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Wie IT in die Fabrik kommt

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Wie IT und Automatisierung zusammenkommen

Ein passendes Beispiel, wie die Automatisierung mit der IT zusammenarbeiten kann, kommt von IBM und Harting. Der Automatisierer hat Spritzgussmaschinen verschiedenen Alters und Fabrikats mithilfe seines Computing Systems Mica an die IBM Cloud und die Watson IoT Plattform angeschlossen. Dazu messen Sensoren an den Stromleitungen den Stromverbrauch jeder einzelnen Maschine. Diese Daten fließen zur Mica, dem robusten Kompakt-Computer in Postkarten-Größe. Mica speichert die Daten, nimmt eine erste Analyse vor und sendet die Daten dann zur IBM Cloud. Dort werden die Daten mit Watson Technologie ausgewertet und in Informationen verwandelt, die man in jedem Web-Browser abfragen kann.

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Die Watson IoT Plattform verbindet das Internet of Things mit der Watson Technologie für kognitives Computing. Das soll die intelligente Analyse aller Daten ermöglichen, die aus der Fertigung strömen – im Zeitalter von Big Data unerlässlich. Zu diesem Zweck vereint die Mica Daten von Strommessgeräten und RFID-Tags der Werkzeuge. Alle Daten werden wahlweise lokal auf der Mica gespeichert und ausgewertet oder an ein IBM Datencenter weitergegeben. So lässt sich ein Energiemanagement implementieren und auch in Richtung Predictive Maintenance voll ausnutzen.

IT ist mehr als Mittel zum Zweck

Auch Pfannenberg rüstet um auf Digitalisierung und hat zusammen mit der Telekom eine eigene Cloud-Lösung entwickelt, die es Anwendern möglich macht, Zustands- und Diagnosedaten sowie Alarmzustände live und ortsunabhängig über einen Webbrowser abzurufen. Eingebaut ist die Lösung in die Kühlgeräte der ε-Cool-X-Serie. Mit der Serie will Pfannenberg eine neue, kommunikationsfähige und effizientere Produktgeneration anbieten.

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Mehr als nur Cloud
Von Hololenses und Zwillingen

Die IT bietet natürlich nicht nur Cloudlösungen für die digitale Fabrik. Auch Virtual-Reality-Brillen wie die Hololens von Microsoft können die Arbeit von Morgen verändern: Mithilfe der Brille können Anwender eine digitale Vorschau ihres Produktes betrachten. Das setzt z.B. Volkswagen in seinem Virtual Engineering Lab um: Eine eigens dafür entwickelte Software projeziert virtuelle Inhalte durch Gestensteuerung und Sprachbefehle auf ein physisches Objekt, etwa ein Fahrzeugmodell wie den Volkswagen Golf. Ein Fingerzeig genügt, damit die Hololens eine andere Lackfarbe zeigt, andere Räder anbaut oder die Stoßfänger verändert.

Der Digitale Zwilling, oder Digital Twin, ist ein weiteres Beispiel, wie IT und OT zusammenwachsen: Er ist eine holografische 3D-Maschinendarstellung, die für Fernüberwachung und Kontrolle eingesetzt wird. Siemens macht damit Remote Service möglich und zeigt, wie zusammen mit einer Skype-App für die Hololens und einer mobilen Dashboard-Anwendung die Microsoft-Technologie in Verbindung mit der Siemens-Cloud Mindsphere die Kommunikation in der Industrie verändern kann.

Unternehmen sollten den Trend nicht verpassen und IT nicht länger als Mittel zum Zweck sehen, sondern zusammenarbeiten. Dafür sprechen die Zahlen: Für Deutschland prognostiziert der Verband Bitkom durch das Zusammenwachsen von Produktion mit IT und Internet bis 2025 Produktivitätssteigerungen von bis zu 78,5 Mrd. Euro. SAP sieht bereits einen Wandel bei den Automatisierern: „Bei Entscheidern in vielen Unternehmen findet gerade ein Bewusstseinswandel statt. Sie stufen den Mehrwert durch die Digitalisierung höher ein als die Sicherheitsbedenken. Zudem entwickeln sich mit den steigenden Anforderungen an die Sicherheit auch weitere Lösungen, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden“, berichtet Waldi von SAP.

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Über den Autor

 Katharina Juschkat

Katharina Juschkat

Redakteurin, Vogel Communications Group