Dass in Zukunft höhere Sicherheitsauflagen für die Betriebsartenwahl – z. B. im Servicefall oder im Einrichtbetrieb – gelten werden, steht außer Frage. Ein neuer zertifizierter Baustein im Safety Monitor von Bihl+Wiedemann erlaubt die sichere Betriebsartenwahl bis Performance Level e ganz einfach mit ASi über Standard-HMIs.
Ein zertifizierter Baustein im Safety Monitor von Bihl+Wiedemann erlaubt eine sichere Betriebsartenwahl bis Performance Level e mit ASi über Standard-HMIs.
(Bilder: Bihl+Wiedemann)
Die Diskussion über die Sicherheitsauflagen für die Betriebsartenwahl beschäftigt die Welt der Automation. Inzwischen gibt es sogar einige Normen, die genau das vorschreiben, was Thema des Disputs ist: eine sicherheitstechnische Bewertung der Betriebsartenwahl. Der Grund für die in manchen Bereichen schon umgesetzte und in anderen noch geplante Verschärfung der regulatorischen Auflagen liegt auf der Hand: Beim Umschalten in bestimmte Sonderbetriebsarten werden diverse sicherheitstechnische Komponenten und Funktionen wie etwa Schutztüren, Zustimmschalter oder reduzierte Geschwindigkeiten automatisiert abgeschaltet. Damit steigt nicht nur das Risiko einer Beschädigung der Maschine, sondern vor allem auch die Verletzungsgefahr für den Bediener.
Die ersten ASi-5/ASi-3 Gateways von Bihl+Wiedemann für Profisafe über Profinet (BWU3674), CIP Safety über Ethernet/IP (BWU3857) und Safety over Ethercat, FSoE (BWU3858).
(Bild: Bihl+Wiedemann)
Mit ASi-5, der neuesten Innovationsstufe, hat AS-Interface die Weichen für die nächste Dimension der Digitalisierung gestellt. ASi-5 ist abwärtskompatibel zu bisherigen ASi Versionen und Geräten. Damit können größere Datenmengen deutlich schneller übertragen sowie intelligente Sensoren und IO-Link Sensoren einfacher integriert werden. Zu den ersten ASi-5 Produkten von Bihl+Wiedemann gehören drei ASi-5/ASi-3 Gateways zu Profinet, Ethernet/IP und Ethercat, die ASi-3 Gateways ohne Programmieraufwand ersetzen können. Die drei Geräte in der Version „Ein Gateway, ein Netzteil für zwei AS-i Kreise“ verfügen jeweils über zwei ASi-5/ASi-3 Master und sind deshalb in der Lage, in zwei ASi Netzwerken gleichzeitig als ASi-5 und als ASi-3 Master zu kommunizieren. Der Onboard-Webserver erlaubt außerdem eine einfache Diagnose und Fernwartung, während der integrierte OPC-UA-Server eine einfache Einbindung in Industrie-4.0-Anwendungen ermöglicht. In allen drei Gateways ebenfalls integriert ist neben ASi Safety und Safe Link noch ein sicheres Feldbusprotokoll: Profisafe über Profinet (BWU3674), CIP Safety über Ethernet/IP (BWU3857) bzw. Safety over Ethercat, FSoE (BWU3858). Die ASi-5/ASi-3 Gateways verfügen darüber hinaus über jeweils drei zweikanalige sichere Eingänge, die um bis zu 62 zweikanalige sichere Eingänge erweitert werden können. Ebenfalls in die Gateways integriert sind standardmäßig sechs schnelle elektronische sichere Ausgänge sowie eine Chipkarte zur Speicherung der Konfigurationsdaten.
Konfiguration der Betriebsarten muss einfach sein
Zu den häufigsten Anlässen für die Wahl einer Sonderbetriebsart gehört z. B. die neue Einrichtung einer Maschine nach einem Werkzeugwechsel. Auch die Inbetriebnahme kann man erheblich erleichtern, wenn es möglich ist, für unterschiedliche Anlagenteile dedizierte Betriebsarten zu wählen. Bei Service- und Reinigungsarbeiten in großen Anlagen lässt sich zudem wertvolle Produktionszeit sparen, wenn nur jeweils die Segmente, an denen tatsächlich gerade gearbeitet wird, im Wartungsbetrieb laufen, während alle anderen Sektionen im Automatikbetrieb bleiben.
Bei der sicheren Betriebsartenwahl kommt es also darauf an, dass für jeden Anwendungsfall die richtigen Schutzfunktionen zur Verfügung gestellt werden. Unbeabsichtigtes Umschalten oder zeitgleiches Aktivieren mehrerer Betriebsarten gilt es dabei zu verhindern. Bei der Konfiguration der einzelnen Betriebsarten sollte in jedem Fall Einfachheit das oberste Gebot sein, das beginnt schon bei der Schnittstelle zum Umstellen. Ein wichtiges Ziel der sicheren Betriebsartenwahl ist es, die Anreize zur eigenmächtigen Manipulation von Schutzeinrichtungen durch das Maschinenpersonal zu minimieren. Und dafür bieten sich die größten Chancen, wenn man die Bedienung für den Anwender über ein HMI so komfortabel wie möglich gestaltet – mit flexibler Sprache, verständlichen Zeichen und klarer Anordnung der jeweiligen Elemente.
