Arbeiten 4.0

Arbeit wird in der digitalen Welt neu definiert

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„Industrie 4.0 ist mit vielen Neuerungen verbunden, die Mitarbeiter entlasten können“, erläutert Bosch-Manager Michael Zenker. „Per Mausklick hat ein Anlagenbediener etwa bei einer Störung sofort Zugriff auf vergleichbare Fälle, die von Kollegen dokumentiert wurden.“ Gleichzeitig wachse die Komplexität der Abläufe und der Technik. „Ein Wandel, den wir durch unser intensives und vielfältiges Qualifizierungsprogramm begleiten und so unsere Beschäftigten in die Lage versetzen, mit den neuen Entwicklungen Schritt zu halten.“

Bremsklotz Chef

Der Bremsklotz auf der Reise zu Industrie 4.0 sitzt eher im Chefbüro (Manager 1.0). Die derzeit real existierenden Führungskräfte haben, wie der vom Beratungsunternehmen Staufen AG erhobene „Deutsche Industrie 4.0 Index“ belegt, auf diesem Feld reichlich Nachholbedarf. „Eine neue Technologie allein kann nicht führen.

Auch Industrie 4.0 ist letztendlich ein Werkzeug, das erst durch kommunikationsstarke Führungskräfte seine volle
Wirkungskraft entfaltet“, gibt Staufen-Vorstand Wilhelm
Goschy zu verstehen. Umso wichtiger sei es, „dass die Führungskräfte aus ihren Komfortzonen herauskommen und vor Ort in der Werkshalle präsent sind. Das passiert bisher viel zu selten.“

Dieses Bild spiegelt sich auch im Staufen-Index wider. In 40 % der Unternehmen sind die Führungskräfte demnach bei der Kommunikation mit Kollegen oder Mitarbeitern noch nicht über die Aneignung von Grundkenntnissen hinausgekommen. Nur jeder vierte für den Index befragte Betrieb attestiert seinen Bereichs-, Abteilungs- und Teamleitern, auf diesem Feld schon den eigentlichen Ansprüchen an einen modernen Führungsstil zu genügen. „Der Schlüssel, um das volle Produktivitätspotenzial von Industrie 4.0 zu heben“ liegt für Groschy „aber wie bei allen Automatisierungswellen zuvor in einer Veränderung des Führungsverhaltens in Richtung eines offenen Dialogs am Ort der Wertschöpfung.“

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