Innovationskultur bei Pflitsch

Wie sich bei der EMV-Sicherheit das Beste aus zwei Welten nutzen lässt

| Redakteur: Ines Stotz

Roland Lenzing, Leiter Unternehmensstrategie, Prokurist und Gesellschafter von Pflitsch: „Wir haben das Beste aus den beiden Welten zu einer EMV-Mehrfach-Verschraubung kombiniert.“
Roland Lenzing, Leiter Unternehmensstrategie, Prokurist und Gesellschafter von Pflitsch: „Wir haben das Beste aus den beiden Welten zu einer EMV-Mehrfach-Verschraubung kombiniert.“ (Bild: Pflitsch)

Unternehmen werden in der heutigen Zeit mehr denn je vor große Herausforderungen gestellt. Roland Lenzing, Leiter Unternehmensstrategie, Prokurist und Gesellschafter von Pflitsch, erklärt am Beispiel EMV, wie der Hersteller von Kabelverschraubungen und Kabelkanälen „Made in Germany“ auch in der 4. Unternehmergeneration erfolgreich bleiben will.

Denn permanente Veränderungen, zunehmende Globalisierung, neue Technologien und anspruchsvolle Kunden sind die treibenden Kräfte. Dies gilt insbesondere für inhabergeführte Mittelständler. Möchten sie ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, müssen sie ständig neue Produkte auf den Markt bringen, Kosten senken, Prozesse verbessern und ihre Kunden nicht nur zufriedenstellen, sondern überzeugen und begeistern.

Ein Volk ohne Vision geht zugrunde. Dieser bekannte Buchtitel der Autorin Dorothee Sölle könnte auf Unternehmen bezogen so umgedeutet werden: Eine Firma ohne Innovationen hat am Markt keine Chance. Deshalb ist es legitim, nach der Innovationskultur zu fragen. Herr Lenzing, wie sieht diese bei Pflitsch aus?

Die Antwort darauf hört sich einfach an, bedeutet aber in der Praxis, sich in einen aufwendigen Prozess hineinzubegeben: Pflitsch ist seit 95 Jahren erfolgreich am Markt, weil uns unsere Kunden stets als Problemlöser gesehen haben und sehen. Als Entwicklungspartner, der Ideen kreiert und aufgreift, sie in technisch wie wirtschaftlich optimale Produkte umsetzt und damit unseren Kunden ein Weiterkommen ermöglicht und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigert. Oft hört man: Gehen Sie mal zu Pflisch und schauen Sie, wie die das Problem lösen…

Pflitsch ist international aufgestellt. Wie funktioniert da der notwendige Dialog mit den Märkten?

In Deutschland sind wir flächendeckend mit versierten Ingenieurbüros aufgestellt, die die Anwender vor Ort kennen. Sie verstehen deren Branche und technische Anforderungen und betreuen sie bestens. International nutzen wir ein Netzwerk von kompetenten Technologie-Partnern, mit denen wir im engen Dialog die optimalen Lösungen finden. Die Partner haben unsere Entwicklungs- und Konstruktionsfachleute zur Seite, die wiederum hausintern eng verzahnt mit Produktmanagement und Fertigungsexperten arbeiten. Mit eigenem Prüflabor sowie der flexiblen Fertigung haben wir die Voraussetzungen geschaffen, besondere Produkte, Prototypen und Kleinserien wirtschaftlich und schnell zu realisieren. Außerdem arbeiten wir in einschlägigen internationalen Gremien mit und nehmen Einfluss auf Normen und Standards.

Haben Sie Beispiele aus der Praxis, wie bei Ihnen Innovationen entstanden sind?

Wir haben uns stets die Dinge genau angeschaut und gefragt, was man verbessern kann. Bis in die 1950er Jahre beispielweise bestanden Kabeleinführungen aus einer Stopfbuchse, zusätzlich abgedichtet mit Kitt, der schnell brüchig und damit undicht wurde. Pflitsch hat damals den Kitt durch einen Gummiring ersetzt, der beim Anziehen der Druckschraube ans Kabel gequetscht wurde. 1965 schufen Otto und Harald Pflitsch daraus das patentierte System Uni Dicht mit verschiedenen Dichteinsätzen – eine revolutionäre Idee, die zuverlässig und langlebig abdichtet und bis heute überall auf der Welt im Einsatz ist.

Ähnliches gelang in den 1980er Jahren mit dem Industrie-Kanal aus Standardbauteilen, die die aufwendigen Eigenbauten bei unseren Kunden ablösten. Heute bieten wir dazu von der CAD-Planung bis zur einbaufertigen Kanalbaugruppe einen einzigartigen Service mit einem hohen Rationalisierungseffekt für die Anlagenbauer. Außerdem haben wir uns schon sehr früh mit der EMV-Sicherheit beschäftigt und auch dafür bessere Lösungen realisiert, als sie der Markt anbietet.

EMV-Kabelverschraubungen gibt es in der Tat zuhauf. Was macht Pflitsch hier anders?

Früher haben wir Lösungen gefertigt wie andere Hersteller auch: Das Schirmgeflecht wurde abgelängt, aufgeweitet und in der Kabelverschraubung auf einen Konus aufgeschoben und dort kontaktiert. In der Praxis hat dieses System aber gravierende Nachteile: Das aufgeweitete Schirmgeflecht verliert einige dB Dämpfung und die Montage ist kompliziert.

Wir haben daraufhin die Uni Dicht mit einer Iris-Ringfeder ausgestattet, die sich beim Verschrauben verengt, den Kabelschirm also sicher umschließt und kontaktiert. Der Monteur braucht nur im Kontaktbereich den Kabelmantel zu entfernen und das Kabel durch die Verschraubung zu schieben und festzuschrauben. Das Schirmgeflecht bleibt unverletzt. Dadurch werden unnötige Verkopplungen von Nutz- mit Störsignalen vermieden und hohe Dämpfungswerte erreicht.

In der Verschraubungsgeneration Blueglobe haben wir die Iris-Ringfeder durch eine 360°-Triangelfeder ersetzt, die den Kabelschirm noch großflächiger kontaktiert. Weil sie sehr hohe Dämpfungswerte bis in den Gigahertz-Bereich erreicht, ist die Blueglobe TRI für Cat. 7A-Anwendungen zugelassen. Beide Lösungen bringen auch Vorteile durch eine einfache Montage.

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