverbindersets zu bekommen, und zwar unabhängig davon, ob die hauptsächliche Anforderung in Richtung Übertragunsrate der Steckverbindung geht, ob die Verbindung resistent gegen bestimmte Umgebungsbedingungen sein muss oder ob es in erster Linie auf einfache Montage und Installation ankommt.

Auf dieser Basis ist ein durchgängiges, modulares Produktportfolio für Kupfer- und Lichtwellenleiter entstanden, das sowohl den Anforderungen der Fabrik- als auch der Maschinenverkabelung Rechnung trägt. Je nach Kombination der Einsätze sind unzählige Ausführungen möglich.

Kontaktsystem muss industrietauglich sein

Auch Kontaktsicherheit, Gehäusestabilität, Materialbeschaffenheit und Dichtungseigenschaften haben die Partner verbessert. „Das Problem der Kontaktsicherheit existiert, seit es Steckverbinder in Industrieanwendungen gibt“, erklärt Bernd Fischer. Nicht selten stehen ganze Fertigungsstraßen still, weil die Kontaktsysteme für die Beanspruchung in der Industrie nicht ausgelegt sind.

Hier müssen die Kontaktsysteme unempfindlich gegen Vibration, Schock und mechanische Belastung sein. Daher haben die Partner die Kontaktfedern vor allem mit geringerer Masse und höherer Federkraft ausgestattet. Das gilt auch für die Schirmkontaktierung, die jetzt vier statt zwei Kontaktpunkte hat. Das soll die Kontaktsicherheit auch unter extremen Bedingungen gewährleisten.

Auch robustes Material allein macht eine Steckverbindung nicht zuverlässig: Abgebrochene Rasthaken oder schlecht gesicherte Steckergehäuse machen Anwendern mehr Arbeit, als sie ihnen abnehmen. Die Norm XXX legt Wasserdichtigkeit und Verriegelung der Steckverbindersysteme fest; SteadyTec-Steckverbinder erfüllen diese Norm. Die Kabeleinführung lässt geschützte Kabel bis zu 12 mm Durchmesser zu und ermöglicht den Einsatz von 8-adrigen Kabeln. Das Gehäuse ist komplett geschlossen, wodurch es auch extremen Belastungen standhält.

Steckverbinder fürs Büro versagen in der Industrie

Die Materialbeschaffenheit ist eines der größten Probleme der Verbindungstechnik. Einfache Büroprodukte versagen im rauen Umfeld der Industrie, während wiederum die Industrieprodukte für das Büro unbrauchbar sind. Die neuen Steckverbinder setzen Kunststoffe und Metalle in, die gegen Laugen, Säuren, Fette und Öle resistent und auch bei -40° C bis 70° C zuverlässig sind.

Auch die Dichtungen halten Staub, Ölen oder Wasser stand; alle Gehäuse sind 100% Wasserdicht und schützen die Kupfer- und LWL-Einsätze.

Auch bei der Geschwindigkeit sollen die Steckverbinder Maßstäbe setzten: Sie sind gigabitfähig und in der IEC 61076-3-106 beschrieben. Die in der Norm genannten Steckverbinder der Varianten 4 und 5 (Profinet) und Variante 1 (Ethernet TCP/IP) sind darüber hinaus in den Normen für anwendungsneutrale Verkabelungen von Industriegebäuden ISO/IEC 24702 (FDIS), IEC 61918 (Automation Island) und sowie Feldbusinstallationen IEC 61784-5 vorgeschrieben.

Steckverbinder ohne Spezialwerkzeug konfektionieren

Neben Modularität, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit galt auch die einfache Handhabung von Anfang an als wichtige Anforderung. So lassen sich die Steckverbinder ohne Spezialwerkzeug einfach konfektionieren und im Feld anschließen: Litzen des abisolierten Kabels in das Ladestück einführen, Zusammenführen des Steckerunterteils mit dem Ladestück und Zusammendrücken von Ladestück und Unterteil.

Vor allem von der Flexibilität sollen die Anwender der Ethernet-Steckverbinderfamilie profitieren. Da er die freie Auswahl hat, erhält er immer genau das Produkt, das er für seine Applikation benötigt. Sämtliche Varianten – ob Kunststoff- oder Metallgehäuse – sind für die Schutzart IP67 ausgelegt. „SteadyTec-Steckverbinder repräsentieren den neuesten internationalen Standard“, versichert Bernd Fischer. Fehlinvestitionen und Technologierisiken, so der Marketing-Chef weiter, würden zuverlässig umgangen – sowohl für den Maschinenhersteller als auch für den Anlagenbetreiber.

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