Zukunftsstudie Wo wir in zehn Jahren stehen werden

Redakteur: Katharina Juschkat

Was erwarten wir von der Zukunft? Das Fraunhofer IAO geht dieser Frage nach und hat 3.000 Menschen gefragt, wie sie glauben, in zehn Jahren zu leben. Das sind die Ergebnisse der Zukunftsstudie 2027 #ichinzehnjahren.

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Was erwarten die Menschen von der Zukunft? Dem geht die Studie #ichinzehnjahren auf die Spur.
Was erwarten die Menschen von der Zukunft? Dem geht die Studie #ichinzehnjahren auf die Spur.
(Bild: © panimoni – stock.adobe.com)

Welches Bild haben die Menschen von ihrer Zukunft und den Technologien, die den Alltag in zehn Jahren prägen? In der vom Fraunhofer IAO veröffentlichten Zukunftsstudie 2027 #ichinzehnjahren zeichnen sich Komfort und Sicherheit als relevante Aspekte ab. Technologien zur Authentifizierung und Texterkennung wecken die Begeisterung der Studienteilnehmer.

In der Studie werden fünf Lebenswelten betrachtet: „Arbeit“, „Information und Medien“, „Individuelle Lebensgestaltung“, „Mensch und Umwelt“ sowie „Konsum“. Die Befragten waren aufgerufen, Zukunftsthesen aus den verschiedenen Lebenswelten zu bewerten. Die Ergebnisse geben Auskunft über Einstellungen, Werthaltungen und Verhaltensmuster, aber auch über Wünsche, Ängste, Sehnsüchte und Träume, welche die Menschen antreiben und beschäftigen. „Jede untersuchte These und ihre differenzierte Beurteilung durch die fast 3000 Befragungsteilnehmer kann inspirieren sowie neue Strategien und Entwicklungen anstoßen“, beschreiben die Autoren den Zweck der Zukunftsstudie.

Auf besondere Begeisterung stießen Themen, die in der Lebenswelt Arbeit den Wegfall lästiger Aufgaben zur Folge haben. Auch das Thema Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber trifft den Nerv bei den Befragten. Knapp auf Platz eins liegen Authentifizierungstechnologien. Die Hälfte der Befragten zeigt sich begeistert von Passwort-Alternativen und der Aussicht auf ein unnötig gewordenes Management unterschiedlichster Passwörter. Ähnlich positiv empfinden die Befragten die These, dass die Arbeitgeber in Zukunft Gesundheit und Zufriedenheit fördern werden. Hier fällt auf, dass diese These bei den Zustimmungswerten lediglich im Mittelfeld liegt. Die Menschen begeistern sich zwar für das Thema, halten es aber wohl für weniger wahrscheinlich, dass die Arbeitgeber in der Zukunft tatsächlich mehr Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung bieten werden. Knapp dahinter auf Platz drei liegt die These, wonach häufige Abläufe automatisiert werden. Der Wegfall von Routinetätigkeiten schreckt die Menschen wohl weniger ab, als man dies hätte vermuten können. Auch die Experten empfinden die Automatisierung von Routineprozessen als positiv – die These nimmt hier sogar den ersten Begeisterungs-Platz ein.

Gefragt nach den positiven Empfindungen zu den Thesen zum Informations- und Medienverhalten in zehn Jahren nennen die Befragungsteilnehmer erneut das zeitversetzte Fernsehen mit über 60 Prozent am häufigsten. Neben dem zeitversetzten Fernsehen, das viele bereits kennen, werden die beiden Themen Anzeige relevanter Inhalte und Spracheingabe besonders positiv aufgenommen.

Für Begeisterung unter den Befragten sorgen vor allem Thesen zum Themenbereich Internet of Things, wie die Online-Bedienung von Haushaltsgeräten sowie die Datenvernetzung zur Optimierung. Auch die Online-Verfügbarkeit der eigenen Daten konnte die Teilnehmer überzeugen.

Mit Abstand sorgt das Thema Gesundheit unter den Befragten für die größte Begeisterung. Über 50 Prozent der Befragten geben an, künftig verstärkt auf die eigene Gesundheit achten zu wollen, etwa durch gesunde Ernährung. An zweiter Stelle folgt die These „Durch die neuen Technologien, Arbeitsformen und Mobilitätslösungen wird es weniger wichtig sein, ob wir in der Stadt oder auf dem Land wohnen.“ 40 Prozent der Befragten empfinden diese Aussage als besonders positiv. Über ein Drittel der Befragten bewertet die Aussage, relevante Post nur noch digital zu verschicken, positiv.

Neue Technologien müssen Komfort steigern

Über alle Ergebnisse der Zukunftsstudie hinweg zeigt sich, dass die Bereitschaft, neue Technologien zu nutzen, maßgeblich davon abhängt, welche Annehmlichkeiten und Vorteile diese bieten. Digitalisierungsprozesse und neue Technologien finden insbesondere dann Zustimmung und stoßen auf Begeisterung, wenn deren Nutzung den Komfort für die Anwender steigert. Dabei sind gerade Kosten und Bedienbarkeit wichtige Kriterien, die über die Verbreitung neuer Technologien entscheiden. So wecken Technologien zur Authentifizierung und Texterkennung die Begeisterung der Studienteilnehmer. Ebenfalls konnte die Studie deutlich zeigen, wie wichtig den Menschen der Schutz ihrer Daten ist. Wie in Zukunft mit den Daten der Nutzer umgegangen wird, scheint daher von elementarer Bedeutung zu sein.

Die Befragung #ichinzehnjahren wurde vom Fraunhofer IAO im Rahmen des Innovationsnetzwerks „Digitalisierung für Versicherungen“ durchgeführt. Das Innovationsnetzwerk unter wissenschaftlicher Leitung des Fraunhofer IAO unterstützt Versicherungen, Potenziale der Digitalisierung zu erkennen, zu bewerten und bestmöglich zu nutzen. An der Online-Befragung nahmen im Februar 2017 knapp 3000 Personen ab 14 Jahren teil. Mit der öffentlichen Studie soll der Dialog über die Zukunft unterstützt und Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Bilder der Zukunft die Menschen für wahrscheinlich halten.

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