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Drahtlose Kommunikation Zuverlässig Funken bei Industrie 4.0

| Redakteur: Sariana Kunze

Zuverlässige Funktechnologien sind für die Fabriken der Zukunft ein ausschlaggebendes Kriterium. In Sachen Reaktionsgeschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität für den harten Industrieeinsatz ist noch einiges zu tun. Das BMBF-Programm „Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie“ soll jetzt den Weg für eine Standardisierung der notwendigen Funktechnologien für Industrie 4.0 ebnen.

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Wissenschaftler der Universität Bremen beschäftigen sich mit standardisierten, drahtlose Kommunikationslösungen für Industrie 4.0.
Wissenschaftler der Universität Bremen beschäftigen sich mit standardisierten, drahtlose Kommunikationslösungen für Industrie 4.0.
(Bild: FutUndBeidl, CC BY 2.0, flickr.com)

In der Fabrik der Zukunft werden Maschinen intensiv miteinander kommunizieren. Weil diese Kommunikation oft zwischen Tausenden von einzelnen Sensoren, Aktoren und Steuerungseinheiten in einer sich dynamisch verändernden Produktionsumgebung und mit zum Teil beweglichen Maschinen wie Roboter stattfinden wird, sind drahtlose Kommunikationstechnologien ein absolutes Muss. Allerdings existieren derzeit keine Funktechnologien, welche die harten Anforderungen im Industrieeinsatz bezüglich Reaktionsgeschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität erfüllen. Den Weg zu Industrie 4.0 soll jetzt das bundesweite Programm „Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie“ ebnen, das sich in mehreren Verbundprojekten mit der Erforschung und Umsetzung von industriellen Kommunikationslösungen befasst. Das Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen leistet gemeinsam mit weiteren Partnern die zugehörige Begleitforschung: Sie soll die Partner der einzelnen Verbundvorhaben auf technologischer Ebene zusammenbringen, um mittels einer im Vorfeld der Marktentwicklung abgestimmten Vorgehensweise die Standardisierung der notwendigen Funktechnologien aus Deutschland heraus zu bestimmen.

Bedürfnisse der Deutschen bei Standardisierung berücksichtigen

Der offizielle Startschuss für das Programm „Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie“ war am 28. und 29. Juni 2015 bei einer Auftaktveranstaltung in Bad Pyrmont. Dort stellten sich zunächst die 8 technischen Verbundprojekte vor, die sich sowohl mit den Funktechnologien als auch deren Integration zu einem industriellen Funksystem befassen. Das TZI ist dabei durch Prof. Armin Dekorsy zusätzlich als Projektleiter mit dem Projekt „HiFlecs“ an der Entwicklung eines neuartigen Funksystems für die Fertigungsautomation beteiligt. Als Maßnahme der „Begleitforschung Zuverlässige drahtlose Kommunikation in der Industrie“ (BZKI), wurden im Rahmen der Auftaktveranstaltung mehrere Fachgruppen gebildet, die sich mit übergeordneten strategischen Fragestellungen zur drahtlosen Kommunikation in der Industrie beschäftigen. Mitglieder aller technischen Projekte arbeiten darin gemeinsam an Themen wie der Funkschnittstelle, der Architektur und Koexistenz von Funksystemen oder der Gewährleistung der Sicherheit. In diesem Prozess sollen Anforderungen aus den Anwendungsfeldern harmonisiert und eine abgestimmte Standardisierungsstrategie vorbereitet werden. Die Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Einrichtungen mit Unternehmen und Verbänden soll sicherstellen, dass die Bedürfnisse der deutschen Unternehmen bei der Festlegung von Standards berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll im Rahmen der Begleitforschung die Abstimmung von Schnittstellen der verschiedenen entwickelten Lösungen erfolgen, um dafür zu sorgen, dass sie auch im Zusammenspiel funktionieren.

Das komplementär aufgestellte Konsortium der Begleitforschung setzt sich neben dem TZI, das im Wesentlichen die Aspekte des „Radio Air Interface“ betrachtet, zusammen aus dem Institut für Automation und Kommunikation (ifak), TU Dresden und der TU Kaiserslautern sowie der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE), die die Projektleitung innehat. So können nicht nur alle fachlichen Aspekte des Forschungsprogramms adressiert werden, sondern vor allem auch die Vernetzung in die verschiedenen Fachgremien aktiv genutzt werden, um die Verwertung des Labels Industrial Radio möglichst erfolgreich zu unterstützen.

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