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Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Fehlerquellen in elektrischen Anlagen?
Eine der häufigsten Fehlerquellen sind Isolationsfehler und daraus resultierend mehr oder weniger hoch- oder niederohmige Kurzschlüsse. Fehlerströme verursachen abhängig vom Energieeintrag eine lokale Erwärmung bin hin zu Brandschäden. Defekte elektrische Einrichtungen und elektronische Bauteile können Fehlerströme und Schwelbrände verursachen. In Deutschland geht man davon aus, dass rund jeder dritte Brand durch elektrischen Strom verursacht wird. In vielen Fällen bleibt das Problem (beispielsweise ein Kabelbruch) lange Zeit unbemerkt, bis schließlich ein sichtbares Feuer ausbricht. Häufig kommt es schon bei der Installation zu Fehlern, wie unzulässigen Verbindungen zwischen N- und PE-Leiter. Manchmal werden die beiden auch schlicht vertauscht. Mit RCM werden solche Fehler schon während der Installationsphase sofort erkannt und über das Alarmmanagement gemeldet. Eine weitere, eher neuartige Störquelle ist eine große Anzahl einphasiger Lasten, wie z.B. Schaltnetzteile von Servern in Rechenzentren oder PCs in Bürogebäuden. Sie verursachen einen hohen Anteil 3ter Oberschwingungen. Diese Oberschwingungsanteile haben den großen Nachteil, dass sie sich auf den Neutralleiter überlagern anstatt sich über die Trafowicklungen aufzuheben. Es kann zu Überlastungen der N-Leiter kommen. Integrierte Messgeräte, wie das UMG 96RM-E, erlauben das umfassende Monitoring aller Phasen und können damit überhöhte Neutralleiterströme rechtzeitig melden.
Wo liegen die Hürden bei der Implementierung einer 3-in-1-Monitoring-Lösung?
Um die Fehlerquellen optimal eingrenzen zu können um Gegenmaßnahmen zu implementieren ist eine ausreichend hohe Granularität der Messung erforderlich, d.h. es müssen über die komplette Elektroinstallation hinweg ausreichend viele Messgeräte installiert werden. Das ist auf der einen Seite natürlich ein gewisser Aufwand, durch die sich zunehmend durchsetzende ISO 50001 bzw. Energiemanagementsysteme wird aber ohnehin immer tiefer bis hin zu den einzelnen elektrischen Verbrauchern hin gemessen.
Welche Märkte möchte Janitza künftig noch mit dem 3-in-1-Monitoring erschließen?
Janitza ist mit dem 3-in-1 Monitoring auf breiter Front aktiv. Besonders erfolgreich sind wir in Anwendungen mit Anforderungen an höchste Versorgungssicherheit wie z.B. Rechenzentren, Verkehrstechnik, hochautomatisierte Fertigungsprozesse oder aber auch in sämtlichen Anwendungen mit kontinuierlichen Prozessen (z.B. Lebensmittelverarbeitung, Kabelfabriken, Halbleiterfertigung …). Zunehmend sehen wir aber auch den Markt der wiederkehrenden Prüfung (DGUV3, früher BGVA3). Wiederkehrende Prüfungen wie sie z.B. die DGUV3 – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel vorschreibt, sind zeitraubend und damit teuer. RCM-Überwachungssysteme können diese Prüfkosten reduzieren und trotzdem für mehr Sicherheit sorgen. Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel gelten nämlich als ständig überwacht, wenn sie kontinuierlich von Elektrofachkräften instand gehalten und durch messtechnische Maßnahmen im Rahmen des Betreibens (z.B. Überwachen des Isolationswiderstandes) geprüft werden. Durch eine kontinuierliche RCM-Messung können Überwachungssysteme die geforderte kontinuierliche Prüfung sicherstellen. Besonders erwähnenswert ist, dass durch RCM die kostenintensive Messung von Isolationswiderständen zumindest teilweise entbehrlich wird und eine kontinuierliche Prüfung der Isolationsbeschaffenheit stattfindet. Für die konventionelle Isolationsmessung muss die ortsfeste Anlage oder Verbraucher abgeschaltet und der Neutralleiter getrennt werden. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass durch die hohe Prüfspannung der Isolationsmessung sensible elektronische Bauteile beschädigt werden. Die Prüfschärfe und der Umfang kann durch eine kontinuierliche 3-in-1-Überwachung reduziert werden.
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