Machine Vision Standards

Austauschbarkeit oder Kompatibilität?

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4. Proprietäre Standards

Die Verwendung von Vision-Standard-Kameras ist aufgrund der definierten Schnittstellen nicht nur auf eine Weise nutzbar. Die Verwendung von Convenience-Funktionen, auch Hilfs- oder Komfortfunktionen genannt, ist ein Design-Konzept, dass in proprietären Programmierschnittstellen zur Unterstützung der Entwickler gerne eingesetzt wird. Sie helfen, Code zu vereinfachen und übersichtlicher zu gestalten, indem atomare Funktionsaufrufe gezielt gekapselt werden. Mit wenigen Funktionsaufrufen kann damit ein „definiertes“ Ziel sehr viel schneller und einfacher erreicht werden. Wenn sich ein solches „proprietäres API“ Richtung Kamera standardkonform verhält, bildet es sogar eine weitere Möglichkeit des Zugriffs für eine Kundenanwendung.

Solange der Hersteller einer solchen proprietären Ebene keine Filterung für seine eigenen Geräte integriert, steht diesem Ansatz eine Nutzung in herstellerübergreifenden Anwendungen ebenfalls nichts im Weg. Übrigens entsprechen proprietäre GUIs von BV-Bibliotheken wie Halcon genau diesem Ansatz. Halcon nutzt Vision-Standards mit eigener Benutzeroberfläche. Vereinfachende Programmierschnittstellen sind also auch weiterhin möglich und erweitern den Kundennutzen.

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5. Entscheidend ist die Anwendung

Die Verwendung der Standard-Schnittstellen ist ein Vorteil für Anwendungen, die es mit verschiedenen Kameras und unterschiedlichem Funktionsumfang zu tun haben. Auch der Mischbetrieb von Standard-Kameras mit verschiedenen Transfertechnologien wie USB3 Vision oder GigE Vision wird durch das einheitliche Ansprechen über das GenICam-Interface vereinfacht. Die Applikation muss über diese gerätespezifischen Merkmale nichts wissen bleibt somit für alle standardkonformen Geräte kompatibel.

Durch ein absolut dynamisches GUI werden Verbindung und Funktionsumfang von Vision-Kameras ohne weiteren Programmieraufwand zur Verfügung gestellt. Die eigentliche Arbeit kann für den Anwender bzw. den Bildverarbeiter mit der Einstellung der Kamera für die jeweilige Anwendung sofort beginnen.

Bringt eine Anwendung zusätzlich ihren eigenen GenTL mit, muss für die Integration einer neuen Kamera nicht einmal eine herstellerspezifische Software installiert werden. Für die Hersteller von Machine-Vision-Kameras bedeuten die Vision-Standards nicht nur eine mögliche Austauschbarkeit, sondern auch eine erweiterte Kompatibilität zu jeder entwickelten standardkonformen Anwendung.

Des Weiteren bleibt aber der Anteil an Kundenanwendungen stabil am Markt bestehen, für welche die USPs (Universal Selling Proposition) der Vision-Standards nur zweitrangig sind. Diese Anwender setzen auf schnellen Einsatz von speziellen Kameras in Verbindung mit einfachen Interfaces, die vom Hersteller auch umfassend supportet und gegebenenfalls flexibel für ihre Anwendung angepasst werden.

Am Ende entscheidet immer der Kunde mit seiner Anwendung, welche Schnittstellen bzw. Geräte welchen Herstellers zum Einsatz kommen, um erfolgreich zu sein und „das beste Anwendererlebnis im Vision-Markt“ zu haben.

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