Elektromobilität
Virtuelle Steuerung als Energiemanagement-System

Von Bernhard Böhrer, Geschäftsführer Logiccloud AG, Sebastian Negomireanu, CTO Logiccloud AG 6 min Lesedauer

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Im Energiemanagement gilt es, Photovoltaik-Anlagen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Batteriespeicher und Wärmepumpen unter einen Hut zu bringen. Ein Anwendungsbeispiel bei einem Planungsbüro zeigt, wie eine Lösung aussehen kann, wenn die Anforderungen an die Infrastruktur individuell sind. Eine virtuelle Steuerung, gepaart mit einer Cloud-Engineering-Plattform, ermöglicht dabei eine einfache Implementierung.

Logiccloud Energy OS bietet eine Plattform für umfassende Analyse und Optimierung von individuellen und komplexen Energiesystemen. (Bild:  Logiccloud AG)
Logiccloud Energy OS bietet eine Plattform für umfassende Analyse und Optimierung von individuellen und komplexen Energiesystemen.
(Bild: Logiccloud AG)

Das Planungsbüro Jansen ist seit über 20 Jahren Spezialist für Elektrofachplanung in Industrie, Gewerbe, öffentlichen Bauten und hochwertigen Wohngebäuden. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen aus Rheurdt am Niederrhein seine Dienstwagenflotte größtenteils auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Dank steuerlicher Vorteile eine Win-win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende, die das auch gerne angenommen haben. Außerdem ist Projektleiter Niklas Jansen selbst überzeugt von Elektromobilität, kennt aber auch die Herausforderungen: „Wir wollen zeigen, dass es funktioniert. Gerade Unternehmen in unserer Größe tun sich vielerorts immer noch schwer mit der Umstellung.” Grund dafür sind oft nicht die Fahrzeuge selbst, sondern die benötigte Infrastruktur. Auch die Elektroplaner mussten hier investieren: 23 neue Ladesäulen auf dem Firmengelände wurden installiert und waren der Auslöser, ein Energiemanagement-System (EMS) einzuführen.

Sicher laden, Lastspitzen vermeiden

Ein EMS wird schon deshalb benötigt, weil die Ladestationen in Summe einen stark schwankenden Großverbraucher darstellen. Laden alle Fahrzeuge gleichzeitig mit voller Leistung, kommt es zu einer Überlastung, die aus Sicherheitsgründen vermieden werden muss. Aber auch wenn diese Leistung nicht erreicht wird, lohnt es sich, Lastspitzen im Auge zu behalten. Denn für Großkunden setzt sich der Strompreis aus einem Arbeitspreis (pro kWh) und einem Leistungspreis, also der höchsten bezogenen Leistung, zusammen. Dieser Leistungspreis fällt auch dann an, wenn einmalig im Abrechnungszeitraum für 15 Minuten eine Lastspitze erreicht wird und ist ein erheblicher Kostenfaktor. Eine Lastverschiebung, die beispielsweise Fahrzeuge nacheinander lädt, lastet das Netz gleichmäßiger aus und spart dem Stromkunden mitunter viel Geld. Ein unkontrolliertes Laden von Fahrzeugen sollte also aus wirtschaftlichen Gründen vermieden werden.