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Prozessleittechnik Yokogawa bringt neues integriertes Prozess- und Produktionsleitsystem auf den Markt

| Redakteur: Gerd Kielburger

Centum VP heißt die neue Leitsystemgeneration von Yokogawa. Dieses integrierte Prozess- und Produktionsleitsystem erlaubt die umfassende Kontrolle von Produktionsparametern. Es soll zur führenden Informationsplattform von Yokogawa im Rahmen seiner VigilantPlant-Initiative zur praxisnahen Realisierung von „Operational Excellence“ werden.

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Evolution statt Revolution. Diesem Leitmotiv hat sich Prozessautomatisierer Yokogawa bei der Entwicklung seiner Produkte mit Haut und Haaren verschrieben. Das gilt vor allem für sein Prozessleitsystem Centum. Warum man so großen Wert auf den evolutionären Weg legt, erklärt Satoru Kurosu, Senior Vice President im Bereich Industrial Automation Business, im Gespräch mit PROCESS, mit der Investionssicherheit für seine Kunden. Diese Philosophie sei eine der wichtigsten Ursachen und Garant für den Erfolg des Unternehmens beim Absatz seiner Prozessleitsysteme. Die Zahlen jedenfalls sprechen eine eindeutige Sprache: Seit Yokogawa im Jahre 1975 das erste Prozessleitsystem unter dem Namen Centum auf den Markt gebracht hat, konnten bis heute mehr als 19.000 Systeme weltweit ausgeliefert werden. Auf einer Europa-Pressekonferenz am 7. Februar in Amsterdam kündigte das Unternehmen jetzt den nächsten Entwicklungsschritt an.

Zustand des Operational Excellence erreichen

VigilantPlant, das umfassende Automatisierungskonzept von Yokogawa, stand daher auch Pate für den Namenszusatz der neuen Plattform: VP. Das VigilantPlant-Konzept ist auf den sicheren, zuverlässigen und profitablen Betrieb prozesstechnischer Anlagen zugeschnitten. Es zielt darauf ab, einen Zustand der Operational Excellence zu erreichen, in dem das Betriebspersonal wachsam, umsichtig und wohl informiert agieren kann. „So können die Mitarbeiter jederzeit im Betriebsalltag Maßnahmen treffen, die zu einer optimalen Betriebs- und Geschäftssituation beitragen“, gibt der Japaner Kurosu zu verstehen. Das Konzept verhindere ungeplante Stillstände, verbessere die Anlagenausnutzung und erlaube eine rasche und effiziente Anpassung der Produktion an veränderte Marktbedingungen, so die Hauptargumente der Entwickler.

In diesem Rahmen brachte Yokogawa im Jahre 2005 zunächst Lösungen für „Safety Excellence“, 2006 für „Asset Excellence“ und 2007 schließlich für „Production Excellence“ auf den Markt. Diese Werkzeuge erlaubten es, Sicherheitstechnik, Anlagenüberwachung und Produktionssteuerung nachhaltig zu optimieren. „Mit der Markteinführung von Centum VP tritt die VigilantPlant-Initiative nun in ihr nächstes evolutionäres Stadium, indem die drei genannten Exzellenz-Lösungspakete in eine einzige „Operational Excellence“-Plattform integriert werden“, ergänzt Deutschland-Geschäftsführer Rolf Marten. Centum VP stellt die nunmehr achte Generation der Centum-Reihe dar und folgt dabei den SystemenCentum CS 1000/CEentum CS 3000.

Während einerseits auch künftig volle Abwärtskompatibilität und bewährte Konsistenz zu Vorgängersystemen erhalten bleiben sollen, definiert Centum VP nach Ansicht der Yokogawa-Strategen gleichzeitig eine neue Rolle für ein Prozessleitsystem. „Centum VP überschreitet die Grenzen eines traditionellen Prozessleitsystems, dessen Aufgabe vor allem in der Prozessführung und -überwachung bestand. Es bietet darüber hinaus den integrierten Zugriff auf Funktionen des Betriebsinformationsmanagements, des Asset Managements, und auf unterstützende Funktionalitäten“, so Marten.

Für die Betriebsmannschaft entstehe so eine einheitliche, homogene Arbeitsumgebung. Damit ebne Centum VP mehr als jede bisherige Lösung den Weg zu wirklicher Operational Excellence, stelle Informationen im Zusammenhang zur Verfügung und erlaube den rollenbasierten Zugriff auf alle Schlüsselinformationen.

