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Jahresprognose ZVEI erwartet trotz Unsicherheit Wachstum für Elektroindustrie

| Redakteur: Katharina Juschkat

Trotz großer Verunsicherung war das Jahr 2016 ein gutes Jahr für die Elektroindustrie, resümiert der ZVEI auf seiner Pressekonferenz zum Jahresauftakt. Gleichzeitig erwartet der Verband auch für 2017 gute Zahlen – warnt aber vor Abschottung und Protektionismus.

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(v.l.) Auf der Pressekonferenz zum Jahresauftakt stellten Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt, Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender ZVEI-Geschäftsführung, sowie Thorsten Meier, Leiter Marketing und Kommunikation, Zahlen und Prognosen für die Elektroindustrie vor
(v.l.) Auf der Pressekonferenz zum Jahresauftakt stellten Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt, Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender ZVEI-Geschäftsführung, sowie Thorsten Meier, Leiter Marketing und Kommunikation, Zahlen und Prognosen für die Elektroindustrie vor
(Bild: K.Juschkat/elektrotechnik )

Das Jahr 2016 war ein Jahr der Verunsicherungen, resümiert Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) auf der Pressekonferenz zum Jahresauftakt am 24. Januar 2017 in Frankfurt. Börseneinbruch in China, Putschversuch in der Türkei, das Brexit-Votum und die US-Wahl haben auch in der Weltwirtschaft ihre Spuren hinterlassen, die im vergangenen Jahr nur leicht gewachsen ist.

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Dennoch hat sich die Elektroindustrie laut dem ZVEI 2016 behaupten können, die Produktion wuchs bis November 2016 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz nahm um deutlich geringere 0,3 Prozent auf 162,3 Mrd. Euro zu. Der Export zeigte sich laut den Zahlen im vergangenen Jahr stark: Von Januar bis November 2016 nahmen die Branchenausfuhren um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 166,5 Milliarden Euro zu. Damit steht die Elektroindustrie weiterhin für ein Siebtel aller deutschen Ausfuhren. Die meisten Exporte gingen wie 2015 in die USA, dicht gefolgt von China auf dem zweiten Platz.

Optimistischer Ausblick trotz Unsicherheit

„2017 wird ein Jahr wichtiger Weichenstellungen“, sagt Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Mehr denn je gehe es darum, die Errungenschaften des Freihandels und des europäischen Binnenmarkts zu sichern. Der Freihandel gerate unter Druck, Protektionismus und nationalistisches Denken erleben einen Aufschwung: „Sich abschotten, Grenzen wieder hochziehen, das vermeintlich Eigene über das gemeinsame stellen – der aktuelle politische Diskurs mutet wie eine Zeitreise in die Vergangenheit an”, warnt Mittelbach.

Dennoch ist der ZVEI für 2017 optimistisch. Erwartet wird, dass die preisbereinigte Produktion der Branche um 1,5 Prozent wachsen wird. „Der Rekord-Branchenumsatz von 182 Milliarden Euro von 2008 sollte Ende dieses Jahres endlich wieder erreicht sein“, prognostiziert Dr. Mittelbach.

„Die Digitalisierung kennt keinen Masterplan”

Für das Wahljahr stellt der ZVEI wieder seine Wahlprüfsteine vor. „Politik und Wirtschaft müssen die Gestaltung des digitalen Wandels vorantreiben“, erklärt der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung. Der Elektroindustrie komme dabei eine besondere Rolle zu. „Wir wollen den digitalen Wandel gemeinsam gestalten, denn zwei Punkte geben in Deutschland noch Anlass zur Sorge. Zum einen verstehen wir es noch nicht ausreichend, die Wertschöpfungspotentiale durch digitale Geschäftsmodelle zu heben.” Zum anderen müsse aber auch der Staat handeln, denn in Deutschland fehle die leistungsstarke digitale Infrastruktur – ohne das Vorantreiben des Internetausbaus wird es gerade für den Mittelstand keine Digitalisierung geben.

Und um die nötigen kreativen Köpfe für die Digitalisierung zu bekommen, fordert Mittelbach eine steuerliche Forschungsförderung von 10 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der Unternehmen. „Auch Trial-and-Error ist eine Methode, die zu großen Erfindungen führt und die deshalb nicht ignoriert werden darf – auch wenn nicht immer sofortiger Gewinn hinter der Investition steht.”

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