Automatica 2014

Der Landwirt und das liebe Vieh kommen vermehrt auf den Roboter

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Händisch Hacken und Unkraut jäten war gestern

Ebenfalls eine dänische Entwicklung ist der Robovator der F. Poulsen Engineering ApS für das selektive Hacken in gepflanzten Reihenkulturen. Digitalkameras erkennen Unkräuter angesichts der Pflanzenhöhe und geben einen Impuls an die hydraulische Hackschare, wobei die Hackmesser ein- und ausschwenken. Der Gärtner kann jederzeit eingreifen und manuelle Einstellungen vornehmen. Der Robovator arbeitet mit eigener Strom- und Ölversorgung und einer Geschwindigkeit bis zu 4 km/h, auch nachts, und eignet sich besonders für Bio-Betriebe, die Unkräuter ohne Chemie bekämpfen. "Wir stehen vor einem Wechsel von chemischer Unkrautbekämpfung zu mechanischen Lösungen, sowohl im Öko- wie im konventionellen Landbau", sagte Frank Poulsen. "Antrieb dafür sind Regulierungen zum Einsatz von Herbiziden und die erhöhte Nachfrage nach nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion."

Automatisiertes Rundum-Sorglos-Paket für Milchkühe

Die niederländischen Lely Industries, Entwickler von Robotermelksystemen, liefern die ganze Kette von Stallreinigern bis zu automatischen Fütterungssystemen und den Lely Astronaut Melkroboter. Ausschlaggebend ist, dass die Roboter Fütterungssignale erkennen und damit die Rationszusammensetzung, Futterqualität und Fütterungstechnik bedarfsgerecht anpassen. Serge Loosveld, Software Engineering Manager von Lely, ist stolz auf die Kooperation mit Lely Triodor in Instanbul, Spezialist für Softwareentwicklung, HMI-Schnittstellen, mobilen Apps und eingebetteter Software für Maschinen: "Zusammen erarbeiteten wir das erste webbasierte Managementsystem", sagte Loosveld. "Es liefert fast 10.000 Milchviehaltern rund um den Globus Daten über Gesundheit, Produktivität und Wohlbefinden ihrer Kühe sowie betriebsspezifische Informationen zum Herdenmanagement, es erhöht Produktivität und Qualität, senkt zudem die Kosten."

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Hightech auf dem Acker

"Europäische Hersteller sind in der Agrarrobotik weltweit führend", stellt Martin Hägele vom Fraunhofer IPA fest. "Die Palette reicht von Robotern zum Melken, Füttern und zur automatisierten Reinigung im Stall, über Fahrassistenz in mobilen Landwirtschaftsmaschinen bis zu Robotiklösungen im Gewächshaus, dem Obst- und Weinbau, in Blumenkulturen und der Forstwirtschaft." Mit der rapid wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der Bedarf nach Nahrungsmitteln. Hightech auf dem Acker ist der Schlüssel zur Produktionssteigerung. Die Zukunft gehört autonom funktionierenden Systemen wie fahrerlosen Fahrzeugen, Laserscannern, die beispielsweise ganze Reihenkulturen abtasten, raffinierter Sensortechnik die – zusammen mit hochgenauen GPS-Systemen – sicheres und autonomes Navigieren auch in Kooperation mit dem Menschen gewährleistet, und Sensorfusion, welche Messwerte unterschiedlicher Sensorsysteme intelligent kombiniert. Das ist die Basis für Serviceroboter in der Landwirtschaft, die anrollende Agrarrevolution.

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