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Smart City Wie Technik hilft, Städte lebenswerter zu machen

| Redakteur: Hendrik Härter

Luftqualität messen und Hochwasser frühzeitig erkennen sowie die Suche nach einem freien Parkplatz: Die Menschen in den Metropolen der Zukunft werden von Elektronik unterstützt.

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Mit smarten Techniken will Bosch dabei helfen, dass die Städte der Zukunft weiterhin lebenswert bleiben. Dabei spielt auch die Qualität der Luft eine wichtige Rolle.
Mit smarten Techniken will Bosch dabei helfen, dass die Städte der Zukunft weiterhin lebenswert bleiben. Dabei spielt auch die Qualität der Luft eine wichtige Rolle.
(Bild: Bosch)

Bei Bosch kennt man sich aus mit den smarten Städten. Das wissen auch die Stadtväter aus Tianjin/China, die sich das Technologieunternehmen ins Boot geholt haben. Es sind vor allem die brennenden Probleme Luftverschmutzung, Überflutung oder das Thema Parkplatzsuche. Für alle genannten Themen bietet Bosch ein umfassendes Produktportfolio an.

Dass Smart Cities im Kommen sind, zeigt auch eine Studie, die Bosch in Auftrag gegeben hat: Der Markt wächst jährlich um 19 Prozent und soll 2020 ein Volumen von 800 Mrd. US-Dollar erreichen. Aktuell ist das Unternehmen an 14 umfassenden Smart-City-Projekten beteiligt. Dazu gehören das eingangs erwähnte Tianjin, aber auch die Städte San Francisco, Singapur, Berlin und Stuttgart.

In San Leandro bei San Francisco beispielsweise hat das Unternehmen rund 5000 Straßenlaternen mit vernetzter LED-Beleuchtung und einer Fernverwaltung des Beleuchtungssystems ausgestattet. So gehen die Leuchten nur dann an, wenn tatsächlich Licht gebraucht wird.

Das IoT treibt die Smart City voran

Auf der CES 2018 präsentierte Bosch unter anderem das Flood-Monitoring-System. Dieses erfasst den Wasserstand von Flüssen und Gewässern in Echtzeit.
Auf der CES 2018 präsentierte Bosch unter anderem das Flood-Monitoring-System. Dieses erfasst den Wasserstand von Flüssen und Gewässern in Echtzeit.
(Bild: Bosch)

Für die vernetzte Stadt von morgen spielt das Internet der Dinge eine wichtige Rolle. Laut Gartner-Studie sollen weltweit bis 2020 rund 230 Mio. Häuser vernetzt sein – das sind rund 15 Prozent aller Haushalte. Auch hier ist das Potenzial groß: Der Markt wird auf 250 Mrd. US-Dollar im Jahr 2020 geschätzt.

Zum gleichen Zeitpunkt werden mehr als 20 Mrd. Geräte weltweit miteinander vernetzt sein – Rauchmelder, Alarmanlagen, Stromzähler, elektrische Helfer in Küche und Waschkeller und vieles mehr. Ein weiterer Treiber für die rasante Entwicklung einer Smart City ist die Künstliche Intelligenz (KI).

Luftqualität und Gewässer überwachen

Das Thema Luftqualität wird entscheiden, wie gesund die Menschen künftig in den Metropolen leben werden. Bosch hat gemeinsam mit Intel das Mikroklima-Monitoringsystem Climo entwickelt. Climo misst und analysiert zwölf Parameter, die für die Luftqualität wichtig sind: Kohlendioxid und Stickoxid, aber auch Temperatur und relative Feuchtigkeit.

Sich verändernde Klimaverhältnisse werden vermehrt zu Wetterextremen führen. Forscher rechnen mit häufiger auftretenden Überschwemmungen durch Starkregenfälle. Mit dem Flood-Monitoring-System lässt sich der Wasserstand von Flüssen oder anderen stadtnahen Gewässern in Echtzeit digital überwachen.

In einem Pilotprojekt testet Bosch das System am Neckar bei Ludwigsburg: Ultraschallsensoren oder Kameras verfolgen dort Veränderungen von Wasserpegel, Wassergeschwindigkeit und Durchflussleistung. Die Daten werden an die Bosch-IoT-Cloud geschickt und ausgewertet. Wird eine kritische Grenze erreicht, erhält die Stadtverwaltung oder betroffene Bewohner und Geschäftsinhaber frühzeitig ein Signal per SMS.

Parkplatzsuche in der Großstadt

Ebenfalls überwacht und analysiert werden soll der städtische Verkehr. Laut Prognosen wird dieser bis 2050 um rund ein Drittel zunehmen. Parken ist ein Fokusthema. Mehr als 40 Stunden jährlich verbringen amerikanische Autofahrer im Stau. Rund ein Drittel davon entsteht durch die Suche nach einem Parkplatz.

Community-based-Parking unterstützt Autofahrer bei der Suche nach einer passenden Parklücke. Im Vorbeifahren erkennt und vermisst das Auto Lücken zwischen parkenden Fahrzeugen und überträgt sie in Echtzeit in eine digitale Karte. So können sich Autofahrer direkt zu freien Parkplätzen navigieren lassen. Aktuell wird das System in Stuttgart erprobt. In diesem Jahr folgen bis zu 20 amerikanische Metropolen wie Los Angeles, Miami und Boston.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.de.

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