Engineering Wie datenbasiertes Engineering die Intralogistik optimiert

Autor / Redakteur: Johann Igl* / Sariana Kunze

Intralogistik-Projekte können sehr komplex sein. Neben bewährten Komponenten und Systemlösungen setzt der Logistikexperte SIT Log aus der Oberpfalz auf ein durchgängig datenbasiertes Engineering der Schalt- und Steuertechnik von Siemens.

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Vollelektronische Zukunft für Intralogistik: Mit einer selbstentwickelten Wartungsbrille von SIT Log können wichtige Informationen mit den Servicemitarbeitern geteilt werden.
Vollelektronische Zukunft für Intralogistik: Mit einer selbstentwickelten Wartungsbrille von SIT Log können wichtige Informationen mit den Servicemitarbeitern geteilt werden.
(Bild: SIT Log)

Wie können komplexe Logistikprozesse vereinfacht werden? Das ist eine Frage, die sich vor allem Betriebe stellen, die wachsen und die internen Abläufe optimieren möchten. Die Intralogistik spielt dabei eine wesentliche Rolle, sie umfasst die Steuerung, Organisation und Optimierung des innerbetrieblichen Materialflusses, der Informationsströme sowie des Umschlags von Waren in Industrie, Handel oder auch öffentlichen Einrichtungen. Die Vorteile einer technisierten Intralogistik sind unverkennbar: Die Automatisierung fördert die Effizienz innerbetrieblicher Prozesse. Wichtige logistische Herausforderungen werden mittels Steuerung durch Lagersoftware bewältigt. Als nachteilig kann sich erweisen, dass moderne Logistiksoftware äußerst komplex und zunehmend mit anderen Systemen vernetzt ist. Damit ein reibungsloses Gelingen gewährleistet wird, müssen alle Systemkomponenten perfekt aufeinander abgestimmt sein.

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Wer also individuelle Logistikanlagen realisieren will, muss auf Praxiserfahrung und bewährte Komponenten setzen. Das weiß die SIT Log GmbH, Steuerungs- und Informationstechnologie für Logistik, aus der Oberpfalz, die Intralogistik-Projekte mit einem hohen Maß an Flexibilität umsetzt. Seit Beginn der 20-jährigen Firmengeschichte nutzt das Familienunternehmen in Altenstadt Automatisierungs-Hardware sowie Steuerungs- und Schalttechnik von Siemens. Dabei spielt die Integration neuer Technologien eine große Rolle.

Stammdaten per Knopfdruck in Engineering-Tools übernehmen

Wie das in der Praxis aussieht, vermittelt Josef Adam, Projektleiter bei SIT Log: „Wir entwickeln kundenspezifische Software auf Basis der Steuerungs- und Visualisierungssysteme TIA-Portal und Win CC von Siemens.“ Zur schnellen und individuellen Umsetzung sämtlicher Projekte nutzen die Logistikexperten auch elektronische Unterstützung der industriellen Schalttechnik. Selbst für Schütze, Leistungsschalter, Relais, Befehls- und Meldegeräte sowie viele weitere Schaltgeräte liefert Siemens komplette Datenpakete, die in allen marktüblichen Formaten von deren Homepage importiert werden können. Adam beschreibt weiter: „Geräteabmessungen, Leistungsdaten, CAD-Daten, Zertifizierungen und viele weitere Stammdaten erhalten wir auf Knopfdruck und können diese in unsere Engineering-Tools sowie in unser Warenwirtschaftssystem übernehmen.“

Anlagen vorab virtuell aufbauen

Das hat den Vorteil, dass die notwendigen Informationen für unterschiedlichste Arbeitsschritte korrekt und schnell verfügbar sind. Nach der Klärung der verschiedenen Anforderungen mit dem Kunden erstellt SIT Log ein Anlagenlayout. Anhand dieser Vorlage werden Technik und Mengengerüste definiert, bevor es dann zur Schaltschrankplanung und dem Aufbau des Stromlaufplans geht. Anschließend folgt die Programmierung im TIA-Portal und die Visualisierung in Win CC. Adam erklärt: „Auch weil wir sämtliche Produktdaten von Siemens digital bekommen, sind wir in der Lage, Anlagen vorab virtuell aufzubauen.“ So lassen sich Schaltungen, Geschwindigkeiten bzw. Beschleunigungen, aber auch Störszenarien testen, was letztlich bei der Inbetriebnahme viel Zeit spart.

