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Retrofit

Wie eine 50 Jahre alte Presse ihren zweiten Frühling erlebt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der Automobilzulieferer Meleghy Automotive wollte eine 50 Jahre alte Presse nicht aufgeben. Als vergangenes Jahr Zähne aus der Ritzelwelle brachen und Risse in Kopfstück und Pressenständern auftauchten, entschied sich das Unternehmen, die 1.500 Tonnen starke Presse komplett zu modernisieren.

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Schuler modernisierte das „alte Mädchen“, wie die Maschine bei Meleghy liebevoll genannt wird, komplett mechanisch und elektrisch.
Schuler modernisierte das „alte Mädchen“, wie die Maschine bei Meleghy liebevoll genannt wird, komplett mechanisch und elektrisch.
( Bild: Schuler )

Die 1.500 Tonnen schwere Presse wird von den Mitarbeitern liebevoll „altes Mädchen“ genannt. Mit über 50 Jahren ist die Presse auch alt – aufgeben wollte sie der Automobilzulieferer Meleghy Automotive dennoch nicht. Obwohl schon die Zähne aus den Wellen brechen, soll die presse modernisiert werden. Einfach ist das nicht: „Wenn so eine Maschine aus dem Produktionsalltag herausgerissen wird, entstehen schnell zusätzliche Kosten“, erklärt Geschäftsführer Dr. Thomas Werle. Umso wichtiger war daher für ihn die termingerechte Abwicklung der umfangreichen Überholung. „Deshalb fiel für die Modernisierung unsere Wahl auf den Original-Hersteller.“ Als Produzent der Müller-Weingarten-Maschine besitzt Schuler das erforderliche Know-how.

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Das für die Instandhaltung zuständige Team von Meleghy Automotive unterstützte bei der Vorbereitung und Betreuung der Überholung. Ende April 2017 schlossen die Experten von Schuler die Schweißarbeiten am Kopfstück ab und montierten anschließend die neuen Antriebsteile. Zudem tauschten sie Motoren, Schaltschränke, Verkabelung sowie Richtkassette und Einzugswalzen der Bandanlage.

Visualisierung komplett überarbeitet

Die verschiedenen alten Steuerungen führte Schuler dabei zusammen und brachte sie auf den aktuellen Stand, wie auch die gesamten Vorkehrungen zur Arbeitssicherheit an der Maschine. Zur intuitiven Bedienung der Anlage hat Schuler die Visualisierung komplett überarbeitet. Dadurch vereinfachen sich das Rüsten sowie die Diagnose im Fehlerfall für die Produktionsmitarbeiter deutlich.

Seit diesem September erstrahlt das „alte Mädchen“ nun wieder in neuem Glanz. „Eine neue Maschine hätte auch ein neues Fundament und eine Anpassung der Werkzeuge benötigt“, berichtet Dr. Werle. „Deshalb war die Entscheidung für eine Generalüberholung richtig, zumal die Presse im Kern gesund ist. Bei entsprechender Pflege wird sie uns noch viele Jahre gute Dienste leisten.“ (jup)

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal konstruktionspraxis.de.

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