Personalführung Anker-Strategie auswerfen und Wissen verankern
Mit Hilfe der Anker-Strategie können Führungskräfte und Ausbilder nachhaltig im Betriebsalltag Wissen an ihre Mitarbeiter vermitteln. Fünf Leitsätze helfen beim verankern des Wissens.
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„Hoffentlich merkt sich der Müller das endlich.“ Das denken Führungskräfte und Ausbilder zuweilen, wenn sie einem Mitarbeiter oder Kollegen einen Sachverhalt schon mehrfach erklärt haben. Und zuweilen beschleicht sie sogar der Gedanke: „Der ist etwas schwer von Begriff.“ Doch Vorsicht! Wenn ein Mitarbeiter oder Kollege sich etwas nicht merkt, ist selten mangelnde Intelligenz oder fehlendes Interesse die Ursache hierfür. Meist liegt es an der Art der Wissensvermittlung, wenn Botschaften nicht wie gewünscht ankommen.
Wollen Sie es sich künftig ersparen, Dinge mehrfach zu erklären? Wenn ja, dann merken sie sich das Wort „Anker“. Jeder seiner fünf Buchstaben steht für eine wichtige Regel, die es beim Vermitteln von Wissen zu beachten gilt. Sie lautet:
- Anfang und Ende der „Unterweisung“ mit den wichtigsten Informationen bestücken. Denn: Was zu Beginn und am Schluss gesagt wird, bleibt am ehesten im Gedächtnis haften.
- Nein und nicht vermeiden. Denn: Diese Begriffe ignoriert unser Gehirn.
- Kurz halten. Denn: Das Kurzzeitgedächtnis, die Pforte zum Langzeitgedächtnis, hat eine begrenzte Kapazität.
- Emotionen hervorrufen und Bilder verwenden. Denn: Gefühle regen das Gehirn an.
- Relationen zum Wissen des Vis-à-vis herstellen. Denn: Infos, die ein Mensch zu bereits vorhandenem Wissen setzen kann, verankern sich leichter.
Anfang und Ende sind wichtig
Die Informationen, die wir zuerst oder zuletzt hören, merken wir uns am ehesten. Diese Erkenntnis der Lernpsychologie nennt sich „Primacy-Recency-Effekt“. Wegen ihm achten zum Beispiel Marketingexperten beim Verfassen von Werbetexten besonders auf deren Anfang und Ende. Nutzen auch Sie diesen Effekt. Stellen Sie zum Beispiel bei Gesprächen mit Mitarbeitern die wichtigsten Botschaften konsequent an den Anfang und Schluss. Leiten Sie das Gespräch zum Beispiel mit einer Übersicht ein: „Ich möchte mit Ihnen darüber reden, wie Sie...“ Und schließen Sie mit einem Fazit, das die Kernbotschaften zusammenfasst: „Besonders wichtig ist, erstens: ... Zweitens:... Drittens:...“
Diesen Effekt können Sie auch zum Beeinflussen von Entscheidungen nutzen. Untersuchungen zeigen: Die Argumente, die am Anfang und Schluss genannt werden, haben auf Entscheidungen den größten Einfluss. Überlegen Sie also genau, in welcher Reihenfolge Sie Ihre Argumente vortragen.
Nein und Nicht vermeiden
Stellen Sie sich einmal vor, ein Ausbilder gibt Ihnen den Rat: „Denken Sie nicht an die Klausur.“ Was geschieht? Kaum hat er dies gesagt, entsteht vor Ihrem geistigen Auge beispielsweise folgendes Bild: Sie sitzen in einem Raum. Vor Ihnen liegt ein Blatt Papier. Und um Sie herum die Kollegen an den anderen Tischen. Sie schreiben alle wie wild. Nur Ihr Blatt ist leer, und die Prüfung ist bald vorbei. Angstschweiß rinnt über Ihre Stirn und Ihre Hände sind feucht.
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