Zeit im Engineering sparen

Die elektronische Integration von industriellen Schaltgeräten steigert die Engineering-Leistung. Anlagen der Intralogistik sind nicht selten verzweigt und bestehen vielfach aus traditionellen Standard-Geräten wie Schützen, Leistungsschaltern, Sensoren, Tastern, Lichtschranken, Motoren etc. Josef Adam beschreibt die Situation folgendermaßen: „Würden wir ständig wechselnde Produkte von anderen Herstellern einsetzen, läge der Engineering-Aufwand wohl doppelt so hoch.“

Beispielsweise liefert Siemens für seine industriellen Schaltgeräte wie auch für Komponenten der Steuerungs- und Automatisierungstechnik neben den normalen Datenpaketen zusätzlich Makros, die in der CAD-Konstruktionssoftware Eplan Electric P8 für die automatisierte Datenübernahme genutzt werden können. „Das alles spart Zeit im gesamten Engineering“, fasst Wolfgang Hausner, Firmenchef bei SIT Log, zusammen und ergänzt: „Durch die schnelle und umfassende Datenintegration, wie sie uns von Siemens ermöglicht wird, beschleunigen wir unsere internen Vorgänge.“

Mit Datendurchgängigkeit und Wartungsbrille zur vollelektronischen Zukunft

Alle relevanten Informationen werden nach der CAD-Planung in Datenbanken abgelegt, diese wiederum bilden die Grundlage zur Programmierung der Anlage. Entsprechend müssen diese Basics zur Erstellung der Software nicht separat ausgearbeitet bzw. vorrangig eingepflegt werden. Die Datendurchgängigkeit und elektronische Datenlieferung von Siemens-Automatisierungslösungen und -Schaltgeräten macht die Prozesse bei SIT Log effizienter. Darauf aufbauend hat sich beispielsweise ein spezieller Hotline- und Wartungsservice auf Basis Win CC entwickelt, wie Wolfgang Hausner berichtet: „Wir haben eine Wartungsbrille entwickelt, die der Mitarbeiter vor Ort aufsetzt und damit wichtige Informationen für unsere Servicemitarbeiter liefert bzw. im eigenen Sichtfeld von unseren Mitarbeitern in der Firmenzentrale erhält.“

Für SIT Log ist das der Weg in die Zukunft: Wenn alle Systeme wie Planungs-, Konstruktions-, Bestell- und Anwendersoftware auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen, lassen sich sämtliche Prozesse beschleunigen. Dazu zählt unter anderem eine eigene Störmelde-App auf Basis Android und OS2, die direkt mit der Win-CC-Datenbank verknüpft ist. Ein Fehler-/Melde-Archiv sowie der direkte Zugriff auf Produktdaten über Barcodes bzw. QR-Codes gehört ebenso dazu wie eine sogenannte Photodoc-Funktion zur Dokumentation bestimmter Wartungsvorgänge wie etwa dem Justieren von Lichtschranken. Hausner fasst zusammen: „Wir arbeiten längst an dieser vollelektronischen Zukunft – mit dem klaren Ziel der nachhaltigen Weiterentwicklung der Intralogistik.“

Mit datenbasiertem Engineering wettbewerbsfähig bleiben

Digitale Informationen sind zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor einer effizienten Intralogistik geworden, da ist sich Firmenchef Hausner sicher. Siemens stellt heute schon die notwendigen Geräteinformationen digital zur Verfügung. Somit liefern die Siemens-Geräte die Datentransparenz für das datenbasierte Engineering und die vollelektronische Zukunft.

* Johann Igl, Electrical Products, Siemens Smart Infrastructure

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