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Schaltschranktechnik: Gesamtnutzen im Fokus

Wie Engineering-Tools Kosten senken, Zeitaufwand reduzieren und Planungsfehler vermeiden

| Autor/ Redakteur: Uwe Scharf / Ines Stotz

Gerade in der Schaltschranktechnik werden mechatronische, funktionsorientierte Ansätze oft noch nicht genutzt. Doch durch produkt- und produktionsbegleitende digitale Informationen ergeben sich bedeutende Produktivitäts-Potentiale — wie die Engineering-Tools von Eplan und Rittal zeigen.

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Rittal Comfort-Panel
Rittal Comfort-Panel
( Archiv: Vogel Business Media )

Die permanente Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität, die Reduktion von Kosten und die Verkürzung der Time-to-Market sind entscheidende Ziele der Automatisierung von morgen. Dabei sind durchgängige Lösungen gefragt, die alle Prozesse im Produkt- und Anlagendesign virtuell unterstützen. Und zwar solche, die es erlauben unterschiedliche Engineering-Daten — etwa aus Elektrotechnik, Mechanik und Fluidtechnik — in allen Phasen herstellerübergreifend zu nutzen.

Dabei rückt für Rittal neben dem eigentlichen Produktspektrum von mehr als 10 000 realen Produkten immer stärker der Gesamtnutzen seines Angebots in den Mittelpunkt — der Total-Benefit-of-Usership. Eine Umfrage zeigte, dass Kunden nicht nur hervorragende Produkte erwarten, sondern auch die praktische Unterstützung beim Einsatz im Engineering-Prozess, also das bestmögliche Zusammenspiel von Produkten, Produktdaten und Engineering-Werkzeugen. So bietet Rittal gemeinsam mit Eplan hierzu Engineering-Tools wie 3D-Daten und Softwarelösungen für die „Fabrik der Zukunft“, für die unterschiedlichen Planungszyklen von Schaltschränken, Maschinen oder Anlagen.

Alle Bauteile transparent planen

Produkt-Konfiguratoren wie der Rittal CP-Konfigurator unterstützen die Konzeptarbeit — hier der Comfort-Panel. (Archiv: Vogel Business Media)

Bei der Konzeption und Lösungsfindung spielen Produkt-Konfiguratoren eine wichtige Rolle. Durch eine intuitive Bedienerführung sollen sie dafür sorgen, dass die komplexen Baukastensysteme der Gehäuse transparent werden und sich an die jeweiligen Anforderungen anpassen lassen. Parameter wie Abmessungen, Frontgestaltung, Designoption, Zubehör, Kühlvarianten, Tragarm-Anschlüsse und Tastaturgehäuse sind über Auswahlmasken schrittweise konfigurierbar.

Damit erhält der Nutzer die Sicherheit, das Bediengehäuse für seine spezifische Anwendung vollständig und richtig — inklusive Zubehörteile — konfiguriert zu haben. Am Ende stehen ein Ausschreibungstext samt Angebotsanfrage an Rittal sowie ein 3D-CAD-Modell der Konfiguration für den Konstrukteur zum Herunterladen zur Verfügung. So kann die Konstruktion bereits arbeiten, während parallel der kaufmännische Prozess läuft.

Realistisches Gesamtkonzept liefert den Überblick

Das schafft Überblick: Präsentation des Gesamtkonzepts in der jeweiligen Anwendungsumgebung. (Archiv: Vogel Business Media)

Nur ein Überblick über die Gesamtlösung schafft eine sichere Basis für fundierte Entscheidungen. So lassen sich Gehäusesysteme in die Anwendung virtuell integrieren bis hin zur Präsentation des Gesamtkonzepts in der jeweiligen Umgebung. Dadurch können Konstruktions- und Design-Alternativen bereits vor dem Detail-Engineering bewertet werden. Mit diesem Service bietet Rittal gerade Systemintegratoren die Möglichkeit, eine gemeinsam entwickelte Gesamtlösung beim Endanwender vorzuführen und somit eine gute Entscheidungsbasis zu liefern.

Effizientes Engineering beschleunigt Entwicklungsprozess

Eplan-Cabinet beschleunigt den digitalen Entwicklungsprozess, indem es 3D-Layouts und vollständige Fertigungsdaten erstellt und klare Montage-Dokumentationen liefert. (Archiv: Vogel Business Media)

In der Engineering-Phase laufen unterschiedliche Planungsdaten zusammen: Während mit dem Eplan-Engineering-Center komplexe mechatronische Strukturen einfach projektiert werden, überträgt das auf der ganzheitlichen Entwicklungsumgebung aufsetzende Tool Eplan-Cabinet diese Lösungen auf das Schaltschrank-Layout bis hin zur Ansteuerung von Bohrautomaten oder Kabelkonfektionierungen. Das beschleunigt den digitalen Entwicklungsprozess, indem es 3D-Layouts und vollständige Fertigungsdaten erstellt und klare Montage-Dokumentationen liefert, die auch Mitarbeitern ohne weiterreichende Fachkenntnisse den Schaltschrank-Aufbau ermöglichen.

Vorraussetzung sind in der Regel 3D-Modelle der Bauteile. Rittal stellt seine 3D-Daten in einer RiCAD-3D-Bibliothek — Downloadplattform für dreidimensionale CAD-Modelle — bereit. Das Werkzeug bietet einen einfachen Online-Zugriff auf die Original-Konstruktionsdaten und stellt generische Daten für nahezu alle CAD-Formate zur Verfügung. Der Nutzen für die Anwender: Fehlerfreie Konstruktionsdaten für jedes CAD-System, bessere Datenqualität und geringerer Arbeitsaufwand. Rittal unterstützt den Engineering-Prozess zusätzlich parallel mit seinen Software-Tools Therm, Computer-Fluid-Dynamic und Power-Engineering, die eine optimale Energie- und Klimaauslegung garantieren.

Rittal-Makros in neuer CAE-Generation

Kostenlos und einfach per Internet-Download stellt Rittal für Eplan-Anwender fertige Engineering-Daten zur Schaltschrank-Projektierung bereit — ab Version 1.9 bereits im Auslieferungszustand. Sie sind für Eplan Electric P8 — die neue CAE-Generation — ausgelegt. Dabei handelt es sich um ausgewählte Artikeldaten der Schaltschrank-Reihen TS, AE, CM sowie Klimatisierungs-Komponenten. Die entsprechenden Rittal-Produktmakros enthalten Geometrie-Informationen. Alle benötigten Ansichten für den Schaltschrank-Aufbau werden unterstützt — inklusive der verdeckten Kanten. Die verwendeten Artikelstammdaten sind in der Stück- und Bestellliste integriert — das spart Zeit im Projektierungsalltag.

Produktdaten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Planungsunterstützung und Zeitersparnis sowie zur einheitlichen Gestaltung der Projektierung. In Makros werden diese Daten, die alle notwendigen Zeichnungs-Informationen beinhalten, gebündelt bereitgestellt. Damit werden Planungszeiten im Engineering verkürzt und Anwender nutzen aktuelle Herstellerdaten in der Konstruktion.

Uwe Scharf, Leiter Strategic Business Development, Rittal

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