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So prüft der Vision-Sensor die Fässer
Der Erfassungsprozess in der Etikettierlinie ist schnell erklärt: Ein Transportband führt die Fässer mittig zu, so erscheinen die Schutzkappen der KEG-Verschlüsse immer an der gleichen Position unterhalb des Druckers. Sobald ein Sensor die Anwesenheit eines Fasses meldet, liefert ein Etikettendruckspender just in time ein druckfrisches Etikett an, das dann von einer Pneumatikachse auf die Schutzkappe des Keg-Fasses geklebt wird. Der am Druckgestell befestigte Vision-Sensor wird bei Sortenwechsel automatisch mitgeführt. Ist die Achse wieder an ihren Ausgangspunkt zurückgefahren, löst dies ein Triggersignal aus, auf das der Sensor dann zuerst mit einem OK-Signal seine Betriebsbereitschaft signalisiert, was sicherstellt, dass kein Fass ungeprüft das Haus verlässt. Ist ein Etikett vorhanden, bestätigt er dies nach Erfassen des DataMatrix-Codes mit einem zweiten OK-Signal auf einem zweiten digitalen Ausgang. Fässer, die kein Label tragen, werden sofort ausgeschleust, um nach einer Sichtkontrolle später nochmals der Etikettierlinie zugeführt zu werden.
Alternativen geprüft: DataMatrix-Code hat die Nase vorn
„Wir haben natürlich auch andere Verfahren, wie etwa den Einsatz von Barcodes vorher geprüft“, erläutert Andreas Zydek seine Erfahrungen. „Die hohe Lesequalität erreicht man jedoch in dieser Umgebung nur mit einem DataMatrix-Code in Verbindung mit einem bildgebenden Verfahren". Ist ein Barcode erst einmal beschädigt, verschmutzt oder durch Feuchtigkeit aufgequollen, lässt er sich häufig kaum oder gar nicht mehr lesen. Beim DataMatrix-Code dagegen kann bis zu 25 Prozent und mehr der Informationen beschädigt sein, sie wird immer noch korrekt erfasst.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Lage des Etiketts auf der Schutzkappe geringfügig variiert, d.h. die Information muss lageunabhängig erfasst werden. Für den Vision-Sensor von Balluff mit seiner 360° Codeerkennung ist dies ein Kinderspiel. Linienlaser mit drehbarem Lesekopf oder teure Kreuzlinienlaser sind nach Erfahrung von Zydek unter diesen ganz spezifischen Bedingungen keine sinnvolle Alternative. „Mit ihnen hätten wir die geforderte Leserate nicht erreicht.“
Verpackungskontrolle leicht gemacht
Pfiffig gelöst wurde auch noch eine dritte Aufgabenstellung bei Warsteiner: Hier werden nach der Abfüllung jeweils sechs Getränkeflaschen zu einem 6er-Gebinde, einem „Sixpack" geclustert. Die patentierte Kartonverpackung kommt ohne Heißkleber aus und beruht auf einem speziellen Schiebe-Ziehmechanismus, bei dem eine Kartonage von oben automatisiert über die Flaschen geschoben und unterhalb der Falschen drei Kartonlaschen so miteinander verriegelt werden, dass die Flaschen beim Anheben sicher transportiert werden können.
Auch hier kontrolliert Warsteiner mittels eines Balluff Vision-Sensors den festen Sitz aller Verriegelungen auf der Unterseite der Verpackung. Geprüft wird jeweils an drei Positionen die Breite der einzelnen halbmondförmigen Laschen, die schwarz bedruckt sind und gut zum übrigen Karton kontrastieren. Ist nur eine der Verriegelungen defekt, so wird das Sixpack ausgeschleust. Getriggert wird der Sensor über die Kanten der Sixpacks, sobald sie von Lichtwellenleitern erfasst werden.
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