Handhabung

Wie sich Roboter gefühlvoll herantasten

| Autor / Redakteur: Ákos Dömötör / Karin Pfeiffer

Feingefühl: Mit sechsachsigen Kraft-Momente-Sensoren verleiht Optoforce Leichtbaurobotern einen Tastsinn.
Feingefühl: Mit sechsachsigen Kraft-Momente-Sensoren verleiht Optoforce Leichtbaurobotern einen Tastsinn. (Bild: Optoforce)

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Monotone Aufgaben sind vielfach teilautomatisiert. Doch stoßen die Anwendungen bislang an ihre Grenzen. Optoforce möchte das ändern. Sechsachsige, haptische Sensoren verleihen Industrierobotern einen Tastsinn und erweitern so die Möglichkeiten.

Es ist kein Geheimnis: Ein großer Teil der Unternehmen hat den Wettbewerbsvorteil längst erkannt, der sich mit der Automatisierung erzielen lässt. Mit einer Dichte von 301 installierten Industrierobotern pro 10.000 Arbeitskräfte ist Deutschland laut internationalem Roboterverband IFR das am viertstärksten automatisierte Land der Welt – nur übertroffen von Südkorea, Singapur und Japan. Vor allem Leichtbauroboter haben zu dieser Quote in den vergangenen Jahren einen gehörigen Beitrag geleistet. Diese sogenannten Cobots arbeiten ohne Schutzumhausung direkt neben oder in Kollaboration mit Menschen.

Doch damit eine Aufgabe allein mit der herkömmlichen Kombination aus Roboterarm und Endeffektor automatisiert werden kann, muss sie eine ganze Reihe an Kriterien erfüllen. So muss es sich bei den Werkstücken zum Beispiel um Objekte mit standardisierten Maßen handeln, die außerdem aus schwer verformbaren Materialien bestehen. Weiterhin ist es notwendig, dass sich die Objekte immer exakt an den im Roboter vorprogrammierten Positionen befinden. Deshalb werden heute in erster Linie monotone und repetitive Aufgaben, die geringe Ansprüche stellen, automatisiert.

Übersteigt die Komplexität eines Prozesses dieses Schema F, geriet die Automation bisher schnell an ihre Grenzen – und steckt deswegen in weiten Teilen der Industrie auch heute noch in den Kinderschuhen. Unstrukturierte Produktionsumgebungen und empfindliche Materialien sind nämlich keineswegs ein Ausnahmefall. Sie erfordern von einem Roboter Fingerspitzengefühl und die Anpassung der Wegpunkte in Echtzeit, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Optoforce hat sich als Hersteller von sechsachsigen Kraft-Momente-Sensoren genau dieses Problems angenommen und verleiht Leichtbaurobotern einen Tastsinn. Die Sensoren des jungen ungarischen Unternehmens aus Budapest bieten eine ganze Reihe neuer Anwendungsmöglichkeiten – und der Automatisierung damit neue Perspektiven.

Fingerspitzengefühl für anspruchsvollere Prozesse

Wirft man einen Blick in industrielle Produktionshallen im deutschen Sprachraum, werden viele – auch sehr monotone – Arbeitsschritte von Menschen getätigt: von Händen, die vorsichtig mit empfindlichen Materialien umgehen, die spüren, ob Teil A richtig mit Teil B verbunden wurde, von Menschen, die entgegenkommenden Kollegen ausweichen, statt sie umzurempeln und sich in einem unstrukturierten Arbeitsumfeld die richtigen Teile zusammensuchen. Viele Konzerne verlegen deshalb einfache Produktionsschritte in Niedriglohnländer, der Mittelstand muss hier jedoch oftmals eine teure und nur bedingt effiziente regionale Lösung finden.

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