ZVEI Fachverband Automation Zukunftstechnologien beflügeln die Automatisierung

Redakteur: Wolfgang Leppert

Mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von sieben bis neun Prozent im laufenden Jahr glaubt die Automatisierungsindustrie schneller als andere Branchen aus der Krise zu kommen. Schließlich seien alle wesentlichen Trends ohne Automatisierungstechnik und Elektronik schlicht undenkbar: ob erneuerbare Energien, Elektromobilität, Energieeffizienz oder intelligente Infrastrukturen.

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Dennoch werde die elektrische Automatisierung frühestens 2011 wieder das hohe Umsatzniveau von 2008 erreichen können, so der Vorsitzende des ZVEI-Fachverbands Automation, Dr. Gunther Kegel, auf der Hannover Messe: „Die meisten Unternehmen wohl sogar erst 2012“. Die Prozessautomatisierung dagegen, deren Umsätze 2009 mit minus 17 Prozent so stark wie noch nie geschrumpft waren, registriert jetzt im ersten Quartal eine so deutliche Erholung, dass – hochgerechnet aufs Gesamtjahr – die 2008er Werte fast wieder erreichbar scheinen.

Michael Ziesemer: „Nur durch Automation können die energieintensivsten Industrien wie Kupfer, Stahl, Zement oder Chemie in Deutschland und Europa wettbewerbsfähig produzieren.“ (Archiv: Vogel Business Media)

„An der Spitze des Wachstums stehen hier die Sparten Öl und Gas sowie Kraftwerkstechnik – also alle, die mit Energie zu tun haben“, kommentiert Michael Ziesemer, Vorstandsmitglied des Fachverbands. Und geographisch werde die Erholung vor allem durch China, Indien und Südamerika (speziell Brasilien) stimuliert, die mit staatlichen Kinjunkturprogrammen Investitionen vor allem in den staatseigenen Betrieben forcieren.

Der Mangel an Ingenieuren wird sich nicht wesentlich entschärfen

Insgesamt hatten die deutschen Automatisierer 2009 einen kräftigen Aderlass zu verkraften: Die Umsätze fielen um 22, die Auftragseingänge sogar um 26,8 Prozent. Weil aber die Unternehmen in der Regel solide finanziert sind, über eine hohe Eingenkapitalquote verfügen und zudem rechtzeitig mit Sparprogrammen reagiert haben, sei die Branche relativ unbeschadet geblieben, so Dr. Kegel. Und den unbürokratischen, verlängerten Möglichkeiten der Kurzarbeit sei es zu verdanken, dass die Beschäftigtenzahl bei rund 230.000 nahezu konstant blieb. Gleiches gilt – bedauerlicherweise – auch für ein anderes Phänomen: „Die Krise hat den Ingenieurmangel zwar ein wenig gedämpft, aber nicht behoben“, erklärt der Fachverbandsvorsitzende. „Zur Zeit gibt es noch immer über 15.000 offene Ingenieurstellen.“

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