Effizienzhaus Plus in Berlin Wohn-Kraftwerk speichert Energie im Outdoor-Gehäuse von Rittal

Redakteur: Wolfgang Leppert

Das Effizienzhaus Plus in Berlin vollbringt ein Kunststück: Es erzeugt mehr Energie als es verbraucht. Was nicht verbraucht wird, speichert das Wohn-Kraftwerk in Lithium-Ionen-Batterien. Der Speicher mit einer Leistungskapazität von 40 kW besteht aus gebrauchten Fahrzeugbatterien des Elektro-Mini von BMW und ist in einem Outdoor-Gehäuse von Rittal sicher untergebracht.

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Was nicht verbraucht wird, speichern die Hochleistungsbatterien im Inneren des Rittal-Schranks - erst dann wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Darüber freuen sich Staatssekretär Rainer Bomba (links) und Dr. Julian Weber, Leiter Innovationsprojekte bei der BMW Group.
Was nicht verbraucht wird, speichern die Hochleistungsbatterien im Inneren des Rittal-Schranks - erst dann wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Darüber freuen sich Staatssekretär Rainer Bomba (links) und Dr. Julian Weber, Leiter Innovationsprojekte bei der BMW Group.
(Rittal)

Mein Haus, meine Tankstelle: eine treffende Bezeichnung für das Effizienzhaus Plus in der Bundeshauptstadt. Darin sorgt Gebäudeleit- und Klimatisierungstechnik dafür, den Energiebedarf so gering wie möglich zu halten. Eine rund 160 Quadratmeter große Solaranlage – verteilt auf dem Dach und den Fassadenflächen – erzeugt pro Jahr 16.000 Kilowattstunden Strom, der abzüglich des aktuellen Eigenverbrauchs von den Batterien in einem Outdoor-Gehäuse von Rittal gespeichert wird. Das robuste Gehäuse aus der CS Toptec-Serie kam deshalb zum Einsatz, weil Akkus aus Sicht des Brandschutzes nicht unproblematisch sind. „Die installierte Leistung entspricht 7280 Laptop-Akkus“, rechnet Kurt Speelmanns, Referatsleiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit Sitz in Bonn, vor. Mit der Energiespeicherlösung geht man unter anderem der Frage nach, wie lange sich ausgediente Autobatterien in ihrem „Second Life“ noch effektiv nutzen lassen.

Robust, kompakt und unauffällig: Das Gehäuse von Rittal integriert neben den gebrauchten Autobatterien weitere Steuerungs- und Kommunikationstechnik sowie drei Batteriewechselrichter. Sie haben die Aufgabe, die Batterien dann zu laden, wenn die solare Erzeugung höher ist, als der Verbrauch. Im umgekehrten Fall übernehmen die Batterien die dreiphasige Versorgung. Übersteigt die Stromgewinnung den eigenen Bedarf, werden zunächst die Batterien der zwei Elektro-Autos geladen und erst dann der Strom ins Netz eingespeist.

Auch im Sommer bleibt die Luft kühl

Damit die Technik des „Kraftwerkspeichers“ auch während heißer Sommermonate sowie bei hoher Verlustleistung der installierten Technik noch zuverlässig arbeiten kann, verfügt das doppeltürige CS Toptec-Gehäuse zur Kühlung über zwei Luft-Luft-Wärmetauscher. Zudem sorgt ein doppelwandiger Gehäuseaufbau mit Luftschlitzen oben und unten für einen Kamineffekt, so dass bei Sonneneinstrahlung ständig kühle Luft von Bodennähe nach oben gesogen wird.

„Dieses Haus ist mit dem Modernsten vom Modernen ausgestattet – und das haben wir noch kombiniert mit Elektromobilität“, betonte Bundesbaustaatssekretär Rainer Bomba anlässlich der Übergabe von zwei BMW-Elektrofahrzeugen an die im Gebäude wohnende Familie. Bomba weiter: „So sieht das Wohnen und Fahren in der Zukunft aus.“

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