Suchen

Datenanalyse Zustandsbasierte Prognosen für optimale Instandhaltung

| Redakteur: Gudrun Zehrer

Die globale und technologische Vernetzung der Industrie wird auch diesmal Schwerpunktthema auf der Hannover Messe sein, denn Industrie 4.0 ist kein kurzzeitiger Trend, sondern die Zukunft. Welche Chancen Big Data bietet, zeigt die Cassantec GmbH mit Sitz in Deutschland und Amerika. Das Unternehmen entwickelte einen Algorithmus, der es Betrieben ermöglicht, gesammelte Daten über Anlagen und Maschinen neu zu interpretieren. Dieser Algorithmus sagt genaue Zeiträume für potenzielle Störungen vorher.

(Cassantec)

Wenn Menschen die Wahl haben, dann entscheiden sie sich meistens für die vorgegebenen Grundeinstellungen, resümierte Nobelpreisträger Daniel Kahnemann bereits 2011 in seinem Werk „Thinking fast and slow“. Das Werk, zu Deutsch „Schnelles Denken, langsames Denken“, wird heute zu Recht als Klassiker der Verhaltensökonomie angesehen.

Instandhaltungsstrategie um zeitliche Komponente erweitert

Auch die Industrie profitiert von derartigen Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung. Bisher erfolgen nach wie vor viele Entscheidungen weiterhin auf Grundlage der Erfahrungen der Mitarbeiter – beispielsweise in der Instandhaltung. Cassantec hat es sich zum Ziel erklärt, das zu ändern. „Die immer größeren Datenmengen bieten enormes Potenzial für Unternehmen, mehr über ihre Anlagen und Maschinen zu erfahren“, erklärt Moritz von Plate, Geschäftsführer von Cassantec. Der Algorithmus, den das Unternehmen entwickelte, erweitert für Unternehmen bisherige Instandhaltungsstrategien wie Preventive Maintenance um eine zeitliche Komponente. „Mit unserer Software sehen Anlagenbetreiber genaue Zeiträume, in denen Störungen auftauchen. Eine Information, die sie beispielsweise durch Predictive Analytics nicht erhalten“, so von Plate.

Gesammelte Daten neu interpretiert

Die Formel nutzt bereits gesammelte Daten und interpretiert diese neu – in Form eines Ampelsystems kann der Betreiber die Prognose für die Anlage ablesen. Der Mehrwert der Formel liegt darin, dass Instandhaltungsmaßnahmen, die zuvor aus Erfahrungswerten des Instandhaltungsmanagers heraus geplant wurden, nun datenbasiert stattfinden. „Wir erzielen durch unsere Prognose sehr aufschlussreiche Erkenntnisse für die künftige Instandhaltungsstrategie. Durch an Maschinen und Anlagen optimal angepasste Instandhaltungspläne, die Betreiber durch unsere Prognose erstellen können, haben sie die Chance, Maßnahmen zu bündeln und letztendlich enorme Kosten einzusparen“, erläutert von Plate. Auch eine verbesserte Restlebensdauer werde unterm Strich möglich.

Live-Prognosen am Messestand

Die Entwicklung von Cassantec Prognostics ist für von Plate aber noch nicht zu Ende: „Wir verbessern unsere Formel und Software stetig.“ Auf der Hannover Messe stellt das Unternehmen neue Funktionen für das Entscheidungstool vor. Diese beinhalten neben einem Szenariorechner für künftige Betriebsregime sowie einer extensiven Ergebnis- und Datenbibliothek auch eine retrospektive Datenanalyse. Zusätzlich steht Anwendern mit dem neuen Release ein Modifikator für Datenquellen und Störungen zur Verfügung. Zur Veranschaulichung zeigt das Unternehmen auf der Messe Live-Prognosen aus den Sektoren Energie, Öl und Gas sowie Transport.

Hannover Messe: Halle 17, Stand C03/8

(ID:43928477)