Ein Baustein, fünf Betriebsarten, sechs Instanzen
All diese Anforderungen standen im Lastenheft der Entwickler von Bihl+Wiedemann, um eine entsprechende Lösung zu erarbeiten. Entwickelt wurde eine Lösung, die die komplette Intelligenz der sicheren Betriebsartenwahl in einem einzigen zertifizierten Baustein für den AS-Interface Safety at Work Sicherheitsmonitor vereint. Mit diesem einen Baustein, der auch in den neuen ASi-5/ASi-3 Gateways von Bihl+Wiedemann zur Standardausstattung gehört, lassen sich insgesamt sechs Instanzen für unterschiedliche Anlagenteile mit jeweils fünf verschiedenen Betriebsarten frei konfigurieren und damit nahezu alle möglichen Anwendungsfälle abdecken.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Fachbereich Holz und Metall, definiert z. B. folgende fünf „Modes of safe operation“ (MSO): den manuellen Betrieb mit offenen Türen und manuell gesteuerter Bewegung, den Automatikbetrieb mit voll aktiver Sicherheitstechnik, den Einrichtbetrieb mit reduzierter Geschwindigkeit sowie Zustimmtaster und Not-Halt, die Automatik mit manuellem Eingriff bei voller Geschwindigkeit und schließlich den Servicebetrieb, dessen Charakteristik letztlich der Hersteller festlegt.
Einfache Diagnose und Integration dank OPC UA
Die universelle, standardisierte Cross-Plattform-Schnittstelle OPC UA garantiert dem Programmierer bei der Lösung von Bihl+Wiedemann eine einfache Integration und Diagnose der sicheren Betriebsartenwahl. Dem Anwender soll dadurch das Leben erleichtert werden, weil mit Hilfe des implementierten Bausteins ein eigentlich nicht-sicheres Gerät wie etwa ein Standard-HMI für die sichere Betriebsartenwahl genügen kann. Dank der auf einem solchen Display realisierbaren anschaulichen grafischen Darstellung wird der Vorgang zu einer einfach und intuitiv zu bedienenden Funktion der Maschine.
Auch im Bereich der Absicherung präsentiert sich das Bihl+Wiedemann-Konzept flexibel. Der Zugang zur sicheren Betriebsartenwahl kann auf zwei unterschiedlichen Wegen geregelt werden: entweder durch einen 2-kanaligen sicheren Eingang oder durch ein elektronisches Schlüsselsystem in Verbindung mit einem speziellen Verfahren. Während Variante 1 typischerweise mit einem sicheren Schlüsselschalter realisiert wird, übernimmt bei Variante 2 ein auf Transponder-Technologie basierendes System, wie beispielsweise das EKS FSA von Euchner, das aus einer Lese-Station und einem oder mehreren Schlüsseln mit programmierbarem Speicher besteht, die Zugangskontrolle. Dazu sind zwei fest definierte Signale nötig: einerseits ein nicht-sicheres Signal „Chip steckt“ und zeitgleich ein gültiges Codewort, das aus dem Schlüssel ausgelesen wird und die Berechtigung zur Betriebsartenwahl erteilt.
Insgesamt gibt es fünf gültige Codewörter, mit welchen auf einfache Art und Weise unterschiedliche Berechtigungsstufen realisiert werden können. So lässt sich der Baustein etwa dahingehend konfigurieren, dass z. B. ein Instandhalter mit seinem elektronischen Schlüssel andere Betriebsarten auswählen kann als der eigentliche Werker. Darüber hinaus bietet ein solches System auch die Möglichkeit, weitere Informationen und Daten wie Prozessparameter auf dem Schlüssel zu speichern und an die Steuerung zu übermitteln.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Zertifizierten Baustein in weitere Geräte integrieren
In den ASi-5/ASi-3 Safety Gateways mit integriertem Sicherheitsmonitor für Profisafe über Profinet (BWU3674), CIP Safety über Ethernet/IP (BWU3857) und Safety over Ethercat, FSoE (BWU3858) ist der Baustein für die sichere Betriebsartenwahl bereits integriert. Die Gateways mit je zwei ASi-5 Mastern und zwei ASi-3 Mastern, dem offenen Kommunikationsprotokoll OPC UA, Webserver und vielen weiteren Features bieten derzeit laut dem Unternehmen aus Mannheim die leistungsstärkste Plattform für die Zukunft im Sortiment von Bihl+Wiedemann. „Das ist aber natürlich erst der Anfang“, kommentiert Bihl+Wiedemann Geschäftsführer Jochen Bihl. „Ab sofort werden wir den Baustein in allen neuen Geräten berücksichtigen – auch in Varianten, die nicht dem High-End-Bereich zuzuordnen sind.“
Denn in Zeiten sich verschärfender Sicherheitsnormen und der Einführung von ASi-5 steht für Jochen Bihl, den Mitgründer der AS-Interface Masters, eines fest: „Die sichere Betriebsartenwahl sehe ich für AS-Interface nicht als ’Nice-to-have‘, sondern als ’Must-have‘. Wir wollten es unseren Kunden schließlich schon immer so leicht wie möglich machen, von den vielfältigen Vorteilen des Systems zu profitieren. Und das wollen wir bei Bihl+Wiedemann heute angesichts immer komplexerer Anwendungen noch mehr denn je.“
Anwendertreff Maschinensicherheit Die Maschinensicherheit ist ein wichtiges Thema: Die richtigen Normen müssen berücksichtigt und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie müssen eingehalten werden. Der Anwendertreff Maschinensicherheit unterstützt Entwickler und Konstrukteure , die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten. Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit