Konjunktur ZVEI glaubt an Erholung der Elektrobranche

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie rechnet nach dem massiven Produktionseinbruch im Vorjahr für 2025 mit einer leichter Besserung, wie im Rahmen der Hannover Messe zu erfahren war.

Im vergangenen Jahr war die deutsche Elektro- und Digitalisierungsbranche eher auf Widerstände gestoßen, was die Konjuktur anbelangt. Der Branchenverband ZVEI, der derzeit auf der Hannover Messe ist, glaubt, dass sich die Zeiten verbessern – wenn auch zögerlich.(Bild:  J. Huber)
Im vergangenen Jahr war die deutsche Elektro- und Digitalisierungsbranche eher auf Widerstände gestoßen, was die Konjuktur anbelangt. Der Branchenverband ZVEI, der derzeit auf der Hannover Messe ist, glaubt, dass sich die Zeiten verbessern – wenn auch zögerlich.
(Bild: J. Huber)

„Wir sind endlich an der Talsohle angekommen“, glaubt Gunther Kegel, Präsident des Branchenverbandes ZVEI. In den kommenden Monaten rechnet Kegel deshalb mit einer Konjunkturbelebung für die Elektro- und Digitalindustrie, auch wenn es nur eine leichte sein dürfte. Der ZVEI-Präsident hofft aber mit Blick auf die Zukunft mit einem Mehr. Was war los? Nun, im vergangenen Jahr war die Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter Made in Germany bis November um neun Prozent eingebrochen, was preisbedingt war, wie es heißt. Damit fiel die Bilanz noch schlechter aus, als die bereits auf minus sieben Prozent gesenkte Prognose vom Oktober 2024. Heuer erwartet Kegel zwar erneut ein Minus, das aber mit nur zwei Prozent nicht ganz so übel einschlagen dürfte. Wenn die Konjuktur aber nicht schnell genug anspringe, seien Stellenstreichungen nicht abwendbar.

Drei Megatrends sorgen für Optimismus

Tatsächlich sehe der ZVEI bei dem einen oder anderen Unternehmen, dass die Auftragseingänge anzögen – teilweise sogar deutlich. Kegel merkt an: „Nur beim Aspekt Umsatz ist das noch bei keinem wirklich angekommen. Da verharren wir immer noch so auf dem niedrigen Vorjahresniveau.“ Vor allem das Auslandsgeschäft laufe weiter schlecht. Langfristig sieht Kegel, der übrigens den Mannheimer Sensorhersteller Pepperl+Fuchs führt, die Branche aber wieder im Aufwind. Die drei Megatrends, die das bewirken sollen, heißen nach wie vor Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung. Deshalb macht er sich um die Branche wenig Sorgen: „Die Megatrends werden unser Geschäft wieder beleben. Da bin ich mir sicher.“ Es bestehe also Grund zum Optimismus. Das will man auch auf der laufenden Hannover Messe 2025 verdeutlichen.

Hoffnung durch Sondervermögen aus der Politik

Laut Kegel kann auch das neue 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur die blockierenden Widerstände beseitigen. Davon werde schließlich auch die Elektro- und Digitalindustrie profitieren. Bei Infrastrukturprojekten führe kein Weg an der Elektronik vorbei. Das, so Kegel, sind direkte Konjunkturspritzen, die man auf jeden Fall positiv spüren wird. Und das könnte dann auch zu einem Stimmungswandel in der Wirtschaft führen. Die Unternehmen erwarten schließlich einen Impuls zum Aufbruch. Dann löst sich auch die bestehende Investitionszurückhaltung auf, wie Kegel glaubt. Doch vom ebenfalls geplanten Anstieg der Verteidigungsausgaben dürfte man laut ZVEI eher wenig haben. Zwar könnte die Elektro- und Digitalindustrie bei vielem, was das Militär benötigt, helfen, doch wegen strenger Auflagen bei Militäraufträgen würden die meisten Unternehmen davon Abstand nehmen, weil es zu umständlich, zu teuer und zu stark reguliert ist, wie er anmerkt. Dazu gehörten etwa Vorschriften, wo man die Produkte zu produzieren habe. Das würde sich auch auf zivile Produkte auswirken. Ohne diese Überregulierung, könne man darüber nachdenken.

Elektroindustrie zuckt bei US-Zöllen zusammen

Sorgen bereitet Kegel schon eher die maßlose Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, die zu einem weltweiten Handelskrieg führen könnte. Das werde die Elektro- und Digitalindustrie besonders hart treffen. „Unsere Branche ist wie keine andere global aufgestellt und in ihren Lieferketten vernetzt“, wie er dazu erklärt. Deshalb sei man auf einen möglichst offenen, regelbasierten Welthandel angewiesen. Und die Verlagerung von Produktionen in die USA, wie sie Trump mit seinen Einfuhrzöllen erreichen will, ist für Kegel kein gangbarer Weg. Denn speziell in dieser Branche brauche es hohe Stückzahlen in den Fabriken, um die Kosten niedrig zu halten. „Eine Lokalisierung macht für die Elektrotechnik wenig Sinn. Denn was man dann an Zöllen einspart, fällt auf auf der anderen Seite wieder durch einen Mangel an Effizienz vom Tisch“, so der ZVEI-Präsident Kegel. Zum Abschluss und mit Blick auf Kanada, das diesjährige Partnerland der Hannover Messe, merkt Kegel an, dass, wenn er der Bundeskanzler wäre, dem kanadischen Permier vor Ort und ohne Umschweife die Mitgliedschaft in der EU anbieten würde.

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