Schließlich habe man das System konzipiert, um Entscheidern auf allen Ebenen der Prozess- und Betriebsführung ein mächtiges Echtzeit-Werkzeug in die Hand zu geben. Marten erklärt selbstbewußt: „Unseren Kunden verfügen damit über deutlich bessere, effizientere Informationen, woraus sowohl ein Mehr an Anlagensicherheit als auch an betrieblicher Flexibilität resultiert.“

Vorteile des System en Detail

Einheitliche Architektur auf Basis einer einzigen Echtzeit-Betriebsdatenbank

Für den Betrieb einer prozesstechnischen Anlage müssen zahlreiche Funktionen realisiert werden, etwa Prozessführung und -überwachung, Asset Management sowie operative Unterstützung der Anlagenfahrer. Normalerweise erbringen verschiedene Systeme unterschiedlicher Hersteller diese Leistungen. In der Konsequenz steuert dann oft eine Ansammlung verschiedenartiger Systeme die Betriebsabläufe, wobei Lücken bleiben und Barrieren entstehen, die einen reibungslosen, integrierten Betrieb verhindern. Im Gegensatz dazu setzt Centum VP auf einer einzigen Betriebsdatenbank auf, die alle diese Schlüsselfunktionalitäten in Echtzeit unterstützt und damit die Grundlage für eine homogene Arbeitsumgebung schafft. „Diese einheitliche Architektur, die auf Microsoft Vista-Basis läuft, ermöglicht den effizienteren Umgang mit Informationen und steigert Sicherheit und Flexibilität im Betrieb“, erklärt Anjo Wiegerinck, Systems Marketing Manager bei Yokogawa.

Die einheitliche Betriebsdatenbank ermögliche es dem System außerdem die nahtlose Integration fortgeschrittener Anwendungen, die Betriebsinformationen zu verarbeiten, Prozesse zu stabilisieren und die betriebliche Effizienz zu steigern. Die einfache und flexible Einführung solcher Anwendungen erlaube den Anwendern die kontinuierliche Verbesserung von Sicherheit, Verfügbarkeit und Profitabilität ihres Betriebs. „Zudem erleichtert dieser Ansatz künftig auch die Planung und Durchführung von Veränderungen und trägt so dazu bei, die „Total Cost of Ownership“ über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg zu senken“, vertieft Wiegerinck.

Zuverlässigkeit und Kompatibilität

Centum VP nutzt die „Pair & Spare“-Technologie, die nach Angaben der Yokogawa-Experten Fehlerquellen keine Chance lässt und eine Systemverfügbarkeit von 99.99999 Prozent („sieben 9er“) ermöglicht. Darüber hinaus ist Centum VP vollständig abwärtskompatibel zu den Vorgängersystemen. Damit sei ein einfacher und flexibler Migrationspfad zu allen früheren Leitsystemen garantiert. Kunden könnten somit ihre existierenden Systeme weiter betreiben und gleichzeitig bei Betriebs- oder Systemerweiterungen die neue Leitsystem-Generation einsetzen, betont Marten. Das erste Release von Centum VP zeichnet sich nach Angaben der Hersteller durch eine neuartige und intuitiv zu bedienende Mensch-Maschine-Schnittstelle (human machine interface, HMI) aus, weitere Erweiterungen sollen bereits Ende des Jahres zur Verfügung stehen.

Intuitiv bedienbare Mensch-Maschine-Schnittstelle

Für das neue Centum VP-System hat Yokogawa die Funktionen der Anzeige- und Bedienkonsolen (ABK) erneut verbessert und erweitert. Bei vollständiger Kompatibilität zum Centum CS 3000-System verfügen die neuen Konsolen über eine intuitiv bedienbare Arbeitsumgebung. Die Bildschirminhalte sind ergonomisch konzipiert und optimal angeordnet, um der Ermüdung oder Ablenkung des Bedieners entgegenzuwirken. Außerdem erleichtert die neue ABK den Zugriff auf die jeweils benötigten Informationen. Ein weiteres Schlüsselziel bei der Konzeption der ABK war es, das bei den Arbeitsabläufen gewonnene Know-how zu visualisieren und die Denkstrukturen der Informationsnutzer verstärkt zu berücksichtigen, um ihnen effizienteres Arbeiten zu ermöglichen. Die neue ABK erschließt alle Möglichkeiten des neuen, integrierten Prozess- und Produktionsleitsystems Centum VP. „Die auf Microsoft Vista basierende ABK sorgt dafür, dass alle Nutzer in ihrer Bedeutung gewichtete Informationen als unmittelbare Entscheidungsgrundlage erhalten, statt einer unstrukturierten Datenflut.“

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