Elektromobilität

Auftanken im Büro: Clevere Lösung für betriebliche Ladesysteme

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Aufbaukonzept mit zentralem Verteilerschrank bietet Vorteile

Der zentrale Verteilerschrank wird am Besten im Gebäudeinneren aufgestellt. Die wesentlichen Komponenten im Schaltschrank sind die Steuerung, die Lastabgänge zu den einzelnen Ladeplätzen sowie die Kommunikationsverbindungen zum überlagerten Zugangskontrollsystem und den dezentralen Lade-Controllern als Bindeglied zwischen der Infrastruktur und dem Elektrofahrzeug. Hierfür bietet Siemens eine breite Palette bewährter Komponenten der Industrie- und Gebäudeautomatisierungstechnik. Aus technischen Gründen ist es empfehlenswert die Lade-Controller abgesetzt, also direkt im Ladeanschlusspunkt am Ladeplatz zu installieren.

Dieses Aufbaukonzept bietet große Vorteile bei Installation, Inbetriebnahme und Service, da sich der Großteil der Komponenten an einem zentralen und gegen Witterungseinflüsse geschützten Ort befindet. Dies ist gerade für Industriebetriebe ein nicht zu unterschätzender Vorteil durch vereinfachte Lagerhaltung.

Modulares Systemkonzept – einfach skalierbar

Durch die Zentralisierung besteht der Ladeanschlusspunkt nur aus dem Lade-Controller und dem fest angeschlossenen Ladekabel. Der Ladeanschlusspunkt gestaltet sich somit äußerst kompakt und minimiert den Raumbedarf am Ladeplatz.

Das modulare Systemkonzept eröffnet darüber hinaus Raum für individuelle Anpassungen. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist beispielsweise die Möglichkeit zur Anbindung an das betriebliche Energiemanagementsystem. Treten an anderen Stellen im Betrieb Lastspitzen auf, kann das Energiemanagementsystem den Sollwert für die Ladeinfrastruktur temporär reduzieren. Dieser Sollwert wird von der zentralen Steuerung auf die einzelnen Lade-Controller verteilt und von dort gemäß IEC61851 über das Ladekabel an das Elektrofahrzeug übertragen.

Gerade in der aktuellen Übergangsphase dürfte der entscheidende Vorteil die einfache Skalierbarkeit des Systems sein. Die Anzahl der Ladeanschlusspunkte kann mühelos erweitert werden und damit schrittweise dem steigenden Bedarf angepasst werden.

Und so funktioniert’s

Der Mitarbeiter stellt das Elektrofahrzeug am Ladeplatz ab und schließt das Ladekabel an das Elektrofahrzeug an. Unbemerkt vom Anwender treten nun bereits der Lade-Controller und das Elektrofahrzeug miteinander in Dialog und prüfen, ob die Bedingungen zum Laden erfüllt sind.

Um den Ladevorgang zu starten, identifiziert sich der Mitarbeiter mit seinem Mitarbeiterausweis an einem Lesegerät und wählt über Bedientasten den gewünschten Ladeplatz aus.

Das Zeiterfassungssystem prüft, ob für diesen Mitarbeiter die Ladeberechtigung erteilt wurde und sendet im positiven Fall eine Freigabebestätigung an die Steuerung im Verteilerschrank. Wenn nun von der Steuerung die Prüfung des Lade-Controllers ebenfalls positiv abgeschlossen wurde, aktiviert die Steuerung über einen digitalen Ausgang das Lastschütz, wodurch der Ladestrom zum Auto fließen kann. Die Beendigung des Ladevorgangs erfolgt in der Regel durch das Fahrzeug. Der Lade-Controller übermittelt diese Information an die Steuerung, die das Lastschütz abschaltet.

* Armin Götzmann, Leiter Produktmanagement Electrical Systems & René Kuroczka, Produktmanager Siplus ECC; Siemens Industry Automation, Control Components and Systems Engineering, Fürth

(ID:42298717)