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Greiftechnik

Wie das Greifen von morgen aussehen wird

| Redakteur: Sariana Kunze

Auf der Hannover Messe 2018 zeigt Schunk anhand der eigenen Greifsysteme, wie das Greifen von morgen aussehen könnte. Auch die Bundeskanzlerin informierte sich über das smarte Greifen der Roboterhände von Schunk.

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Man nähert sich an: Bundeskanzlerin Angela Merkel interessierte sich auf der Hannover Messe für die Schunk SVH 5-Fingerhände.
Man nähert sich an: Bundeskanzlerin Angela Merkel interessierte sich auf der Hannover Messe für die Schunk SVH 5-Fingerhände.
(Bild: Christian A. Werner / Schunk)

„Die Hannover Messe hat in beeindruckender Weise gezeigt, dass die Digitalisierung der industriellen Produktion und der Trend zur Industrie 4.0 die weltweit bestimmenden Themen der kommenden Jahre sein werden“, unterstreicht Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter, CEO von Schunk, zum Abschluss der Weltleitmesse der Industrie. „Der hochkarätige Mix aus den führenden Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen, Spitzenpolitik und internationalem Publikum belegt die Leader-Funktion des Standorts Deutschland im globalen industriellen Kontext. Dabei ist der Trend eindeutig: Die Fabrik von morgen ist smart, intelligent und hochvernetzt.“

Mensch-Roboter-Kollaboration mit Roboterhänden

Das zeigt sich auch und gerade bei den Greifsystemen von Schunk: In zahlreichen Live-Applikationen präsentierte der Kompetenzführer für Greifsysteme und Spanntechnik, wie das Greifen von morgen aussehen wird. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel ging am Stand von IBG Automation, den deutsche Regierungschefin gemeinsam mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto und dessen Frau Angélica Rivera besuchte, auf Tuchfühlung mit den Roboterhänden von Schunk. Was spielerisch aussah, hatte einen ernstzunehmenden technologischen Hintergrund: Lediglich mithilfe von Gesten und ohne Programmier-Know-how soll es künftig in industriellen Anwendungen und in der Servicerobotik möglich sein, mit Robotern zu interagieren oder diese zu steuern und einzurichten. Nachdem Schunk auf der Hannover Messe 2017 für den intelligenten Kollaborationsgreifer Schunk Co-act JL1 Greifer mit dem viel beachteten Hermes-Award ausgezeichnet worden war, legte der Greifsystemspezialist in diesem Jahr nach und präsentierte die Schunk Co-act Baureihe für Anwendungen in der Mensch-Roboter-Kollaboration. Dazu zählt auch Schunk CO-act EGP-C, der weltweit erste DGUV-zertifizierte Industriegreifer für kollaborierende Anwendungen.

Nutzentrennsystems mit Smart Gripping

Wie die Idee der smarten Fabrik in der betrieblichen Praxis realisiert werden kann, konnten die Messebesucher anhand einer hochflexiblen Industrie-4.0-Montagezelle erleben. Abhängig von der Auftragslage und der jeweiligen Priorisierung organisiert die Zelle autonom den kompletten Prozess von der Montage bis zur Verpackung der fertigen Baugruppen. Noch einen Schritt weiter geht Schunk beim „Smart Gripping“, exemplarisch dargestellt anhand eines Hochgeschwindigkeits-Nutzentrennsystems des Tochterunternehmens Schunk Electronic Solutions: Zur Handhabung und Qualitätssicherung nutzt Schunk eine Technologiestudie auf Basis des intelligenten Schunk EGL, der die einzelnen Leiterplatten während des Handlings vollautomatisch vermisst und zugleich definierte Qualitätsmerkmale überprüft. Die erfassten Daten und daraus abgeleiteten Informationen gibt der smarte Greifer zur weiteren Prozesssteuerung an die Anlagen-Zellsteuerung weiter und stellt sie zugleich einem cloudbasierten Analyse-Tool zum Realtime Condition Monitoring auf beliebigen Endgeräten zur Verfügung. Die prozessintegrierte Qualitätskontrolle und die automatische Ausschleusung von Schlechtteilen anhand individuell definierbarer Sollgrößen verhindert, dass defekte Bauteile kostspielig in nachfolgenden Prozessschritten weiterveredelt werden. Zugleich entfallen zusätzliche Messsysteme und Auswertungseinheiten sowie deren Anbindung und Konfiguration. Für Henrik A. Schunk liegt genau hier die Zukunft: „Die kostengünstige, schnelle und effiziente Vernetzung von Automationskomponenten, Qualitäts- und Produktionsmanagementsystemen schafft erhebliche Mehrwerte in der industriellen Produktion. Vergleichbar mit einem Nervensystem entsteht auf diese Weise ein hocheffizientes, sich selbst organisierendes Produktionsnetzwerk.“

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